Nena

Best Of Nena

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.01.2011
Jahr: 2010
Stil: Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Nena
Best Of Nena, Warner Music, 2010
NenaGesang
div. Musiker
Produziert von: Uwe Fahrenkrog-Petersen, Andreas Herbig, Oliver Pinelli,, Derek von Krogh, Philipp Palm, Manne Praeker,Reinhold Heil, WestBam, Klaus Jankuhn, Florian Sitzmann Länge: 79 Min 32 Sek Medium: CD
01. Liebe ist11. Rette mich
02. Leuchtturm (New Version)12. Old School Baby (WestBam & Nena)
03. Anyplace, Anywhere, Anytime (Nena & Kim Wilde)13. Lass mich
04. Haus der drei Sonnen (Nena & Heppner)14. Jetzt bist du weg (feat. Udo Lindenberg / Live Version)
05. Wir sind wahr15. Mach die Augen auf
06. Mein Weg ist mein Weg16. Silbermond
07. ? (Fragezeichen)17. Willst Du mit mir gehn
08. 99 Luftballons (2009)18. Wunder geschehn (Live-Version)
09. Es interessiert mich nicht19. In meinem Leben
10. Nur geträumt

Oh ja, o.k., es ist wieder einmal an der Zeit, ein weiteres Outing meinerseits steht an…
Und das gleich zum Jahresbeginn. Das kann ja heiter werden! Aber es nützt ja nichts, schließlich kommt das Mädel in Kürze auf Tour und aktuell hat sie eine weitere "Best Of" am Start.
Die Rede ist natürlich von Nena. Na, eigentlich NENA, denn eine Zeitlang stand der Name ja auch für eine Band. Aber die Sängerin war das Aushängeschild und hat sicher einen Teil meiner adoleszenten Träume bestimmt. So genau weiß ich das nicht mehr, aber mir hat sie wahnsinnig gefallen. Die braunen Haare waren ja bald schwarz gefärbt und im Allgemeinen prangte die rausgestreckte STONES-Zunge von ihren T-Shirts. Ja, ich hatte sogar mal so eine Art "Fan-Buch" in LP-Cover-Größe und ich weiß noch wie die Antwort, auf die Frage "Mit wem würdet ihr gerne mal spielen?" hieß: "Erstens mit den ROLLING STONES, zweitens mit den ROLLING STONES und drittens mit den ROLLING STONES!". Damit waren dann bei mir endgültig alle Steine im Brett. Kann allerdings auch sein, dass die Antwort vom Gitarristen Carlo Karges oder dem Drummer stammte. So genau wollen wir es mal nicht nehmen. Jedenfalls hat mir auch von jeher Nenas Stimme und die Art zu singen gefallen. Und tatsächlich hab ich sie auch einmal auf einem Open Air in Würzburg live gesehen.
Über die Jahre hab ich sie dann etwas aus den Augen verloren und zeitweise war ihre Karriere auf Sparflamme gestellt, woran private Schicksalsschläge nicht ganz unschuldig waren, und die "Kinderliederalben" waren natürlich auch nicht unbedingt was für mich.

Ganz weg war sie also nie und jetzt ist sie wieder im Anmarsch und optisch hat sie praktisch nichts eingebüßt. Musikalisch, nun ja, da war sie eigentlich meist bemüht nicht auf der Stelle zu treten, was dem Fan nicht immer das Allerliebste war, jedoch wurde dadurch natürlich auch neues Publikum auf sie aufmerksam.
Also 19 Lieder aus ihrer Karriere und obwohl mir die flotteren, rockigeren Nummern besser gefallen, verführt sie mich doch umgehend mit Liebe ist. Da ist sie wieder, diese so leicht zögerliche, trotzdem irgendwie lockende Stimme, die mir direkt ins Herz geht ("da geht mein Herz auf, ich will's dir geben ..." Textauszug). Ja, da wird modern im Hintergrund aufgebrezelt, aber als Einstieg hätte ich mir doch ... ah, da erklingen doch vertraut blubbernd die Anfangstöne von Leuchtturm! Allerdings handelt es sich um die "New Version" und fehlt mir dann doch etwas vom Drive der Nummer aus dem zweiten Album.
Tja und ähnlich ergeht es mir mit Anyplace, Anywhere, Anytime. Der Song wurde ja in den 90ern durch die Kollaboration mit Kim Wilde aufgemöbelt und Dancefloortauglich gemacht, aber das ist nicht "mein" Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Da geht zwar mehr ab hier, aber viel zu gleichförmig.
Auch vom Haus der drei Sonnen (ursprünglich vom Album "Feuer und Flamme", 1985) gibt’s eine Neuauflage, die durch Peter Heppner auf zeitgemäße Rhythmik getrimmt wird. Die folgenden Nummern sind sicherlich nicht schlecht, transportieren stellenweise eine angenehm positive Botschaft, aber die Sonne geht bei mir erst wieder bei ? (Fragezeichen) auf - diesmal in der Ursprungsversion! Das beamt mich doch augenblicklich 25 Jahre zurück und selbst der Text ist mir noch nahezu komplett geläufig. Was einem halt erst mal in den Genen ist ...
Für "Neuhörer" und/oder Ältere mag der Text manchmal zu "abstrakt" sein, aber mir gefällt das immer noch und die Frische der Musik ist immer noch toll.

99 Luftballons, der Hit, der ja praktisch um die ganze Welt ging, bekommt wieder eine Aktualisierung, allerdings hier mal zum Vorteil. Die 2009er Version kommt deutlich rockiger, gitarrenbetonter, mit mehr Druck. Mir hat das Lied eigentlich früher nicht so gefallen, aber an die Powervariante könnte ich mich gewöhnen.
Ein kleiner Durchhänger folgt, doch mit Nur geträumt - der Durchbruch-Single, die heute noch irgendwo in meinem Archiv steht - kommt doch gleich und ordentlich Stimmung auf. Das klingt heutzutage etwas dünn und blechern, hat aber einen richtig guten, punkigen Drive. Und das macht vieles wett.
Und mit Rette mich - wie gern hab ich dieses Lied gehörte, träum ... - geht’s halt einfach wieder nur geil ab! Tut mir leid, aber mit der Energie dieser frühen Songs kann sich der Rest nicht messen. Das ist nicht sonderlich ausgefeilt, aber so voller Spontanität und kompromissloser Power, dass heutige Sounds da schwer gegen Ankommen.
Nena auf Englisch braucht niemand wirklich, also auch kein Old School Baby, wenngleich die "Jugend" da wohl gern dazu abhottet.
Letztlich ist es also dann die Live-Version von Wunder geschehn, die mich nochmal ins Reich der Träume schickt, obwohl mir auch da etwas vom Elan der Ur-Version fehlt. Geht noch gut ab.
Wer also, wie ich, im Teenageralter von dieser Musik mitgeprägt wurde, der wird sich mit den neueren Songs und Versionen schwer tun. Der sollte sich vielleicht günstig die ersten zwei, drei Alben nachholen. Ansonsten hat man hier natürlich ein Album, welches voller ansteckender Songs und Klänge steckt und dem Hörer nahezu durchgehend ein positives Gefühl vermittelt. Jetzt bin ich schon am überlegen, ob ich das nicht auch im Konzert versuchen sollte ...

Epi Schmidt, 24.12.2010

 

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