Powerthud

Wide

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.05.2004
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Powerthud
Wide, Xenophile Records, 2002
Jerry Raney Vocals, Guitar
Joey Harris Vocals, Guitar
Jeff Kmack Bass, Vocals
Joel Kmack Drums
Mighty Joe Longa Keyboards
Produziert von: Brad Teaby Länge: 44 Min 31 Sek Medium: CD
1. Wrong Thing7. Wintertime
2. Someone To Make Me8. Never Enough Time
3. Rockin' All Over9. Say A Prayer
4. Head On A Stick10. Hammer And Anvil
5. Knights In A Dream11. Flying
6. Saturday Morning

So, da war ich mal wieder in den Weiten des Netzes für Euch unterwegs und hab was aufgespürt. Irgendwo mussten sie ja auch sein, die verbliebenen Mitglieder der legendären BEAT FARMERS. Die beiden Gitarristen/Sänger jener Band agierten, zumindest im Jahr 2002, als POWERTHUD (inzwischen als THE JOEY SHOW, oder vielleicht schon wieder unter anderem Namen...) und haben damals auch diese CD rausgebracht.

"Dedicated to the memory of Country Dick Montana" steht im "Booklet" (ist eigentlich nur ein Einlegeblatt) und wie zu erwarten, entfernen sich die beiden nicht all zu weit von ihren Wurzeln und dem was sie mit ihrem großartigen Schlagzeuger/Sänger damals kreierten.
Mit wuchtigen Akkorden von beiden Gitarren und der Orgel kommt Wrong Thing, leicht schleppend aber mit gehörigem Druck, reingepoltert. Die Stimme von Jerry Raney erkennen Fans sofort und sie scheint sich auch nicht abgenutzt zu haben. BEAT FARMERS plus Orgel könnte man sagen und jene spielt auch das Schluss-Solo.
Auch Joey Harris' Gesang ist sofort identifiziert, auch wenn der vielleicht nicht mehr ganz die Höhen hat wie früher, was sich aber live relativieren dürfte. In Someone To Make Me Cry kann man auch seinen typischen countryinspirierten Gitarrenstil hören. Seine Hochgeschwindigkeits-Licks kommen bei diesem Midtempo natürlich noch nicht ganz so wild.

Der Bass in der Einleitung zu Rockin' All Over erinnert etwas an Big Ugly Wheels der Beat Farmers und auch der Rest des Songs, mit seinem wilden Beat und den Rock'n'Roll Licks würde Country Dick wohl sehr gefallen haben. Lediglich der Text ist nicht sonderlich einfallsreich...
Was singt Joey Harris im nächsten Song? Ach so, Head On A Stick (ich hab da irgendwas von "hand on his dick" verstanden.). Wie auch immer, ein eingängiger Refrain und eine typische, eher melodiöse, Joey Harris-Midtempo-Nummer mit einigen herben Riffs unterlegt.
Da setzt er mit der nächsten Nummer noch einen drauf und gibt sich als Crooner, der in Knights In A Dream balladesk locker-entspannt durch die Nacht schlendert. So 'ne Art Walking In The Rain für schönes Wetter und mit Gitarrensoli.
Saturday Morning ist auch eher im Midtempo-Bereich angesiedelt und hat unüberhörbare Anleihen bei den KINKS gemacht. Jerry Raney klingt hier dem Ray Davies recht ähnlich, nur der Groove kommt hier etwas "schwerer" und die Gitarristen langen hin und wieder etwas derber zu.

Unter dem Titel Wintertime hätte ich nicht den besten Titel dieser Scheibe erwartet, aber: Die Drums holpern und geben das Tempo vor, "one, two, three, four" wird vorgezählt und die Gitarrenakkorde fegen los, während die Hammond den Teppich zum Abheben knüpft. Mit gehörigen Drive, wie in besten Beat Farmers-Zeiten, gehen die Jungs zur Sache. Joey Harris mit dieser sich fast überschlagenden Stimme, der gemeinsame Gesang im Refrain, die Soli... Das einzige was fehlt ist die scharfe Slide-Gitarre von Mr. Harris - die mir auch beim Rest des Albums etwas abgeht.
Ruhiger, aber keineswegs schlechter, wird's bei Never Enough Time, das perfekt zu Tom Petty passen würde. Dieser leicht schläfrig klingende Rhythmus und Gesang, der einen hypnotisch an- und mitzieht, ja, das kommt einem sehr vertraut vor.
Mit Say A Prayer sind wir wieder im Country beeinflussten Rock der Beat Farmers zuhause. Erinnert mich etwas an God Is Here Tonight von deren 87er "The Pursuit Of Happiness"-Scheibe, allerdings ein ganzes Stück langsamer und moderater gespielt. Dafür gibt's ein schönes Orgel-Solo von Mighty Joe Longa.
Hammer And Anvil geht dann noch ruhiger zur Sache und schon sind die Tom Petty-Verweise wieder da. Irgendwie ist es mir zu lahm und trotzdem kann ich mich nicht von der "Magie" lösen. Mit einem etwas schwungvolleren, heftigeren Mittelteil wird man belohnt und da taucht plötzlich auch die Slide-Gitarre von Herrn Harris auf - nicht lange, aber prima gespielt.
Das abschließende Flying mit seinem stampfenden Rhythmus, wechselnden Grooves und soundmäßig recht fetten Gitarren könnte auch auf einem der letzten Beat Farmers-Alben vertreten gewesen sein. Zum Ende "wühlen" die beiden Gitarristen noch ganz schön heftig, z.T. zweistimmig, in dieser über 6minütigen Nummer.

Kein durchgehend gutes Album, aber einige Songs sind wirklich klasse, alleine Wintertime muss man eigentlich haben, und allemal erfreulich von Joey und Jerry wieder mal was zu hören. Mit den letzten beiden Scheiben der BEAT FARMERS kann "Wide" locker mithalten.

Epi Schmidt, 27.05.2004

 

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