Pothead

Chaudiére

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.01.2007
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Pothead
Chaudiére, Janitor Records, 2006
Brad Guitar, Vox
Jeff Dope Bass
Sebastian Meyer Drums
Produziert von: Pothead Länge: 47 Min 49 Sek Medium: CD
1. SAZ8. Zoey
2. EZ19. Gears
3. Paper Tiger10. Judy True
4. The Owner11. Verly
5. Couch12. Forget
6. James13. Dead Letter
7. Sea Beggars14. Who We Are

"Wir sind nicht zu Wohlstand gekommen..., nicht reich geworden, aber dafür sind wir die 'Scherben' und das ist auch was wert", sagt Klaus "Funky" Götzner, seines Zeichens Schlagzeuger der Band TON STEINE SCHERBEN, retrospektiv in der TV-Dokumentation "Kraut & Rüben - Über die Anfänge deutscher Rockmusik".
Ähnliche Worte könnten POTHEAD eines Tages auch entfahren. Dabei ist das amerikanisch-deutsche Trio zweifellos kommerzieller als jene Deutschrock Urgesteine je waren, aber gemeinsam haben sie eine starke Abneigung gegen Bevormundung, besonders von Seiten der Musikindustrie, so dass sie in ihrer jeweiligen Art eine Sonderstellung einnehmen. Welche ihnen womöglich aber auch den Zugang zum ganz großen Erfolg versperrt.
Woanders als in Berlin könnten solche Bands logieren und da wurde auch "Chaudiére" aufgenommen, das zehnte Studioalbum von POTHEAD. Natürlich, wie seit Jahren, auf dem bandeigenen Label Janitor Records veröffentlicht und selbstproduziert.

Mit dem "instrumentalen" SAZ irritiert einen das erste Stück zunächst, denn solch moderate Töne von fast südlicher Leichtigkeit, ist man von den Mannen eigentlich nicht gewohnt und eine akustische Gitarre hab ich von Brad ebenso wenig in Erinnerung wie die angehauchte Mundharmonika.
Mit den ersten Akkorden von EZ1 weiß man aber sofort, wo man zuhause ist: Dieses typische Gitarrenbrett kann nur POTHEAD sein. In unnachahmlicher Manier ziehen einen die Drei in ihr Rhythmusgebilde hinein und lassen einen nicht mehr los. Fast automatisch beginnt man sich "einzugrooven".
Das lässt selbstverständlich bei Paper Tiger nicht nach, verstärkt sich eher noch in dem geradlinigen Beat, der durch die Slide-Guitar Einlagen einen leicht bluesigen, LED ZEPPELIN-artigen Charakter bekommt. Im Ausklang scheint man auf den schon fast legendären Indian Song zu verweisen.
Dass keine ausgewiesenen Soli in den Songs der Band auftauchen, wissen und lieben POTHEAD Kenner. Auch der Gesang ist so eingebettet, dass er sich nicht aufdrängt aber - zur Not sind die Texte abgedruckt (übrigens auch das Kochrezept für einen 'New England Fish Chowder') - damit darf man sich ruhig mal beschäftigen. Von in diesem Business häufigen Plattitüden keine Spur.
Couch überrascht erneut mit akustischen Gitarren und Harmonika und auch wenn der bandeigene Stil vorhanden ist, sind die Folk-Anteile in diesem Sing-along sehr hoch. Endlich ein POTHEAD-Song, den man auch mit Akustikgitarre am Lagerfeuer spielen kann!
Und schon strafen sie mich Lügen, denn in James versteigt sich Brad, neben einem fistelstimmigen 70's Gesang, zu ein paar gitarrensolistischen Ausflügen, welche er in dem flotten Sea Beggars gleich ausweitet. Das schiebt auch richtig gut, wobei mir der Sound nicht ganz so aggressiv vorkommt wie auf "Tuv Luv". Etwas, na ja, subtiler geht man dieses Album an. Wo natürlich Nummern wie das fast zärtliche Zoey besonders auffallen. Wer nur die Abgehstücke der Band gewohnt ist und liebt, der muss sich an ein paar neue Facetten POTHEADs gewöhnen. "This is an older band, this is an older man" singt Brad in Gears, aber keine Sorge, ihre alten Qualitäten haben die Jungs nicht eingebüßt.
Judy Tree rockt mit ohrwurmmäßigen Charme und Verly bringt wieder den typischen schweren Groove, der so charakteristisch für diese Band ist. Dann kommt mit Forget wieder eine eher gezügelte Nummer, die sogar etwas an THE POLICE erinnert.
Dead Letter verzichtet großteils auf Heavy-Gitarren und dürfte mit seiner hypnotischen Art trotzdem ein mitreißendes Livestück werden. Mit dem relativ ruhigen Who We Are endet "Chaudiére" und damit ein Album, das das musikalische Spektrum von POTHEAD durchaus erweitert und bereichert und auch alte Fans zufriedenstellen wird.

Für den großen Charterfolg sind POTHEAD nicht geschaffen. Dazu ist ihre Musik nicht mainstreamig genug. Und dennoch: Für ausverkaufte Konzerte - in einem gewissen Rahmen - und eine stetig steigende Anhängerzahl reicht es allemal. Und das ist ja auch was wert.

Epi Schmidt, 14.01.2007

 

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