Tocotronic

Rockpalast

Live @ Rockpalast

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 06.12.2012
Jahr: 2012
Stil: Indie Rock, Post Rock

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Tocotronic
Live @ Rockpalast, Sony Music, 2012
Tracks 02 - 13:
Dirk von LowtzowGesang, Gitarre
Jan MüllerBass
Rick McPhailGitarre, Tasteninstrumente
Arne ZankSchlagzeug
Tracks 14 - 19:
Dirk von LowtzowGesang, Gitarre
Jan MüllerBass
Arne ZankSchlagzeug
Produziert von: Ulrike Gulden-Sanders & Ulla Menne Länge: 78 Min 18 Sek Medium: DVD
Rock am Ring Festival, 04.06.2005:
01. Rockpalast Intro06. Drüben auf dem Hügel
02. Ich habe Stimmen gehört07. Mein Prinz
03. Aber hier leben, nein danke08. Gegen den Strich
04. Jackpot09. Hi Freaks
05. Ich bin viel zu lange mit Euch mitgegangen10. Pure Vernunft darf niemals siegen
Rock am Ring Festival, 18.05.2002:
11. Schatten werfen keine Schatten
20. Rocknacht, 09.04. 2006:
12. Interview13. So jung kommen wir nicht mehr zusammen
10. Bizarre-Festival, Köln, 17.08.1996:
14. Jungs, hier kommt der Masterplan17. Ich werde mich nie verändern
15. Interview18. Der Cousin
16. Die Welt kann mich nicht mehr verstehen19. Freiburg

Wie funktioniert eigentlich Rock mit zuhörenswerten, durchdachten und dementsprechend aussagekräftigen, überwiegend deutschen Texten? Geht das überhaupt? Und ob. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön. Hier sind TOCOTRONIC aus Hamburg. Die aktuelle DVD “Live @ Rockpalast“ ist ein willkommener Anlass, sich mit dieser Band einmal ein wenig zu befassen.

Die Gruppe wird am Beginn der 1990er Jahre von Dirk von Lowtzow (Gesang, Gitarre), Jan Müller (Bass) und Arne Zank (Schlagzeug) zunächst als Trio gegründet. 2004 kommt dann noch Rick McPhail (Gitarre, Tasteninstrumente) nach einigen Jahren „inoffizieller“ Tätigkeit für die Band als festes Mitglied hinzu und komplettiert die bis heute stabile Besetzung. Indem diese Veröffentlichung Konzertaufnahmen aus den Jahren 1996, 2002, 2005 und 2006 (allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge) zusammenfasst, gibt sie dem Betrachter die Möglichkeit, TOCOTRONIC in verschiedenen Phasen ihrer Karriere zu begutachten.

Los geht es mit Rock am Ring, wo die Jungs am 04. Juni 2005 zu einem klassischen Intro die Alterna Stage besetzen. Da sie längst wissen, wie der Festival-Haase läuft, spielen die Vier ihre Stärken aus: Teils kantiger Indie Rock, teils flockiger Pop mit poetischen, überirdischen, emotionalen, rätselhaften und nicht immer versöhnlichen Strophen. Das kommt beim textsicheren Publikum prima an. Auf die Leute wird dabei jedoch nicht wirklich zugegangen.
Die nächste Station ist wiederum Rock am Ring, diesmal aber am 18. Mai 2002. Es wird lediglich eine Nummer angeboten, doch lässt auch sie erkennen, dass die Anziehungskraft der Stücke nicht erst seit gestern groß ist.
Bei der 20. Rocknacht am 09. April 2006 im Kölner Palladium gibt das Quartett ein Interview, bei dem es um die verschiedenen Interessen in der Band geht. Beim anschließend gezeigten Song So jung kommen wir nicht mehr zusammen lassen es TOCOTRONIC so richtig wild und ungezügelt krachen.
Den Abschluss bildet der Auftritt beim 10. Bizarre-Festival in Köln am 17. August 1996. Die Performance wird durch ein etwas längeres Interview unterbrochen. Die Fragen drehen sich um den Auftritt, das Festival, Plattenfirmen, Deutsch als Sprache in der Rock- und Popmusik, Vorbilder beziehungsweise Einflüsse und anderes mehr. Die drei blutjungen Burschen antworten frei von der Leber weg und geben sich selbstbewusst. Ihre Darbietung fällt punkig, rasant und noisig aus. Die motzigen und nörgeligen Texte sind sehr auf das eigene Ich bezogen und lassen ganz offen und unverstellt die wahren Gefühle der Band zutage treten. Die Bandbreite reicht von Wut, Sehnsucht über Resignation, bis hin zu weiteren, unmissverständlich ausgedrückten Emotionen und Ansichten.

“Live @ Rockpalast“ zeichnet das Bild einer, nicht zu Unrecht, hoch gelobten und auch erfolgreichen Formation, der es überzeugend gelingt, vollkommen eigenständig aufwühlende Mucke mit deutscher Sprachkunst zu kombinieren und dies als relevante Unterhaltung zu präsentieren.

Michael Koenig, 12.11.2012

 

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