Philip Sayce

Ruby Electric

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.08.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues Rock

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Philip Sayce Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Philip Sayce
Ruby Electric, Provogue Records, 2011
Philip SayceVocals, Guitar, Bass
Joel GottschalkBass, Vocals
Fritz LewakDrums, Vocals
Melissa EtheridgeVocals on Let The Love In
Kenny AronoffDrums
Fred MandelOrgan, Piano
Dave CobbBass
James SayceVocals, Guitar on Daydream Tonight
Roger BuenoBass
Joey K.Drums
Produziert von: Dave Cobb Länge: 56 Min 28 Sek Medium: CD
Volume One:Volume Two:
01. Let The Love In07. Helios
02. Set Us Free08. One Foot In The Grave
03. Daydream Tonight - Live At Lion's Share09. Powerful Thing
04. King Of New Mexico10. Slip Away
05. Were You There11. Alchemy
06. Ruby Electric12. Take You Away
13. Angels Live Inside
14. Cinnamon Girl/I Want You (She's So Heavy)

Manchmal scheint es mir schon fast wie ein Wettstreit, im Blues-Rock-Zirkus, welcher Künstler aus der jungen Garde als Nächster mit seinem tollen Album herauskommt. Philip Sayce hat jedenfalls nicht viel Zeit verloren, um nach "Innerevolution" mit seinem nächsten Werk präsent zu sein. Dabei sind die natürlich (fast) Alle nicht mehr so jung, wie es den Anschein hat, aber für eine langfristige Angelegenheit wie den Blues, sind es immer noch Frischlinge. Die Biografie von Philp Sayce haben wir in den vorherigen Reviews schon gestreift und so können wir uns eigentlich direkt seiner neuen Scheibe widmen.
Die ja nur zum Teil neu ist, denn sie folgt der guten alten Tradition, einer Studio- und einer Live-Seite. Was ja in Zeiten der CD nicht mehr möglich ist, aber immerhin unterteil Philip die beiden Parts in "Volume One" und "Volume Two".

Gleich beim Opener Let The Love In gastiert seine ehemalige Bandchefin Melissa Etheridge für ein tolles Duett. Da passt alles und geht es richtig wild zur Sache. Die beiden Stimmen spornen sich gegenseitig an und Sayce wütet auf der Gitarre, nur unterbrochen von ein paar Orgel-Breitseiten. Macht voll an und klingt fast schon live, obwohl wir ja erst einmal sechs neue Studiosongs kredenzt bekommen.
Der Sound ist auch richtig heftig und stellenweise fast schon brachial zu nennen. Die Gitarre kommt richtig fett, so wie man das teilweise von SRV gewohnt war und in dem toll schiebenden Set Us Free ist sogar die Stimme absolut komprimiert und übersteuert. Hat richtig Dampf und wird durch den ruhigeren Break noch effektiver.
Dann folgt schon ein erster Vorgeschmack auf die Live-Seite. Die - nach meiner Meinung - ultimative Hitsingle Daydream Tonight gibt’s hier in einer "Live at Lion's Share" Fassung. Das sind die Streicher weg und die Gitarre präsenter und erneut schwöre ich euch: OASIS und solche Konsorten würden für so einen Song töten.
Mitverantwortlich für diesen hammermäßigen Sound ist natürlich das Schlagzeug-Monster Kenny Aronoff, der noch jedem Künstler Feuer unter dem Arsch gemacht hat. Seine Powerhouse-Drumming wird in King Of New Mexico mit am eindrucksvollsten präsentiert. Da wird der Rest schon fast zur Nebensache, bis Sayce im Solo das Ruder wieder an sich reißt.
Als müsste er demonstrieren, dass es auch ruhiger geht, folgt die raue Ballade Were You There . Die schwingt sich zu einer Hymne von beatle-esken Dimensionen auf und natürlich kracht es auch da gegen Ende ordentlich. Und beim Titelsong sieht es auch nicht viel anders aus. Da geben sich die funky Gitarristen von Hendrix bis Kravetz die Äxte in die Hand. Das könnte durchaus auch bei Anhängern der deutlich härteren Schiene Gefallen finden.

Wenn es im Studio schon so abgeht, wie soll das live erst werden? Auf seiner Tour durch Frankreich, Deutschland und die Niederlande hat Sayce im letzten Jahr mitgeschnitten und das sich zusammenbrauende Gewitter vor Track 7 kündigt schon einiges an. Ja, das erinnert schon deutlich an den "Verkehr", der sich auf den Hendrix'schen Gitarrensaiten so abgespielt hat, wenn Sayce in Helios bluesig-funkig losfetzt. Die Power, die hier rüberkommt ist schon von allererster Güte, auch wenn mir das live dann manchmal zu sehr ausufert. Naja, das ist halt so und eigentlich sollte man sich das auch im Komzert ansehen, denn dann wird man unzweifelhaft mitgerissen von der Energie und den Songs dieser heißen Band.
Da gehört natürlich auch ein tonnenschwerer Blues dazu, der sich Slip Away nennt und auf dem Debütalbum zu finden ist. Dort war auch Neil Youngs Cinnamon Girl untergebracht, aber in dieser Live-Fassung hier, bekommt das nochmal eine ganze Ecke mehr Dreck, Power und Drive aufgeladen. Das steht der Fassung von CRAZY HORSE nur unwesentlich nach und wenn es dann noch einen nahtlosen Übergang in I Want You (She's So Heavy) von den BEATLES (Lennons Homage an seine Frau Yoko Ono) gibt, ist der Blues-Rock Himmel eigentlich erreicht. "Eigentlich" deshalb, weil man den letzten Schritt eben doch durch die Eingangstür eines Clubs oder einer Halle machen muss. Dann bläst einen dieser Sound sicherlich straight durch die Himmelstür. Oder in die Hölle. Das wird sich dann noch herausstellen. Der Versuch ist es zweifellos wert.

Epi Schmidt, 31.07.2011

 

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