Rod Piazza & The Mighty Flyers Blues Quartet

Soul Monster

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.07.2009
Jahr: 2009
Stil: Harp Blues

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Rod Piazza & The Mighty Flyers Blues Quartet Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rod Piazza & The Mighty Flyers Blues Quartet
Soul Monster, Delta Groove Music, 2009
Rod PiazzaHarp & Vocals
Miss HoneyPiano & Bass
Henry CarvajalGuitar & Vocals
Jonny ViauTenor Sax
Allen OrtizTenor Sax in Spirit
Produziert von: Rod Piazza & The Mighty Flyers Länge: 54 Min 05 Sek Medium: CD
01. Soul Monster08. Queen Bee
02. Can't Stand To See You Go09. Expression Session
03. Cheap Wine10. Ko Ko Mo (I Love You So)
04. Key To The Highway11. Talk To Me
05. Sunbird12. You Better Watch Yourself
06. That's What's Knockin' me Out13. Hey, Mrs. Jones
07. Tell Me About It Sam

Rod Piazza gehört, mit Anfang 60, nicht mehr zu den jungen heißblütigen Hüpfern, die Adrenalingetrieben mit gesenktem Haupt und geschlossenen Augen davon preschen. Auf seinem 24. Album lädt er mehr zur gediegenen Blues-Session ein. Was ja trotzdem spannend sein kann. Seit Mitte der 60er Jahre, des letzten Jahrhunderts pumpt Rod seine Mundharmonika - für gewöhnlich durch das typische "Fahrradlampen-Mikrofon" - und hat sich bei Kritikern wie Musikern einen hervorragenden Ruf erspielt. Wer auf eingeladen wird, selbst Mundharmonika auf Platten der Blues-Harp-Koryphäe Charlie_Musselwhite zu spielen, der muss schon was loshaben. Der "Blues Music Award" für den besten Mundharmonika-Instrumentalisten 1998 zeugt davon. Des Weiteren hat seine Begleitband, THE MIGHTY FLYERS, jenen Award bereits vier Mal für die "Band des Jahres" mit nach Hause genommen und Gattin Honey Piazza sicherte sich den BMA 2008 als "Pinetop Perkins Player of the Year". Da ist also schon was am Start.
Mit dem satten Sound des Titelsongs geht es fast rein instrumental los. Da kann man sich schon mal an den rauen, aber treffsicheren Harp-Tönen von Rod erfreuen, wie auch an der knochentrockenen Gitarre von Henry Carvajal, die mich etwas an Buddy Guy erinnert.
Im lockeren Boogie-Groove folgt die Jimmy Reed-Nummer Can't Stand To See You Go. Unaufgeregt aber bestens zum Mitschnippen und -wippen geeignet. Gefällt mir gut. Erst recht, wenn sich Honey Piazza in den Vordergrund klimpert. Wahrlich Pinetop Perkins würdig.
Stimmlich kann man von Rod nicht die Riesen-Power erwarten, aber für den Blues passt sein Gesang richtig gut und oft genug einen sehr "schwarzen" Anstrich. Am meisten fällt aber die tolle Blues-Harp auf, mit einem herrlichen old-fashioned Klang, wie eben aus den Blues-Clubs Chicagos in den 50ern herbei gebeamt.

Dazu passt natürlich Big Bill Broonzys Key To The Highway perfekt. Ich hab den Song schon schwungvoller erlebt, aber lässt man sich erst einmal auf den Rhythmus ein, groovt man schon bald gepflegt mit. Hier gibt der Gatte wieder das Zeichen und man bekommt eine weitere Kostprobe von Honey Piazzas perlenden Pianospielt. Donnerwetter, Johnny Johnson, hast du da mal zugehört?
Danach wird gleich richtig Gas gegeben, für das wilde fast schon Surf-ähnliche Instrumental Sunbird. Da kann sich denn die Band auch richtig austoben.
Es kann aber auch locker, groovy, jumpy zugehen, wie That's What's Knockin' Me Out zeigt. Natürlich auch das - und im besonderen Maße - eine Plattform für Piazzas richtig geiles Harp-Spiel.
Direkt in einen düsteren Blues-Club versetzt, fühlt man sich, wenn Rod Tell Me About It Sam mit der passenden Story einleitet. Hat trefflichsten Live-Charakter.
Zu den entsprechenden Tanzschritten, verhilft die Queen Bee mittels kaum gezügelter Power und leichtem Boogie-Charakter. Erneut klasse, die vibrierende, pulsierende Blues-Harp des Sängers. Anspieltipp!
Wer es etwas souliger braucht, wird mit Expression Session, einem weiteren Instrumental, bedient und bekommt eine weitere Lehrstunde in Sachen Blues-Harp.
In die Zeiten des 50er Jahre Swing und Rock'n'Roll versetzt, fühlt man sich mit dem rollenden Ko Ko Mo (I Love You So. Dazu passt das schmachtende Talk To Me anschließend perfekt. Der richtige Soundtrack aus dem Autokino zu rollen.
Die beste Version von You Better Watch Yourself wird für mich auf ewig die von NINE BELOW ZERO, auf deren "Live in London" Album bleiben, doch auch diese, etwas schaumgebremstere Fassung lässt den Hörer fröhlich und beschwingt mitwippen.
Mit Hey, Mrs. Jones schaut man nochmal kurz beim südamerikanisch angehauchten Jazz vorbei und lässt Tanzstundengedanken aufkommen.
Es schadet sicher nicht, wenn man etwas fürs Mundharmonikaspiel übrig hat, oder gar selber spielt, aber über weite Strecken dürfte auch der Rest der Blues-Sympathisanten an diesem (Soul) Monster Gefallen finden.

Epi Schmidt, 07.07.2009

 

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