Rod Stewart

Live 1976-1998: Tonight's The Night

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.04.2014
Jahr: 2014
Stil: Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rod Stewart
Live 1976-1998: Tonight's The Night, Warner Music, 2014
Rod StewartVocals
Jim Cregan, Gary Grainger, Billy Peek, Robin LeMesurier, Wally Stocker, Todd Sharp, Jeff Golub, John Shanks, Oliver LeiberGuitars
John JarvisPiano
Kevin Savigar, Chuck KentsKeyboards
Ian McLaganOrgan
Phil Chen, Jay Davis, Carmine RojasBass
Carmine Appice, David Palmer, Tony BrockDrums
Jimmy ZavalaHarmonica, Sax
Phil KenzieHorns
Rick BraunTrumpet
Jimmy RobertsSax
Nick LaneTrombone
Dorina Holley, Daryl Phinnessee, Dee Harvey, Joey Diggs, Lamont Van Hook, Fred WhiteBacking Vocals
Tina TurnerVocals on Hot Legs
Produziert von: Andy Zax & Cheryl Pawelski Länge: 296 Min 16 Sek Medium: CD
Disc 1: 1976
01. Three Time Loser08. The Killing Of Georgie (Part I And II)
02. You Wear It Well09. Maggie May
03. Big Bayou10. Angel
04. Tonight's The Night (Gonna Be Alright)11. Get Back
05. The Wild Side Of Life12. (I Know) I'm Losing You
06. The Wild Side Of Life13. This Old Heart Of Mine
07. I Don't Want To Talk About It
Disc 2: 1976-1981
01. Sailing07. Medley: (I Know) I'm Losing You/It's All Over Now/Standing In The Shadows Of Love/Layla
02. Stay With Me08. Medley: Twistin' The Night Away/Every Picture Tells A Story
03. Born Loose09. She Won't Dance With Me
04. (If Loving You Is Wrong) I Don't Want To Be Right10. Passion
05. I Just Want To Male Love To You11. Gi' Me Wings
06. Blondes (Have More Fun)12. Hot Legs
Disc 3: 1984-1989
01. Tonight I'm Yours (Don't Hurt Me)09. I Ain't Superstitious
02. You're In My Heart (The Final Acclaim)10. Every Picture Tells A Story
03. (Sittin' On) The Dock Of The Bay11. Lost In You
04. Hungry Heart12. Forever Young
05. Bad For You13. Da Ya Think I'm Sexy?
06. Some Guys Have All The Luck14. Crazy About Her
07. Rock Me Baby15. Try A Little Tenderness
08. Infatuation16. You're In My Heart (The Final Acclaim) (Reprise)
Disc 4: 19941-1998
01. Downtown Train10. (Find A) Reason To Believe
02. This Old Heart Of Mine11. Handbags & Gladrags
03. Stay With Me12. Having A Party
04. Sweet Soul Music13. People Get Ready
05. Mandolin Wind14. Have I Told You Lately
06. Highgate Shuffle15. Medley: Twistin' The Night Away/Chain Gang
07. Baby Jane16. Cigarettes And Alcohol
08. Baby Please Don't Go17. Rocks
09. Cut Across Shorty

Seit gefühlten 50 Jahren warte ich auf eine ordentliche Neuauflage von Rod Stewarts 1982er Doppel-Livealbum “Absolutely Live”. Wobei ich sagen muss, dass das zugehörige Video fast ebenso zwingend restauriert und wiederveröffentlicht gehört. Inzwischen natürlich als DVD bzw. BluRay.
Man kann ja über den britischen Sänger sagen was man will, und Vieles davon ist sicher berechtigt, aber wie man eine Party abzieht, das wissen Rod und einige seiner Spießgesellen besser als irgendwer sonst. Grundstein dafür wurde natürlich in den Jahren mit den FACES gelegt, wo solche Chaoten wie Ron Wood, Ronnie Lane und Ian McLagan mit an Bord waren.
Aber auch danach scharte Rod meist eine Truppe bunter Partyvögel um sich, die zum einen kein volles Glas stehen ließen und zum anderen richtig zu rocken wussten.
Nun wird dieser 4-CD-Box mein Wunsch zumindest zum größten Teil erfüllt.
Die erste Disc stammt komplett aus 1976 und zwar von zwei Konzerten in Leicester plus zwei Songs, welche in Newcastle aufgenommen wurden. Naturgemäß ging’s damals noch etwas rauer zu, aber der Sound ist klasse und lässt Rods Reibeisenstimme gut im Vordergrund stehen. Dahinter rocken und riffen Jim Cregan, Gary Grainger und Billy Peek an den Gitarren, was das Zeug hält, was besonders in Songs wie Big Bayou (der Song bringt jede Rock’n’Roll-Party zum kochen!), Hank Williams‘ Wild Side Of Life und Chuck Berrys Sweet Little Rock’n’Roller prächtig kommt.
Ich glaube aber auch, dass Rod einer der wenigen Sänger ist, der auch eine Ballade richtig geil klingen lassen kann. Ihr Ecken und Kanten lassen und verpassen kann, sentimental wird und doch immer den Eindruck hinterlässt, dass er sich gleich darauf wieder in die Party stürzen wird. Was er meist auch gemacht hat.
Balladen wie I Don’t Want To Talk About It, Maggie May und die Jimi Hendrix’ Adaption Angel zeugen nichtsdestotrotz von Roddies Gesangstalent.
Besonders freut mich, dass die äußerst rockige Version der BEATLES’ Get Back hier enthalten ist und ein Höhepunkt der ersten Disc ist!

