Philm

Fire From The Evening Sun

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.09.2014
Jahr: 2014
Stil: Experimental Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Philm
Fire From The Evening Sun, UDR Music, 2014
Garry NestlerGesang & Gitarre
Pancho TomaselliBass
Dave LombardoSchlagzeug
Produziert von: Philm Länge: 51 Min 58 Sek Medium: CD
01. Train07. Omniscience
02. Fire From The Evening Sun08. Fanboy
03. Lady Of The Lake09. Luxhaven
04. Lion's Pit10. Blue Dragon
05. Silver Queen11. Turn In The Sky
06. We Sail At Dawn12. Corner Girl

PHILM – das ist in den Augen vieler Metal-Fans – vor allen Dingen die Spielwiese von Ex-SLAYER-Drummer Dave Lombardo. Aber alleine kann der Mann eben auch keine Musik machen – und so hat er in Garry Nestler (Gesang & Gitarre) sowie Pancho Tomaselli (Bass) die passenden Mitstreiter mit der richtigen musikalischen Vision gefunden. Das bedeutet in Fall PHILM: keine Scheuklappen und Spaß an Experimenten; auch auf dem zweiten Album der Band, “Fire From the Evening Sun“.

Denn die Musik der Band ist ein wildes Sammelsurium an verschiedenen Stilen und Einflüssen – und das quasi in jedem einzelnen Song. Schon der Opener Train beinhaltet mehr musikalische Ideen als das komplette letzte SLAYER-Album. Von Metal über Alternative Rock bis hin zu leichten Punk-Einflüssen ist alles dabei bei diesem Track, der wirklich wie ein nicht zu stoppender Zug über den Hörer hinwegrollt. In eine ähnlich brachiale Kerbe schlagen PHILM beim anschließenden Titeltrack.

Spätestens jetzt merkt man schnell, warum die Band für Lombardo eine echte Herzensangelegenheit ist. Hier kann er sich variantenreich ausleben und Seiten seines Spiels zeigen, die er bisher lediglich bei der experimentellen Metal-Supergroup (lange bevor dieser Begriff überhaupt geläufig war) FANTOMAS (mit Mike Patton von FAITH NO MORE und Buzz Osborne von den MELVINS) in ähnlicher Weise einbringen konnte. Mit Lady Of The Lake haben sich PHILM nicht an ein Cover des RAINBOW-Klassikers gewagt, sondern ihr ganz eigenes musikalisches Universum kreiert, das sich fiebrig immer weiter ausdehnt und manchmal nur von dem ewig treibenden Rhythmus von Lombardo und Tomaselli zusammengehalten wird.

Überraschend ruhig fällt hingegen der Einstieg in den Lion’s Pit aus, mit mehr als sechseinhalb Minuten auch das längste Stück des Albums und einer meiner Favoriten. Der Song mäandert zwischen den ruhigen Passagen und kurzen Eruptionen hin und her, saugt den Hörer in sich hinein und stürzt ihn in ein wahres Wechselbad der Emotionen. Eine wahre Tour de Force, aber ein Höhepunkt in der bisherigen Bandgeschichte, denn das erste Album wirkte im Vergleich zu einem solchen Monolithen eher unstrukturiert und improvisiert.

Das Beeindruckende an “Fire From the Evening Sun“ Wandlungsfähigkeit des Trios und die Intensität, mit der Nestler, Tomaselli und Lombardo ihre zwölf Stücke auf diesem Album vortragen. Bei einem Song wie Silver Queen fühlt man sich glatt an den Beginn der 90er Jahre zurücktransportiert, denn das Stück hätte auch von einer Grunge-Band wie etwa MUDHONEY stammen können und wäre damals wohl so eine Art Hymne der Szene geworden.

“Fire From the Evening Sun“ zeigt PHILM im Vergleich zu ihrem Debüt vor zwei Jahren deutlich gereift und vielleicht auch enger zusammengewachsen. Leichte Kost werden die drei Musiker dem Hörer aber nicht vor, sondern eher ein komplexes Kunstwerk, das aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden muss, bevor diese jeweils einzelnen Blickwinkel dann zu einem Ganzen zusammengefügt werden können und man die Leistung wirklich zu schätzen weiß.

Marc Langels, 10.09.2014

 

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