Niacin

Organik

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.02.2006
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Niacin
Organik, Magna Carta/Mascot Provogue Records, 2005
John Novello Hammond B 3, Piano & Rhodes
Billy Sheehan Bass
Dennis Chambers Drums
Produziert von: Niacin Länge: 61 Min 45 Sek Medium: CD
1. Barbarian @ The Gates8. 4's 3
2. Nemesis9. Stumble On The Truth
3. Blisterine10. Club Soda
4. King Kong11. No Shame
5. Super Grande12. Clean House
6. Magnetic Mood13. Footprints In The Sand
7. Hair Of The Dog

Drei Ausnahmekönner zelebrieren einen wunderbar auf der Hammond B3 aufbauenden Sound im Grenzbereich zwischen Jazz, Rock und Funk. Das ist NIACIN at its best. Der gefragte Studiobassist Billy Sheehan mit der eigentlich gar nicht so einschlägigen musikalischen Vergangenheit (MR. BIG, TALAS, David Lee Roth) und das Kraftwerk am Schlagzeug, Dennis Chambers (John Scofield, Chick Corea, STEELY DAN, James Brown) sind natürlich mehr als reine Sideman für John Novello. Dennoch ist es in erster Linie die Scheibe dieses fantastischen Hammond-Virtuosen, der auch schon mit Mark Isham, Chick Corea oder Andy Summers aufgenommen hat und in der Tradition von Jimmy Smith, Joey DeFrancesco oder Jimmy McGriff, aber auch Keith Emerson oder BLIND FAITH sich als Bewahrer der legendären B3 und ihres unnachahmlichen warmen, flüssigen Klanges erweist.

Dabei werden von allen dreien keinerlei Geschwindigkeitsbeschränkungen eingehalten, es wird gefrickelt, dass die Schwarte kracht, ganz im Sinne der großen Zeit im Jazzrock in den Siebziger Jahren, als WEATHER REPORT, das MAHAVISNU ORCHESTRA oder RETURN TO FOREVER den Preis für die meisten Noten pro Minute untereinander ausfochten.
Insbesondere Anfänger im Bereich Schlagzeug, Bass und vor allem Keyboards seien vor nachhaltigen Frusterlebnissen beim Anhören dieser Scheibe gewarnt: hier wird auch technisch geklotzt und nicht gekleckert. Nicht umsonst ist das einzige Cover auf dieser Veröffentlichung im Ursprung auch von einem weiteren ganz Großen aus dem Grenzbereich zwischen Jazz und Rock: Frank Zappas King Kong kommt hier zu neuen Ehren.

Sicherlich ist "Organik" kein Musterbeispiel für Songwriting und keine Fundgrube für melodische Großtaten, das war aber auch nie beabsichtigt. Vielmehr setzt man hier einer Musikrichtung, dem Jazzrock, und einem dafür stilbildenden Instrument, der Hammond B3, ein musikalisches Denkmal und lotet dabei die Grenzen des Machbaren aus. Und bei einem herrlich krachigen Funk wie Clean House wird es wirklich niemandem gelingen, still sitzen zu bleiben.

Ralf Stierlen, 22.02.2006

 

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