Ol' Yeller

Sounder

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.01.2005
Jahr: 2004

Links:

Ol' Yeller Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ol' Yeller
Sounder, Blue Rose Records, 2004
Rich Mattson Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Andy Schultz Electric Guitar, Vocals
Greg McAloon Bass
Keely Lane Drums
Dale Kallman Bass & Vocals
Produziert von: Rich Mattson Länge: 49 Min 29 Sek Medium: CD
1. Driving In Circles8. Drawing Blankets
2. Ignoring The Muse9. Chicken Farmer
3. Nightstand10. Solitaire
4. Bait & Switch11. Ghost
5. Blue Marvel12. Reward
6. Afterbar13. Says The Man
7. 13th Grade14. Princess In The Farmer's Clothes

Tja, bei dem Namen OL' YELLER könnte man viel zu leicht auf die Idee kommen, hier hätte man es mit einem Country-Act zu tun. Ganz verkehrt läge man damit nicht, aber da steckt noch einiges mehr dahinter (Das "Country"-Album der Band kann man übrigens immer noch komplett und völlig kostenlos von der deutschen Homepage von Blue Rose Records runterladen!).
Seit dem letzten Album, "Penance", wurde die Band um Gitarrist Andy Schultz erweitert, die Musikausrichtung ist mehr oder weniger die gleiche geblieben.

Driving In Circles hat den richtigen Titel, denn der Song rollt und rollt, wie ein endloser Highway. Hat was von Rich Hopkins und auch wieder etwas von 60's "Akkord-Dresch-Bands". Keinen Sinn für endlos lange Soli, aber sehr wohl für crunchige, raue Gitarrensounds, so ist das bei dieser Band.
So ist auch kein Song sonderlich lang, geht dafür aber immer ohne Umwege auf die Mittelspur. Ohne Raserei, immer schön in angenehmen Tempo, trotzdem druckvoll, wird hantiert. Allerdings nahezu immer unterschiedlich. Wo es bei Ignoring The Muse und Nightstand mehr an die 60er Beat und Garagenbands verweist, ergehen sich OL' YELLER in Bait & Switch mehr in einem Country-Rock, wie ihn auch die BOTTLE ROCKETS gern mal produzieren. Immer ein paar alternative Töne dabei, damit das ganze nicht zu gefällig wird.

Ich find's schon beeindruckend, daß diese ganzen Song von ein und dem selben Mann geschrieben wurden: Rich Mattson. Ich behaupte mal, hier reift einer der ganz großen Songwriter heran. Der schreibt auch mal einen Balladensong wie Blue Marvel, den Crooner wie Dean Martin gesungen haben könnten und durchsetzt diesen mit einem BEATLES mäßigen Chorus/Mittelteil. Faszinierend. Dann wird aber auch wieder heftiger hingelangt und Neil Young lehnt bei Songs wie Afterbar im Türrahmen.
Die Punkwurzeln von Rich? Scheppern bei dem RAMONES-haften (jüngere Menschen würden auf GREEN DAY verweisen) 13th Grade recht heftig. Ja, so klingt Musik für den Samstagabend. Rich Mattsons Stimme klingt dagegen sehr wandlungsfähig. Kam sie mir beim letzen Album noch etwas eintönig vor, klingt sie zumindest von Song zu Song unterschiedlich.
Gut, teilweise liegen auch ein paar Jahre dazwischen, denn ein paar "Altlasten" mußten auch noch aufgearbeitet werden. So stammt Ghost schon aus dem Jahr 2000 und an der Gitarre ist hier noch Graham Gregorich zu hören. Der Song klingt für mich nach Mischung zwischen frühen KINKS und BIG IN IOWA, mit geschmackvoll angezerrten Sounds und psychedelischem Intermezzo.

Auch wenn das manche verwirren mag: Irgendwo wird alles von der Stimme von Rich Mattson zusammen gehalten und all diese unterschiedlichen Einflüsse passen doch zusammen. Alternativ rockt es in Chicken Farmer, ein zünftiger Mitsing-Refrain schneit herein und vor ein paar schrägen Tönen schreckt man auch nicht zurück.
Den Award "Best Americana Group" bekamen OL' YELLER 2004 verliehen und wenn man Solitaire anhört, kann man verstehen warum. Als wenn Tom Petty und Paul Westerberg zusammen schrammelten - und zwar richtig gut.

Also am meisten Spaß machen mir immer die punkigen Ausflüge dieser Band. Reward drückt aufs Gaspedal und schlingert zwischen frühen WHO und THE CLASH. 2 ½ Minuten Adrenalin, die einem die "Uppers" ersetzen.
So, bei Says The Man sind wir wieder ganz tief drin im CRAZY HORSE-Reservat. Diesmal aber mit ein paar Rock'n'Roll-Boogie Ausritten. Primär bebt aber das Hurrican-Klanggebilde.
Ausklingen läßt man es da doch lieber mit dem eher freundlichen Princess In Farmer's Clothes. Das trabt mit schönem Country-Rock a la BYRDS daher. Die Harmonien vielleicht nicht ganz so süß, die Gitarren etwas rauer, etwas Folk und bestens geeignet ein unbeschwertes Gefühl zu erzeugen und Probleme und Sorgen (auch Pflichten) in den Mülleimer zu kippen.

Das vierte OL' YELLER Album klingt, möglicherweise wegen des neuen Gitarristen, soundmäßig etwas dichter und bietet ansonsten die bewährte Mischung aus Country, Rock, Folk und was man sonst noch zu "Americana" zählt.
Auch wenn die Fangemeinde für solche Musik hierzulande eher stagniert, sollte man diese Jungs im Auge behalten. Wenn die, und vor allem Sänger Rich Mattson, durchhalten, kommt da noch gehaltvolles auf uns zu.

Epi Schmidt, 10.01.2005

 

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