Rosco Levee And The Southern Slide

Get It While You Can

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.03.2014
Jahr: 2014
Stil: Southern Rock

Links:

Rosco Levee And The Southern Slide Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rosco Levee And The Southern Slide
Get It While You Can, Redtrain Records, 2014
Rosco LeveeVocals, Lead and Slide Guitars, Percussion
Lee WilsonPianos, Clavinet, Hammond
Simon GardinerBass Guitar, Percussion, Backing Vocals
Andy HayesGuitars, Mandolin
David TettmarDrums, Percussion, Backing Vocals
Additional Musicians:
Duncan MackayTrumpets
Ian EastSaxophone
Lauren Dove, Izzy Chase-Philmore, Jim RileyBacking Vocals
Produziert von: Rosco Levee And The Southern Slide Länge: 42 Min 58 Sek Medium: CD
01. Stone Angels Fall07. When The Band Starts To Play
02. Gambling Man08. I Got My Own Plan
03. Howitzer Eyes09. Redemption Calls
04. Back To The Banks10. Look Out Moses
05. Whiskey Blues Goodnight11. Southern Belle
06. My Gospel

Mit ”Get It While You Can“ – und den Titel darf man eigentlich schon wörtlich nehmen – veröffentlichen ROSCO LEVEE AND THE SOUTHERN SLIDE ihr zweites Album und wer die Band sieht und hört, würde es nach wie vor kaum glauben, dass die von der englischen Insel stammen. Der Bandname hilft da schon weiter und tatsächlich fühlen sich die fünf Herren weit mehr – musikalisch gesehen – dem amerikanischen Süden zugetan.
So locker kommen die Southern Rock Riffs , die den Hörer umgehen auf staubige Straßen und einstige Baumwollfelder katapultieren. Sowohl die Riffs in Some Angels Fall erinnern mich stark an Bands wie JUPITER COYOTE oder THE WHY STORE. Wie diese beiden Bands (nur mal so als kleiner Querverweis) scheuen sich auch Rosco Levee und Kollegen nicht, mal ein paar ALLMAN-Double-Leads einzustreuen. Kommt schon gleich gut und macht Lust auf mehr. Und diese Lust wird befriedigt, mit herrlich rollenden Gambling Man. Neben den beiden Gitarristen macht sich ganz deutlich Lee Wilson an Piano und Hammond als wichtiges Element im Sound der Band bemerkbar. Nicht in den Vordergrund drängend, aber immer an der richtigen Stelle, um mit der Orgel den fliegenden Teppich in der Luft zu halten, oder mittels des hämmernden Pianos dem Mustang die Sporen zu geben, wie in Howitzer Eyes. Auch hier gibt’s “Doppelstimmige“, aber recht rockig angelegt.

Bandleader und Sänger Rosco Levee ist nicht mit der typischen Southern Rock-Röhre ausgestattet, aber sein Gesang – der mich z. T. an Aynsley Lister erinnert – past hervorragend zu diesen Songs und verhilft, im mehrstimmigen Verbund, manchem Titel direkt zu Ohrwurmqualitäten, wie man bei Back To The Banks deutlich hören kann. Unbedingter Anspieltipp und alsbald nicht mehr aus den Hirnwindungen zu kriegen!
In ihrem rootsigen Country Rock, klingen THE SOUTHERN SLIDE für mich auch öfter mal nach den BOTTLE ROCKETS, nur dass, wie in Whiskey Blues Goodnight, die Blues-Anteile größer sind. Trotzdem könnte ein Brian Henneman so einen Song durchaus geschrieben haben.
Wenn der Song My Gospel heißt, fließt nicht zwangsläufig mehr Gospel und Soul ein, sondern tatsächlich wird hier eine munter Haus-, Hof- und Scheunenparty draus, mit Bluegrass-Einflüssen, und irgendwie klingt das hier so, wie LED ZEPPELIN. Damals, auf dem Folk-Trip.

Der 50’s- und 60’s-Flair, der sich durch When The Band Starts To Play zieht, lässt mich an die DETROIT COBRAS denken, wozu auch der leicht ”aufgekratzte“ Gesang passt. Die Southern-Anteile – ob Country oder Rock – überwiegen aber immer und die entsprechend staubigen Riffs kommen, wie in I Got My Own Plan, sehr zielsicher.
Der richtige Wüsten-Film läuft aber in Redemption Calls. Die schmetternde Trompete scheint uns direkt nach Alamo zu locken. Oder auf irgendeinen Ritt mit Clint Eastwood.
Auch in dem bluesigen Look Out Moses gibt’s Bläserunterstützung und zum Abschluss noch eine wundervolle, leicht bittersüße Ballade namens Southern Belle. Da gibt’s zwar auch einige “aufwühlende Momente“, wo es schon recht derb zur Sache geht, aber das ändert nichts daran, dass die Nummer gut ins Ohr geht und letztlich ein Album ohne Aussetzer zu Ende geht. Man sieht, es müssen in dieser Musikrichtung nicht immer die großen Namen sein. Nicht einmal aus Amerika müssen sie kommen. Dass man kernigen Southern Rock, Blues und Country Rock auch in Europa geboten kriegt, ist nichts Neues, aber so gut, hab ich ihn “von der Insel“ wohl noch nicht gehört. Get it while you can!

Epi Schmidt, 16.03.2014

 

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