Roomful Of Blues

Raisin' A Ruckus

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.03.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Raisin' A Ruckus, Alligator Records, 2008
Dave HowardVocals & Harmonica
Chris VachonGuitar
Rich KatailleTenor & Alto Sax
Bob EnosTrumpet
Ephraim LowellDrums
Dimitry GorodetskyUpright & Electric Bass
Mark EarleyTenor & Baritone Sax
Travis ColbyPiano & Organ
Produziert von: Chris Vachon Länge: 54 Min Sek Medium: CD
01) Every Dog Has It's Day08) Boogie Woogie Country Girl
02) Lower On Your List Of Priorities09) Solid Jam
03) Talkin' To you Eye To Eye10) Sweet Petite
04) Big Mamou11) While I Can
05) Round It Down12) Raisin' A Ruckus
06) I Would Be A Sinner13) New Orleans
07) Black Night14) Life Has Been Good

Die schlechte Nachricht gleich voraus: Der langjährige Trompeter von ROOMFUL OF BLUES, Bob Enos, verstarb am 11. Januar 2008 an Herzversagen. Bob arbeitete u. a. für die PLATTERS und nannte Louis Armstrong als maßgeblichen Einfluss auf sein Spiel.
Die gut Nachricht, für uns Hörer, ist, dass er auf diesem Album natürlich noch mit an Bord war. Die Besetzung zum Vorläufer "Standing Room Only" hat sich trotzdem geändert. Das ist zunächst nicht so außergewöhnlich bei dieser mittlerweile über 40-jährigen Band, aber mit Sänger Mark DuFresne verlies doch ein Schwergewicht die Band. Ersetzt wurde er durch Dave Howard. Ja, und auch dieser spielt, wie es sich für einen ordentlichen Blues-Sänger gehört, Mundharmonika.
Der Veränderungen hat es aber damit genug und das ist auch gut so. Kaum dass Every Dog Has Its Day sich, locker swingend, durch den Eingang schlängelt - klingt, mit seinem "Bläsergetriebe" stark nach Soundtrack - bringt Dave Howard seine jahrzehntelange Blues-Erfahrung ins Spiel. Das klingt auch gleich schon eine Ecke rauer als bei seinem Vorgänger, was beim Blues natürlich immer gut kommt.
Die Initialzündung folgt mit Lower On Your List Of Priorities (auf meiner würde das eher ganz oben stehen!) , denn hier rockt die Band einen richtig geilen Boogie, wie es wohl nur die "beste, kleine Big-Band Amerikas" kann. Jedenfalls, wenn die Bläser so schieben, wie hier und das Piano klimpert wie ein Uhrwerk. Natürlich werfen sie sich die Soli zu wie eh und je und Gitarrist Chris Vachon - hat auch wieder produziert - kommt auch nicht zu kurz.

Von wegen "zu kurz": Übermäßig lang ist hier kein Titel aber wo die Würze liegt, dass wissen wir ja. Zum Beispiel im R&B und natürlich auch im Jazz und Swing. Der verstorbene Bob Enos hat Talkin' To You Eye To Eye mit Sicherheit seine Freude gehabt, wenngleich Saxofonist Mark Earley wohl hier das längste Solo zukommt. Na ja, der hat ja den Song auch geschrieben.
Stärker zum Blues tendiert man wieder mit Big Mamou, ohne den Drive zu verlieren. Also auch dazu kann man bestens abhotten. Richtig geil kommen hier die Bläsersoli, die so richtig schön "dirty" klingen"
Und weiter im Text und im Groove. Auch Round It Down bleibt Sax- und Trompetengepolstert und diesmal ist es Orgel, welche die Akzente setzt, aber diesmal hat Vachon seiner Gitarre einen schärferen Sound verpasst und setzt sich so, mit schneidendem, Buddy Guy-ähnlichen Ton, mehr in Szene.
'Down-south-swamp-jukin-swing-jazz' gefällig? Die Hüften gelockert und ab geht's zu I Would Be A Sinner. Für die Breaks sollte man zwar schon ein jazzigeres Gemüt haben, aber spätestens beim Upright-Bass-Slap-Solo fällt einem das Sündigen sehr leicht.
Black Nights gibt es nicht nur im Hard Rock sondern auch - und im Besonderen - im Blues. So eine beschert uns die erste richtige Slow-Blues Nummer und erinnert mich damit an ein, zwei Songs auf CANNED HEATs "Friends In The Can" Album. Im Vordergrund hier: Gitarrist Vachon mit einem langen Solo und Sänger Dave Howard, der spätestens hier vollends in der Band angekommen ist.

Muss man zum Boogie Woogie Country Girl noch was sagen? Höchstens, dass Pianist Travis Colby hier zu großer Form aufläuft. Ansonsten: Party pur!
Etwas gemäßigter, dafür tief in den R&B rein, geht's mit Solid Jam. Fast wie THE WHO damals, bei I'm The Face.
Meine Freundin Candye Kane würde sich im swingenden Sweet Petite pudelwohl fühlen. Würde allerdings wohl auch etwas ..., na sagen wir, mehr 'dirty' klingen. Dafür machen die Bläser hier richtig Laune.
Während man bei While I Can schön im Blues/R&B dahin schwelgen kann, muss man beim jazzigen Instrumental Raisin' A Ruckus doch ein etwas "progressiveres" Gemüt mitbringen. Dann hat man aber auch richtig Freude an diesen Soli.
Back to Party-Time mit dem alten Favoriten New Orleans. Gary U.S. Bonds Hit wurde schon von so unterschiedlichen Interpreten wie Bill Haley, Bruce Springsteen und Joan Jett in die Mangel genommen. Nach einem recht flotten Beginn, einigen sich ROOMFUL OF BLUES auf einen locker-gemächlichen Beat, aber der Song bekommt doch durch die raue Stimme von Dave Howard ganz schön pepp.
So schlendert man zu den beschaulichen Big Band-Klängen von Live Has Been Good dann locker über den Ballroom-Dancefloor langsam auf den Ausgang zu und wiegt sich nochmals kurz, bevor man in die Nacht hinaustritt.
War doch wieder ein schöner Abend, mit einem ROOMFUL OF BLUES. Und was noch so dazu gehört ...

Epi Schmidt, 23.03.2008

 

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