Omigosh

Rainbows On My Blue Suede Shoes

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.06.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rainbows On My Blue Suede Shoes, in-akustik, 2008
James BeckGuitar, Vocals
Martin AceBass, Vocals
Josh AceDrums, Vocals
Produziert von: Omigosh & Gunther Lorz Länge: 65 Min 22 Sek Medium: CD
01. Romain09. Jesus Gonna Make Up My Dying Bed
02. When Will I Be Loved10. Rainbows On My Blue Suede Shoes
03. Mystery Train11. Baby It's You
04. That'll Be The Day12. Tweeter And The Monkey Man
05. Mystical Tree13. Wolly Bully
06. Even Visionaries Go Blind14. Foxy Lady
07. Manillo15. All Along The Watchtower
08. The Price16. I Saw Her Standing There

Liest 'Man' (ja, wartet nur, es kommt schon noch) sich den Text im Booklet durch, wird man wohl ein klein wenig schlauer, in Bezug auf OMIGOSH, aber wer die Musiker nicht kennt, denkt trotzdem: "Who are those guys?" (Frei nach Paul Newman/Butch Cassidy in "Zwei Banditen")
Des Rätsels Lösung: Die britische Band MAN waren für das 2007er Burg Herzberg Festival gebucht, aber - wie die Briten so sind und ihr Wetter obendrein - George Jones (Gitarre, Gesang) und Bob Richards (Schlagzeug) blieben am Londoner Heathrow Flughafen stecken, weil kein Flugzeug starten konnte. Diejenigen, die sich mit dem Auto oder anderweitig auf den Weg gemacht hatten, trafen beim Festival ein. Aber was nun? Kurzerhand übernahm Josh Ace die Drums, Martin Ace natürlich den Bass und Gitarre und Gesang übernahm James Beck, der eigentlich in Josh's "Nebenband" RINGOLEVIO Bass spielt. Diese Drei wiederum, betreiben als weiteres Projekt ein Rock'n'Roll Band, die sich OMIGOSH nennt.
Somit sprangen sie also als OMIGOSH in die Bresche und anscheinend kam der Auftritt bestens an. Jedenfalls liegt er jetzt auch als CD vor.
Eigentlich kann und soll man da nicht allzu viel erwarten, wenn so ein ungeprobter Auftritt schnell organisiert wird, aber die Typen stehen ja nicht erst seit gestern auf der Bühne und haben da doch überwiegend überzeugt.

Stellenweise klingt es natürlich etwas hölzern und dünn, aber wenn man sich erst mal an diesen 70er DR. FEELGOOD Sound gewöhnt hat, kommt das gar nicht schlecht. Direkt schön, wenn mal etwas nicht so überfrachtet ist.
Natürlich gibt's auch aus dem MAN Fundus einige Songs und Romain, vom Album "Man" (1979) eröffnet den Reigen auch recht prächtig.
Die Ankündigung einen Song der EVERLY BROTHERS zu spielen, fass ich zunächst als Scherz auf, aber When Will I Be Loved kommt tatsächlich. Gut, da hat man's nicht so leicht, den weder die Stimmen der Everlys noch Mrs. Ronstadts Drive können hier aufgetischt werden. Bei Mystery Train sieht's da schon besser aus und man ist wieder voll beim R&B und Pub-Rock der 70er. Als einziger Gitarrist macht James Beck einen tollen Job, ohne mit Lautstärke oder Effekten die Songs zuzuschütten. Er erinnert da mehr an Leute wie Wilko Johnson.
Von Beginn waren MAN ja große BEATLES Fans und stark in jener Zeit verhaftet. Dazu passt Buddy Hollys That'll Be The Day natürlich bestens und dürfte für weitere strahlende Gesichter vor der Bühne gesorgt haben.
Die MAN-Fans sollten aber auch zu ihrem Recht kommen und so folgten dann erst mal eine Reihe von 'Originals', mit denen sich der Unkundige naturgemäß etwas schwerer tut. Trotzdem, so atmosphärische Songs wie Manillo (Album "Undrugged") funktionieren auch in einer 'stripped' Version und The Price rockt fein und ohrwurmmäßig.

Trotzdem dürften die Coverversionen die größere Masse begeistert haben. Den Blues-Klassiker Jesus Gonna Make Up My Dying Bed (auch gern mal In My Time Of Dying betitelt) kennen wir u.a. von LED ZEPPELIN und der kommt mir stellenweise auch etwas lahm vor. Der 'Blues' ist halt nicht unbedingt die Materie der Band. Da kommen eigene R&B-durchzogene Songs wie Rainbows On My Blue Suede Shoes doch zockiger. Ja, und dann können sie nicht anders und landen bei besagten BEATLES. Zunächst kommt einem Baby It's You etwas zu poppig vor, aber genauso gehört der Song und kaum anders hat er bei den Liverpoolern geklungen. Richtig schön!
Und dann gibt's einen Titel der BEATLES der späten 80er, den TRAVELLING WILLBURYS: Tweeter And The Monkey Man. Auch das spärlich aber gut inszeniert.
Zu Wooly Bully gehört eigentlich die passende Orgel, aber bereits NINE BELOW ZERO haben - auf ihrem "Live At The Marquee" Album - gezeigt, dass es auch ohne geht. Die hatten allerdings etwas mehr Drive.
Mit Jimi Hendrix wird man mich zeitlebens nicht erfreuen können und an Foxy Lady kann ich einfach nichts finden. Trotzdem hört sich das für mich besser an, wenn jemand, wie hier, etwas mehr 'Balls' und weniger 'Gedudel' reinlegt. Gleiches gilt für All Along The Watchtower.
Da macht doch zum Schluss so ein Rock'n'Roll Titel wie I Saw Her Standing There doch gleich ganz anders und viel mehr Laune. Sogar den wirklich nicht einfachen Gesang kriegen sie ganz passabel hin.
Großartige neue Erkenntnise wird keiner hier heraus gewinnen wollen, aber wer MAN mal in einem anderen Rahmen hören will, eine nahezu schnurgerade Rock/Pop/R&B-Scheibe sich gern zu Gemüte führt oder es einfach puristisch mag, der sollte doch hier mal reinhören.

Epi Schmidt, 06.06.2008

 

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