of Montreal

False Priest

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.09.2011
Jahr: 2010
Stil: Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


of Montreal
False Priest, Polyvinyl Records, 2010
Kevin BarnesVocals, Guitar, Bass, Piano, Drums, Synths, Programming
Jon BrionPiano, Synths, Guitar, Drums
Matt ChamberlainDrums, Percussion
Additional Contributions:
Janelle Monáe, Solange Knowles, Nate Gianarthur, Roman Gianarthur, Nina BarnesVocals
K IshabashiStrings
MochaViolin
Dan ChoCello
Produziert von: Kevin Barnes and Jon Brion Länge: 53 Min 49 Sek Medium: CD
01. I Feel Ya' Strutter08. Sex Karma
02. Our Riotous Defects09. Girl Named Hello
03. Coquet Coquette10. Famine Affair
04. Godly Intersex11. Casualty Of You
05. Enemy Gene12. Around The Way
06. Hydra Fancies13. You Do Mutilate?
07. Like A Tourist

Schaut man sich das Cover von OF MONTREALs "False Priest" an, wird man schon leicht verwirrt und eigentlich ist die CD-Cover Größe auch nicht das optimale Medium für so eine Collage. Vielleicht sollte man gleich zur LP-Version greifen, oder - noch besser - das als Wandgemälde in Betracht ziehen. Gehobene Augenbrauen der Gäste wären einem sicher.
Diese gehobenen Augenbrauen hatte ich aber auch beim ersten (und zweiten) Hören dieses Albums. Wo in mir das Cover noch Assoziationen zu irgendwelchen Metal-Bands erweckte, verzückte mich die Musik doch nahezu von Beginn an.
Trotzdem noch einmal kurz zu Cover und vor allem zu den Bildern im farbenreichen und schönen Booklet: Das erinnert mich stark an die Bilder und Cartoons von Monthy Python und gleichzeitig auch an die frühen Alben von den DRIVE-BY TRUCKERS. Womit wir zu 50% schon geografisch richtig liegen, denn OF MONTREAL stammen ebenso wie die TRUCKERS aus Athens, Georgia. Und anscheinend sind da alle Leute etwas "strange".
Nichtsdestotrotz hab ich beim ersten Hören auf Engländer getippt und zwar so Richtung der Typen von JACKDAW4, also mit großem Pop-Faktor.

Vom ersten Moment kommt es mir vor, als hätte ich das Radio angedreht. Urplötzlich purzeln wunderschönste Pop-Medodien aus den Speakern. Und Anteile von nahezu allen Pop-Größen scheinen sich zu einem - leicht überdrehten - Potpourri zu vereinen. Schon I Feel Ya' Strutter setzt sich umgehend im Ohr fest. Ein bisschen Gefallen muss man an frühe Werke von THE CURE oder den BOOMTOWN RATS schon finden, aber dann hat man hier umgehend gute Laune. Zwischendurch sind auch mal vielschichtige Chöre im Stile von QUEEN angesagt. Insgesamt ist der 70er Jahre Flair also tonangebend, was sich auch in den Instrumenten niederschlägt. Das ist häufig das Piano das führende Instrument, hinter dem sich die Stimmen auftürmen. Mal crazy, oft überdreht, doch immer in einer fröhlichen Stimmung. Hier und da schrammelt auch mal eine angezerrte E-Gitarre quer durchs Bild - wie in Coquet Coquette - und es wird etwas "melancholischer", wobei der Schwung jederzeit erhalten bleibt.
Über die Texte sollte man sich nicht so viel Gedanken machen, die sind wohl meist skurril und womöglich auch blasphemisch, aber wer wollte bei dieser "Verpackung" da Anstoß nehmen?

Langeweile kommt hier jedenfalls nie auf, denn es passiert eigentlich ständig etwas und meist ist man nicht darauf vorbereitet. Immer wieder schweben mir Namen wie David Bowie oder Steve Harley durch den Kopf, wenn ich diesen Songs lausche. Dass heute noch jemand solche Musik macht, ist mir nahezu schleierhaft. Noch ein Beispiel? ELO, Mitte der 70er, klangen öfter mal ähnlich. Also ein leichter Prog-Anteil ist somit auch meist dabei, aber auch solche Pop-Perlen wie Enemy Gene.
Einzelne Songs mag ich ja kaum herausgreifen, weil einfach jeder Song ein kleines Meisterwerk für sich ist. Könnte nicht Hydra Fancies ein Hit der 70er gewesen sein?
Mal funky, mal poppig, mal soft mal etwas forscher und immer so, als könnte man das in ähnlicher Form schon einmal gehört haben. Also, wenn euer Autoradio keinen Sender reinkriegt, probiert es einfach mal mit dieser CD und erfreut euch eine gute Stunde an einer Mischung aus den süßlichsten und verführerischsten Pop-Klängen. Und anschließend kann man das wieder von Vorne tun, denn auf einen Rutsch kann man das sowieso nicht alles verdauen. Für Alle, die mal etwas Außergewöhnliches hören wollen.

Epi Schmidt, 24.09.2011

 

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