Saint Lu

2

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.02.2013
Jahr: 2013
Stil: R&B, Soul

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Saint Lu Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Saint Lu
2, Warner Music, 2013
Saint LuAll Vocals
Jan BurkampDrums
Alex GrubeBass
Jimmy Messer, Lars Collin, James BryanGuitars
Ben HamiltonAcoustic Guitar
Philipp Steinke, Tim Baxter, Christian LohrKeyboards
Sebastian BorowskiSaxophone
Christioh TitzTrumpet, Flugel Horn
Steve SidwellString Arrangement
Produziert von: Patrik Majer Länge: 39 Min 25 Sek Medium: CD
01. Waterfall07. The Letter
02. Craving08. Postcard From Hell
03. Falling For Your Love09. Mrs. Suffer
04. I Got A Feeling10. Why Do I Want Love
05. No One Loves You Like I Do11. Lady Of The Lanterns
06. Revive This Flower

Hat ja dann doch nicht ganz gereicht, für Saint Lu beim deutschen Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest". Tja, kommt offenbar im Radio nicht so an, denn bei den Jurypunkten vor Ort waren gerade einmal die BLITZKIDS vor der Sängerin platziert, die sie in der Gesamtwertung locker geschlagen hat. Eine Vorahnung, dass sie auf dem Cover ihres, schlicht "2" betitelten, zweiten Albums einen Blick über die Schulter auf das Messerarsenal an der Wand wirft?
Ich gehe mal nicht davon aus, denn wer konnte schon ahnen, dass sie u. a. von ein paar bajuwarischen Blechbläsern mit Balkan-Beat geschlagen wird?
Ob gerechtfertigt oder nicht, kann ich nicht sagen, denn ich schau mir solche Sendungen nicht an. Inwieweit da immer alles (r)echt ist, kann ich eh nicht sagen.
Echt und recht ist auf jeden Fall ihr neues Album, auf dem sich natürlich auch ihr "Eurovisions-Songs" Craving befindet. Recht dynamisch und leicht dramatisch aufgebaut, kann man sich die Klavier- und Streicherdominierte flotte Nummer durchaus auch als James Bond-Soundtrack vorstellen. Wird ja vielleicht noch.
Der immer noch angesagte Soul-Pop- und R&B-Stil würde da jedenfalls gut passen.

Somit hat sich Saint Lu nicht allzu weit von ihrem Debüt entfernt, allerdings waren dort die Gitarren noch etwas deutlicher zu hören und im Endeffekt maßgeblicher. Das kündigt sich mit Waterfall gleich zu Beginn an setzt sich weitestgehend fort. Den Meisten wird aber kaum was fehlen, denn die Sängerin weiß mit ihrer stets leicht raspelnden Stimme zu überzeugen. Sie gibt also nicht mehr so sehr das "Rock-Chick", als viel mehr die Soul-Röhre, die manchmal an die verblichene Amy erinnert.
Wer sich, so wie ich, mehr über eine angezerrte Rock-Gitarre freut, wird bei Falling For Your Love fündig. Im Delta-Blues-Stil stampft dieser Song herrlich dahin und gibt Saint Lu Gelegenheit, nach Belieben zu schnurren und zu fauchen. Da noch ein fetziges Gitarrensolo rein, und das Ding hebt sowas von ab. Na ja, ist vielleicht momentan nicht so in.
Die rhythmische Ballade I Got A Feeling wäre dann den ignoranten Radiohörern doch mal ans Herz gelegt, auch wenn die Querflöte im Hintergrund wohl aus der Retorte kommt und Saint Lu manchmal hart an der Grenze zur Comic-Stimme agiert. Es ist trotzdem ein toller Song und das "Feeling" für so eine Piano-Ballade hat die Sängerin zweifellos.
Auch ohne Gitarren-Breitseite hat No One Loves You Like I Do einen unterschwelligen Drive, der in erster Linie von den - teils wuchtigen - Pianoakkorden stammt. Gut zum Mitgrooven und eine potenzielle Single-Auskopplung.

Auch in The Letter - welches nichts mit dem BOX TOPS/Joe Cocker-Hit zu tun hat - dominiert das Klaver, aber es geht auch sehr dynamisch ab und das herrliche Timbre von Saint Lu kommt sehr gut zur Geltung. Tolle R&B/Soul-Nummer.
Interessanterweise - und nach dem etwas Richtung düster-staubige Wüsten-Ballade gehenden Postcards From Hell (direkt Nick Cave würdig) - lehnt man sich in Mrs. Suffer zwischendurch an die Melodie in eben genannten Hit an, und marschiert dabei gleichzeitig wie ein moderner französischer Chanson.
Mit kaum 40 Minuten hat das Album eine angenehme Länge und mit Lady Of The Lanterns wird es von einer wunderbar sich aufbauenden, intensiven Klavier-Ballade beschlossen. Das Album darf man ruhig ein paar mal laufen lassen, um sich "einzuhören" und es hat sicher nicht den "Rock-Anteil" wie das Debüt, aber hebt sich sicher um Einiges aus den sonstigen Veröffentlichungen im Pop- und Soul/R&B-Bereich heraus.

Epi Schmidt, 15.02.2013

 

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