Robert Johnson

King Of The Delta Blues Singers (Vol. 2)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.12.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Robert Johnson
King Of The Delta Blues Singers (Vol. II), Sony Music/Columbia Records, 2004
Länge: 44 Min 37 Sek Medium: CD
1. Kindhearted Woman Blues10. From Four Until Late
2. I Believe I'll Dust My Broom11. Little Queen Of Spades
3. Sweet Home Chicago12. Malted Milk
4. Ramblin' On My Mind13. Drunken Hearted Man
5. Phonograph Blues14. Stop Breakin' Down Blues
6. They're Red Hot15. Honeymoon Blues
7. Dead Shrimp Blues16. Love In Vain
8. Preachin' Blues (Up Jumped The Devil)Bonus Track:
9. I'm A Steady Rollin' Man17. Ramblin' On My Mind

Am Blues kommt man halt einfach nicht vorbei. Nicht, wenn man sich ernsthaft mit Rockmusik beschäftigt, denn darin liegen 95% deren Ursprungs. Und wie Generationen von Musikern vorher, bleibt auch einem Fan und Hörer von Rock und Blues nichts anderes als der Weg zurück, um herauszufinden, wie sich das alles entwickelt hat.
Quasi an die "Crossroads" und zu den Künstlern, die der Einfluss für die Helden von Heute und Gestern waren.

Eine der strahlendsten Persönlichkeiten darunter ist unzweifelhaft Robert Johnson.
"King Of The Delta Blues Singers" ist nur einer von unzähligen Titeln, die dem Sänger/Gitarristen verliehen wurden. Allerdings einer der treffendsten und somit auch der richtige Titel für die 2-CD-Edition, deren zweite Scheibe mir vorliegt.
Herausgegeben von Sony, die ja auch einen eigenen "Robert Johnson-Grabstein" aufgestellt haben (in Morgan City, Mississippi) und damit eine dritte potenzielle Begräbnisstätte geschaffen haben. Nichtsdestotrotz lobenswert (die CD), denn ich werde wahrscheinlich nicht der einzige sein, der sich schon mal mit einer Billig-CD-Ausgabe der Robert Johnson Aufnahmen zufrieden geben wollte. Wie man so was halt gern macht: Kost' nicht viel und dann hat man seine Pflicht getan und hat das Ding daheim stehen.
Da steht es dann, maximal einmal komplett gehört und staubt vor sich hin. Weil's halt auch scheiße klingt!

Deswegen kauft man sich, wenn man es tut, etwas vernünftiges.
Dann schenkt man sich einen Whiskey ein (muss ja nicht dieser "Moonshine"-Whiskey sein, den Bob so mochte) und glaubt im gleichen Zimmer zu sitzen und den Klagen über die Kindhearted Woman zu lauschen. Oder der Ode an Sweet Home Chicago, oder dem Original Dust My Broom. Jeder Song hier ist ein Erlebnis!

Man muss sich mal vorstellen, wer alles davon beeinflusst wurde, ja z.T. seine Karriere darauf begründete, was dieser Typ hier ganz allein geschrieben und interpretiert hat.
Und die Licks und Rhythmen werden heute, fast 70 Jahre später, immer noch gespielt. Etwas besseres ist niemanden eingefallen! Das mag einen traurig stimmen, aber es ist halt so. Bringt nicht der Eric Clapton gerade wieder ein "Robert Johnson - Tribute" heraus? Und, glaubt mir, es wird nicht das letzte bleiben.
Gerade mal 29 Songs hat Johnson aufgenommen (die meisten mehrfach) und allesamt sind gecovert, analysiert und seziert worden. Kann sich jemand den Clapton der 70er ohne Ramblin' On My Mind vorstellen? Oder die STONES der späten 60er ohne Love In Vain?
Endlos ist die Liste der Interpreten und der Forscher, die sich dieser Songs annahmen und die Bedeutung von, sagen wir, Preachin' Blues zu entdecken suchten. Was passierte nur an jener Straßenkreuzung, irgendwann zwischen 1930 und 1932? Wie kam es zur plötzlichen Steigerung in Johnsons Gitarrenspiel? Und diese eindringliche Stimme! Das konnte doch nur mit dem Teufel zugehen!
Es könnte natürlich auch einfach eine Mischung aus Erfahrung, Üben und Leidenschaft gewesen sein. Und einem sich rasch entwickelnden Sinn fürs "Geschäft". Songs, die nicht dazu taugten das Publikum in Fahrt zu bringen, flogen sehr schnell aus dem Repertoire von Johnson.
Hier kann man sich endlich in einwandfreien Sound (soweit möglich) an seinen Songs erfreuen!

Neben den hinlänglich bekannten Titeln, sind vor allem Songs, die etwas aus dem bekannten Muster ausbrechen interessant, wie das Rag-Time-mäßige They're Red Hot. Ansonsten sind die Rhythmen natürlich ähnlich, aber was der Mann an Melodien kreiert hat, ist schon umwerfend.
Natürlich hatte auch ein Robert Johnson seine Vorbilder: Son House und Willie Brown etwa - aber das ist eine Geschichte mit der wir uns ein andermal beschäftigen.

Robert Johnson starb im Alter von 27 Jahren am 16. August 1938. Vermutlich wurde er von einem eifersüchtigen Ehemann vergiftet.
In welchem Grab er auch immer liegen mag, sein Einfluss wird auch noch an seinem 100. Todestag in der Welt der Blues- und Rockmusik zu spüren sein.

Epi Schmidt, 09.12.2004

 

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