Philip Sayce

Steamroller

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Philip Sayce
Steamroller, Provogue, 2012
Philip SayceVocals, Guitars, Bass
Joel GottschalkBass
Chris PowellDrums
Fred MandelPiano
Dave CobbBass, Percussion
Arlen SchierbaumOrgan, Mellotron, Keyboards
Bobby EmmettOrgan
Produziert von: Dave Cobb Länge: 35 Min 28 Sek Medium: CD
01. Steamroller06. Beautiful
02. Stung By A Woman07. Holding On
03. Marigold08. A Mystic
04. Black Train09. The Bull
05. Rhythm And Truth10. Aberystwyth

Der Junge steht anscheinend mächtig unter Dampf, denn kaum ein ¾ Jahr nach seinem letzten Album, "Ruby Electric", legt er mit "Steamroller" das nächste Werk nach. Schön, mit knapp über 35 Minuten ist es nicht allzu opulent, aber mir sind solche "LP-Längen" allemal lieber als sinnlos in die Länge gezogene Scheiben.
Jedenfalls schlägt sich dieser Dampf bereits in der eröffnenden Titelnummer deutlich nieder. Heftiger und deftiger Blues Rock, wie ihn der Kenner schätzt. Dass er auch ein sehr guter Sänger mit rauer Röhre ist, weiß man längst und über die Guitar-Slinger Qualitäten braucht man bei Sayce auch komm noch zu schwärmen. Entsprechend hat er irgendwelche Geschwindigkeitsräusche gar nicht, sondern konzentriert sich angenehm aufs Wesentliche. Er erinnert in diesem Titel damit nicht wenig an Neil Young, nur dass der nicht so singen kann. Muss er ja auch nicht.
Zeppelin-mäßig legen die Drums im folgenden Titel los, aber beim Gesang bekommt man zunächst einen Schreck: Sayce begibt sich da in fistelnde Höhen, die sonst einem Prince, oder höchstens noch Mick Jagger zugeordnet werden. Macht Stung By A Woman für mich etwas "unrund", denn ansonsten groovt und funkt das Ding nicht übel.
Von dem anfänglichen Dampf verdampft dann in der Akustikballade Marigold noch einiges. Schade, ich war grad so in Stimmung. Für sich genommen ist das nämlich eine schöne, irisch angehauchte Ballade und Sayce zeigt, dass er auch in solchen Stücken stimmlich zu überzeugen weiß.

Bei Black Train sind wir dann wieder deutlich mehr im Stil vom Vorgängeralbum und damit tief im heftig pulsierenden Blues Rock. Hart gespielt und mit einem ordentlichen Schuss Aggressivität. Und beim Solo dreht Philip Sayce so richtig auf (oder ab?). Geile Nummer!
Laut Cover und Booklet kommt erst Rhythm And Truth und dann Black Train, aber, glaubt mir, es ist andersrum. Denn jetzt kommt Rhyhtm And Truth und das wechselt auch recht effektiv von einem LED ZEPPELIN-Groove zu einem eher wilden Psychedelic-Hendrix-Stil. So richtig was zum Abheben. Es ändert sich nicht viel, außer dass Beautiful sich einem mehr Stoner Rock mäßigem Stil widmet. Langsam, schleppend, aber mit voller Wucht und auch Sayce' Gesang kommt mit einer Tiefe und Härte, wie man sie sonst bei Funk Metal Bands gewohnt ist. Echt derb.
Das erfordert fast schon eine "Abkühlung" und bei Holding On zeigt Philip Sayce erneut, wie schier problemlos er einen Ohrwurm aus dem Ärmel schütteln kann. Nicht soft und seicht genug, um ein Radiohit zu werden, aber ein herrlicher Midtempo-Rock, von toller Stimme vorgetragen und erst beim Solo kann er es sich nicht verkneifen, da doch ein paar Schippen Dreck und Lautstärke reinzuhauen.

Der funkige R&B von A Mystic regt unwillkürlich zum Tanzen und so langsam gewöhn ich mich an diesen "Prince-Gesang". Passt ja auch bestens dazu, aber das Album wird dadurch natürlich etwas "sperrig". Da muss man unter Umständen auswählen oder einfach mal Fünfe gerade sein lassen und sich von diesem Ausnahmetalent mitreißen lassen. Ich hoffe Sayce bald mal live zu sehen, denn alles an ihm und seiner Musik klingt irgendwie verdammt gut und macht Lust auf einen Konzertbesuch.
Ob er dann als letzte Nummer auch so eine ruhige Instrumentalnummer spielt wie Aberyswsyth? Mich würde es kaum stören, denn auch dieser Titel ist toll aufgebaut und steigert sich in immer schnellere und wildere Spirale.
Also, wie gesagt, zum easy-einfach-durchlaufen-lassen ist "Steamroller" nicht geeignet, aber wer ein paar Mal und genau hinhört, der dürfte hier ziemlich angetan sein. Nicht nur als Blues Rock Fanatiker.

Epi Schmidt, 04.03.2012

 

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