R.J. Mischo

He Came To Play...

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.09.2006
Jahr: 2006

Links:

R.J. Mischo Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


R.J. Mischo
He Came To Play..., CrossCut Records, 2006
R.J. Mischo Vocals & Harp
Frank Goldwasser Guitar
Chris "Kid" Andersen Guitar, Bass (The Waddle)
Marcus Carino Electric Bass
Sid Morris Upright Piano
June Core Drums
Barry Shulman Sax (The Train, The Pull, The Waddle & R.J. Come And Get It); Flute (Jokerhead)
Produziert von: R.J. Mischo Länge: 49 Min 16 Sek Medium: CD
1. The Train8. Please Help
2. 20% Alcohol9. Hippie's Playground
3. Mojo Lounge10. The Waddle
4. The Switch11. R.J. Come And Get It
5. Telephone Driver12. I Came To Play
6. The Pull13. Jokerhead
7. Bluebird Blues14. Uh Huh

Robert J. Mischo, Jahrgang 1960, wurde Mitte der 70er bei einem Konzert der Muddy Waters Blues Band vom Blues infiziert, aber es sollte noch bis 1988 dauern, bis seine ersten Aufnahmen, mit BLUES DeLUXE, erschienen. Vor über 10 Jahren geriet der Mundharmonikaspieler dann auf einer Europatour in den Hafen von CrossCut Records und bei dieser Ehe blieb es seitdem.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an diesem 50's Sci-Fi-Cover vorbei zum Hören von "He Came To Play" durchringen konnte. Und gleich war ich begeistert.

Nicht dass hier was brandneues zelebriert würde, so sehr einen das "Amazing! Raw! Exciting!" das suggerieren mag. Nein, aber Spaß macht's!
Aufgenommen live im Studio, alle in einem Raum und der Gesang gleich mitaufgenommen. Alles analog, ohne Overdubs. Das erinnert alles sehr an die Aufnahmen der Chesky Brothers, u.a. mit dem Ex-FLEETWOOD MAC Billy Burnette, die ja ähnlich puristisch verfahren und einem plötzlich eine ganz andere, vielleicht realere Klangwelt bescheren.
Bi R.J. Mischo klingt's jedenfalls sehr stark nach den guten alten 50ern. The Train dürfte Dave Edmunds sehr gefallen und mit geht's nicht anders bei diesem Boogie Monkey-Beat. Sofort fühlt man sich an Filme wie 'American Graffiti' und den legendären DJ Wolfman Jack erinnert. Dazu pumpt Mischo ordentlich Bluenotes aus seiner Harp und sein Gesang ist weitaus schwärzer als seine Hautfarbe. Dazu hämmert das Piano schwungvoll und auch an einem 'orgelnden' Sax-Solo fehlt es nicht. Gutes Startkapital.

20% Alcohol scheint nicht zuviel zu sein, aber die Band bringt ordentlich Drive in diese leicht swingende Nummer. Ja, das macht schon Spaß, wenn die Gitarren so, ja, "raw" kommen. Das muss ich gleich mal als weiteren Pluspunkt dieser Band anführen: Die beiden Gitarristen. Meistens findet sich ja in solchen Bluesbands bestenfalls einer, aber hier arbeiten zwei richtig gut zusammen, unterstützen und pushen sich, wo es sein muss.
Augenblicklich hüpft man auf seinem Sitz auf und ab, wenn die Mojo Lounge geöffnet wird. Wieder schöner Boogie, überwiegend vom Piano getragen und mit genialem Live-Charakter. Als würde man in Sam Phillips Sun Studios Mäuschen spielen.
Bei The Switch scheint man in eine Mischung aus Tequilla und einem Surf-Filmsoundtrack zu geraten. Für einen Instrumentaltitel zweifellos beachtlich und die Blättchen in R.J. Mischos Mundharmonika dürften ein bisschen das Gefühl von Eintagsfliegen bekommen haben, denn allzu lange werden sie diesen Schalldruck nicht wiederstanden haben.
Auch The Pull rockt und swingt wieder instrumental und trotzdem unterhaltsam, während sich die Player die Soli zuschaufeln.

Natürlich geht's auch mal, wie es im Blues halt so ist, langsamer und schmerzerfüllt zu. Der Bluebird Blues klingt in etwa so, als wenn sich der Little Red Rooster in den Wee Wee Hours befindet. Ebenfalls klasse und wiederum finde ich den Sound total erfrischend. So klingt ein Schlagzeug! Nicht das aufgepeppte Zeug, an welches man sich ja fast schon gewöhnt hat.
Danach wird aber wieder ordentlich Gas gegeben und Please Help geht in bestem Hound Dog Taylor Stil richtig geil ab. Meine Lieblingsnummer auf diesem Album.
The Waddle ist das vierte von fünf Instrumentals und auch das weiß ohne Gesang zu überzeugen. Normal ist das nicht so mein Fall, aber die Band hat's echt drauf.
Für weitere Stimmung sorgt R.J. Come And Get It, das eigentlich nur eine andere Variante von Willie Dixons Little Baby ist. Geht aber, nur vom Schlagzeug getrieben und von Harp und Sax geschoben, gut ab!
Etwas abgedreht und nicht so meine Fall ist der irre Jokerhead, das relative kurze Uh Huh begleitet uns dann voller Elan hinaus, wartend bis R.J. erneut aus dem All auftaucht und es heißt: "He Came To Play".

Wenn mir jetzt noch jemand das etwas chaotische Booklet mit nur zum Teil aufgeführten Songs erklären könnte, wär' ich restlos glücklich.

Epi Schmidt, 17.09.2006

 

(C) 2008 - 2022 by Hooked on Music