Neil Young

Barn

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.12.2021
Jahr: 2021
Stil: Roots Rock, Folk
Spiellänge: 36:50
Produzent: Neil Young & Niko Bolas

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Plattenfirma: Warner Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Crazy Horse

Nils Lofgren

Titel
01. Song Of The Season
02. Heading West
03. Change Ain't Never Gonna
04. Canerican
05. Shape Of You
 
06. They Might Be Lost
07. Human Race
08. Tumblin' Through The Years
09. Welcome Back
10. Don't Forget Love
Musiker Instrument
Neil Young Vocals, Guitar
Nils Lofgren Guitar, Piano, Backing Vocals
Billy Talbot Bass, Backing Vocals
Ralph Molina Drums

Vor ziemlich genau 20 Jahren hab ich mir im Kino Jim Jarmuschs Film “Year Of The Horse“ angesehen. Der Nebentitel des Films ist “A Tale Of Four Guys Who Like To Rock“. Und das machten sie ohne Kompromisse. Und letztlich ist es heutzutage immer noch das, was sie machen. Mittlerweile ist Frank “Poncho“ Sampedro aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Mitglied von CRAZY HORSE, aber seinen Part hat nun Nils Lofgren übernommen, der bereits zu Beginn der 1970er Jahre auf Neils “After The Goldrush“ Album und später auf “Tonight's The Night“ gespielt hat und 1972, als Danny Whitten noch in der Band war, Mitglied von CRAZY HORSE wurde. Auf dem 2019er Album “Colorado“ ist Neil bereits wieder mit dabei.

 

Konstante in der Band sind natürlich Billy Talbot und Ralph Molina. An Bass und Schlagzeug ebenso unverzichtbar, wie bei den Background Vocals. Diese vier Typen – Neil, Nils, Billy und Ralph – trafen sich also vergangenen Sommer bei Vollmond in einer Scheune aus dem 19. Jahrhundert um zehn neue Songs einzuspielen. Davon, was in dieser “Barn“ ablief gibt es auch einen Film, aber wir wollen uns zunächst auf die Musik konzentrieren. Und da wurde wohl nicht lange gefackelt. Ich meine, diese Kerle kennen sich seit Ewigkeiten und verstehen sich blind. So gandenlos wie einst im Mai (bzw. auf “Ragged Glory“) wird heutzutage nicht mehr gerockt und zur Einstimmung frönt man erst einmal einer heimeligen Country-Folk-Nummer namens Song Of The Season, mit Nils am Akkordeon, Neil an der Mundharmonika und ein Bisschen CSN im Hinterkopf.

 

Gut, die Scheune steht irgendwo oben in den Rocky Mountains, da muss man es nach dem Aufstieg ruhiger angehen, aber gleich das folgende Heading West lärmt dann schon im typisch hemdsärmeligen CRAZY HORSE-Sound. Ich schätze Nils wird das Piano gespielt haben, während sich Neil durch die Akkorde schrammelt und Talbot/Molina den gewohnt soliden Rhythmus-Teppich ausrollen. Neil singt von den “good ol' days“ zu einem coolen Riff, längere Solo-Teil gibt’s aber (leider) noch nicht. Das country-esque Change Ain't Never Gonna geht gut ins Ohr und Neil gibt sich gewohnt mitteilungsfreudig, während Nils auf dem Piano hämmert, wie einst auf “After The Goldrush“ (vgl. Till The Morning Comes). Klingt etwas unfertig, aber ist sicher auch so gewollt. Dass der gebürtige Kanadier längst in Amerika heimisch ist und sich zwecks Wahlmöglichkeit sogar einbürgern ließ, ist bekannt und dass er sich jetzt als Canerican sieht, dass reibt er jedem, der es wissen will in seinem typischen Midtempo-Grunge derbe hin. Da kreischt sich die Les Paul dann auch so langsam mal heiß.

Zu sehr wollen es die älteren Herren nicht übertreiben und so folgen auch immer mal ruhigere Titel und Young hat ja, wie immer, auch einiges an Messages loszuwerden. Wie in They Might Be Lost, das einigermaßen sentimental klingt und eher subtil instrumentiert wird. Eben ein echter Storyteller-Song. Wenn es dann doch wieder krachen soll, wie in Human Race, dann kracht's aber umso herrlicher. Besonders wenn sich die typischen HORSE-Background-Vocals dazu fügen und Neil seinen Verstärker wieder mal an die Grenzen treibt.

Der längste Songs des Album, ist mit 8 ½ Minuten Welcome Back, der an die Zeiten von “Zuma“ und „On The Beach“ erinnert. Genauer gesagt, an die “Blues“-Nummern auf diesen Meisterwerken. Und am Schluss will uns Neil natürlich noch eine Botschaft mitgeben und als Immer-noch-Hippie kann die nur Don't Forget Love lauten. Gerät vielleicht etwas zu melancholisch, aber.. gut, wahrscheinlich war der Vollmond gerade in seiner vollen Blüte. Ich kann dem Mann jedenfalls auch dieses Mal wieder endlos zuhören, auch wenn die Stimme brüchig wird und die Songs nicht restlos ausgearbeitet sind. Früher oder später werde ich mir also die Blu-ray holen. Oder vielleicht doch die Deluxe-Variante, die auch noch die Vinyl-Ausgabe mit dabei hat?

 

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