Puta Madre Brothers

Queso Y Cojones

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.01.2011
Jahr: 2011
Stil: Mariachi Punk

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Puta Madre Brothers Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Puta Madre Brothers
Queso Y Cojones, Rookie Records, 2011
Anto MacaroniLeadguitar, Bass Drum, Snare, Cymbals
Pikkle HenningBass, Bass Drum, Maracas, Hi-Hats
Renato VacircaAcoustic and Electric Guitars, Bass Drum, Tambourine, Cow Bell
Produziert von: Puta Madre Brothers Länge: 31 Min 47 Sek Medium: CD
01. Putananny Twist08. Soy Una Fruta
02. The One Legged Horse (Race)09. Grandes Pantelones
03. Grandes Pelotas Del Fuego10. Malaguena
04. El Toro Bravo11. Long Long Way
05. Nintendo Con Cueso12. Dance! Dance! Dance!
06. Toes Of A Dead Man13. Queso Y Cojones
07. Never A Lady Named Louig!14. I Miss My Mammas Cooking

Wenn mich jemand fragt, wo's die größten "Knallköpfe" (durchaus positiv gemeint!) gibt, dann steht das für mich völlig außer Frage: Australien!
Abkömmlinge von Flüchtlingen und Strafgefangenen, die sie nun mal sind - gemeint sind natürlich nicht die Ureinwohner! - sind die einfach in fast jeder Hinsicht eine Spur extremer. Vielleicht ist es auch das Inseldasein, aber jedenfalls erscheinen mir die Leute 'down under' und vor allem DIE MUSIKER irgendwie ... crazy.
Ein Bon Scott hätte wohl kaum woanders "entstehen" können und wo sonst hätte so ein Schreihals wie Jimmy Barnes zur Welt kommen können? Wie der verrückte Australier hieß, der damals in seinem Vorprogramm im Nürnberger "Hirsch" auftrat, will mir jetzt nicht einfallen, aber auch der war absolut aussiegewöhnlich ..., sorry: außergewöhnlich!
Und diese drei Typen hier schießen da noch den Vogel ab! Mit einer nur jenseits des Äquators möglichen Starrköpfigkeit, halten sie sich seit 2007 für die Reinkarnation einer mexikanischen Mariachi-Band. Und was da noch so ins Umfeld passt.
Und nachdem sie einige tausend Strandbewohner - manche sprechen von Millionen - in den Wahnsinn getrieben und die Krankhäuser mit beim Tanzen Verletzten gefüllt haben, komme sie nun mit ihrem Debütalbum heraus: "Queso Y Cojones", was so viel heißt wie "Eier und Käse". Braucht's noch mehr Worte?

Ein paar sollen schon noch fallen. Der Sound kreischt ungeheuer direkt und dreckig aus den Lautsprechern und die Band steigt erst einmal instrumental in diese Scheibe ein. Irgendwie bekomme ich Lust "Bill zu killen" und am Schluss des Massakers liegt mir ein "Cha-cha-cha!" auf den Lippen.
Das "einbeinige Pferd", oder was auch immer, schießt gleich anschließen in einem wilden, nicht zu stoppenden Galopp aus der Box und kreischend - und leicht schräg - dreschen es die drei Aussiekaner bis ins Ziel. Hat starke Ähnlichkeiten zu manchem Surf-Gemetzel der frühen 60er.
Endgültig in Mexiko angekommen sind sie mit Grandes Pelotas Del Fuego. Da steigen die Drei auch stimmlich ein und sofort fühlt man sich wie morgens um 10 in einer Cantina in Mexiko. Und zwar so, als wäre man seit dem Nachmittag zuvor schon da und hätte sich nur von Tequila ernährt. Die Band übrigens auch.
Das klingt so wahnsinnig ausgelassen und voller Partylaune, dass man fast vom Hören dieses Albums schon einen Schwips bekommt. Kein Klischee wird umschifft, keine Tonfolge vermieden und kein Glas stehen gelassen.
Natürlich klingt da jede Menge Tex-Mex mit rein und reichlich Traditionelles, wovon fast alles problemlos in einem Quentin Tarantino-Film berechtigt wäre. Oder in einem Sergio Leone-Western, hört man sich das dramatisch-schleppende . Auch hier sagt der Titel doch alles, oder? Man schmeckt praktisch den Staub auf den Lippen.
Die Corrida geht weiter mit Soy Una Fruta, bei der ein paar Motorräder angeschmissen werden und dann wahrscheinlich im Kreis gefahren, bis der Tank leer ist. Man kann nicht anders, als hier mitwackeln und ein breites Grinsen aufsetzen. Egal wie sinnentleert manches sein mag. Solange es Frohsinn verbreitet, wer wollte das bemängeln? Ich nicht.

Das wohl bekannteste spanischen Flamenco-Thema wird in Malaguena tranchiert und anschließend erfolgt wieder eine, ähnlich bekannte, mexikanische Weise. Wer einen Anspieltipp braucht, der wähle den Titelsong, der einem gleich nahezu das komplette, scheppernde Punk-Tex-Rock-Polka-Ska-Gemisch auf Ex in den Hals kippt.
Da bleibt einem am Schluss nur noch zu sagen: I Miss My Mammas Cooking.
Mit Käse und Eiern, bitte.
Mahlzeit.

Epi Schmidt, 14.01.2011

 

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