Disc 2 macht den Schritt von 1976 bis nach 1981, also solch grandiose Scheiben wie “Foot Loose & Fancy Free“, “Blondes Have More Fun“ und “Foolish Behaviour“ entstanden sind. Eröffnet wird die zweite Scheibe aber noch vom Mega-Hit vom 1975er “Atlantic Crossing“: Sailing. Besonders in England wurde da natürlich ordentlich und lautstark mitgesungen, während beim folgenden Stay With Me wahrscheinlich das Dach der Halle abgehoben hat und beim folgenden Born Loose - wenn auch drei Jahre später in L.A. aufgenommen – ins Weltall befördert wurde. Da dürften selbst die STONES beeindruckt gewesen sein, was hier für eine geballte Rock’n’Roll-Power von der Bühne kam. Also: Anhänger der ”American Songbook”-Geschichten von Stewart, sollten bei diesen Aufnahmen hier vorsichtig sein!
Die melancholischen Momente dürfen auch hier nicht fehlen, wie (If Loving You Is Wrong) I Don’t Want To Be Right zeigt, aber überwiegend wird auch hier dem Rock’n’Roll gefröhnt, der – im (I Know) I’m Losing You -Medley – auch mal funky werden kann und – im gleichen Medley – auch so Raritäten wie den Ausflug in Claptons Layla präsentiert. Absolute Party-Stimmung verspricht und liefert das Twistin’ The Night Away/Every Picture Tells A Story-Medley und Tina Turners Gastauftritt bei Hot Legs.

Passion hat es auf der zweiten CD schon angedeutet, dass sich Sound und Stil des Sängers erweitert hatten, aber auch wenn es 1984 mit Tonight I’m Yours mit “Dancefloor-tauglicher“ wurde und der Zeitgeist der 80er einfloss, waren die Gitarren immer noch gut präsent. Außerdem gehört You’re In My Heart zu meinen Lieblingsballaden aller Zeiten. Wie sagte schon John Mellencamp? “Another boring romantic, that’s me”…
Welcher Sänger wäre nicht in den 60ern gestartet und ware nicht von Otis Redding beeinflusst gewesen? Über die Jahre hinweg, hat Roddie gezeigt, dass er seine Soul-Hausaufgaben gemacht hat und so kommt auch Sittin’ On The Dock Of The Bay hier so gut wie Try A Little Tenderness.
Der pure Rock wird also so langsam etwas in die zweite Reihe gedrängt, dafür tauchen Exoten wie Springsteens Hungry Heart auf (vielleicht der einzige Song, der hier nicht zwingend gewesen wäre).
Dafür kommen B.B. Kings Rock Me Baby und I Ain’t Superstitious - Reminiszenzen an die Tage mit der JEFF BECK GROUP - heavy und geil.
Ja, es wurde in den späten 80er Jahren mainstreamiger, aber dem Flair von Da Ya Think I’m Sexy kann man sich doch auch heute kaum entziehen, oder?

Da alle Aufnahmen hier erstmals veröffentlicht werden, ist das schon eine kleines “Rod-Fest“, das hier abgeht und erfreulicherweise hat man wohl auch kaum was geschönt. Hier mal ein kleiner Sangesfehler, da mal ein pfeifendes Mikrofon, so gehört sich das, für die Live-Atmosphäre. Da könnte ich auf Downtown Train ebenso durchaus verzichten, wie auf This Old Heart Of Mine, aber im Wembley Stadion dürften sie 1991 anschließend über Stay With Me ebenso erfreut gewesen sein, wie ich heutzutage. Rod klingt da natürlich nicht mehr wie 25 Jahre zuvor und der Schaum ist leicht gebremst, doch rocken tut es immer noch gut. Bei Sweet Soul Music ist er deutlich in seinem Element, und mit den Backgroundsängern/innen funktioniert das ja auch noch recht gut.
Dem Londoner Stadtteil, in dem er einst geboren wurde, erweist Rod mit dem Piano-Boogie Highgate Shuffle die Ehre, bevor eine erfreuliche gitarrenlastige Version von Baby Jane folgt.
Dadurch, dass auf dieser vierten CD eine rasante Version von Baby Please Don’t Go und schmissige Varianten von Cut Across Shorty, Having A Party und Twistin’ The Night Away/Chain Gang vorhanden sind, geht auch hier noch eine Feier über die Bühne. Nicht mehr mit der Power der ersten beiden Scheiben, mehr gediegen, aber zum Mitswingen reicht das allemal noch.
Und das er auch 1998 noch ganz prima rocken konnte, zeigen die letzten beiden Songs auf diesem Album. Auch wenn die Luft schon knapp wird.
58 unveröffentlichte Songs, die meisten davon Hits, Live-Atmosphäre, Rock’n’Soul-Power. Mehr braucht’s wohl nicht für perfekte Party.

Epi Schmidt, 21.04.2014

 

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