Nazareth

The River Sessions

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.06.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Nazareth
The River Sessions, River Records, 2004 (1981)
Dan McCafferty Vocals
Manny Charlton Guitar
Pete Agnew Bass
Darrell Sweet Drums
Billy Rankin Guitar
John Locke Keyboards
Länge: 62 Min 46 Sek Medium: CD
1. Big Boy9. I Want To Do Everything For You
2. Hair Of The Dog10. Holiday
3. Expect No Mercy11. Hearts Grown Cold
4. Shape Of Things To Come12. Cocaine
5. Love Hurts13. Let Me Be Your Leader
6. Tush14. Dressed To Kill
7. Telegramm15. Pop The Silo
8. Razamanaz

Schon wieder so eine Veröffentlichung, bei der ich mich nach dem Sinn frage, zumal diese Aufnahme aus dem selben Jahr stammt wie das damalige Doppel-Live-Album "'Snaz".
Na ja, es gibt halt immer wieder Labels, die in den alten Archiven schürfen und rausholen was nur geht. Oftmals kommen da wahre Schätze ans Tageslicht. Angel Air in England sind z.B. so ein paar Spezialisten und mit River Records reiht sich da eine weitere Company ein.

"Nicht-Nazareth-Fans" werden sich für diese Scheibe kaum begeistern, aber für die Anhänger der Band ist diese Scheibe allemal interessant.
Aufgenommen in ihrer "6 piece orchestra" Besetzung, wie sich die Band damals titulierte, und zu einem Zeitpunkt als sich die Band auf einem ihrer Höhepunkte befand. On Stage in ihrer Heimatstadt Glasgow am 20.9.1981 kann man sich vorstellen, dass die Band "heiß" war. Und sie waren es! Mit Dan McCafferty besaß die Band einen Frontmann dem wenige das Wasser reichen konnten (hatte ich schon erwähnt, dass die besten Sänger aus Schottland kommen?) und mit dieser "großen Besetzung" konnten sie ihre Studio-Songs entsprechend wuchtig rüber bringen.

Zum Teil kommt mir der Sound bei diesen "River Sessions" etwas differenzierter vor als auf der "offiziellen" Live-Scheibe, aber das schwankt auch mal. Nicht ganz verständlich ist mir die Songreihenfolge, denn die damaligen Setlist entsprach eigentlich eher der auf "'Snaz". I Want To Do Everything For You wird gar recht bald ausgeblendet.
Entschädigt wird man mit Liveversionen von z.B. Big Boy vom Album "Malice In Wonderland", das in typischstem NAZARETH-Stil von hartem Riff-Rock im Refrain einen Schwenk, hier zu einem leichten Reggae-Groove, macht.
Das Intro zu Expect No Mercy fällt etwas kürzer aus im Vergleich zu "'Snaz" und kommt schneller zu Sache. Dafür scheint sich Dan hier noch mehr die Seele (oder die rostigen Nägel?) aus dem Leib zu kreischen.

Lange hab ich mir gedacht, warum müssen die eigentlich verhältnismäßig viele Songs covern, wenn sie jede Menge eigene Klassiker haben? Aber aus Musikersicht denk ich mir jetzt: Diese Songs haben ihnen einfach Spaß gemacht, also who cares? Gerade Tush scheint mir hier mit deutlich zusätzlichem Elan gespielt. Von der Stimmung des Publikums angetörnt? Schon möglich, denn deren Lautstärke nach, war wohl die Hölle los.
Mit Let Me Be Your Leader und Pop The Silo gibt's zwei Songs vom damals aktuellen Album "The Fool Circle". Der erste wieder eine Reggae-inspirierte Midtempo-Ballade und der zweite wieder hart rockend mit kurzen Akustikintermezzi und einem powervollen Gesang der McCafferty at its best präsentiert. Der Sound scheint sich hier etwas zu verschlechtern, aber Spaß macht's trotzdem noch.

Ich sag mal: Unbedingt muss man diese Scheibe wohl nicht haben, aber für die Fans ist sie trotzdem ein nettes Album.
Übrigens gab es in der Juni Ausgabe des englischen "Classic Rock" Magazines ein gutes Nazareth-Special. Da gibt Pete Agnew offen zu, dass sie das Riff zu Razamanz von DEEP PURPLEs Speed King gestohlen haben (DEEP PURPLE haben sich ja auch gerne bei anderen bedient...) und über die dankende Ablehnung des Angebotes von LYNYRD SKYNYRD, in deren Flugzeug auf der gemeinsamen Tour 1977 in den Staaten mitzufliegen, ist wohl nicht nur die Band heute noch froh. "We'd seen their plane - which looked like Gaffa Tape Airlines" erinnert sich Pete Agnew.
Wer also etwas Lektüre beim Hören dieses Albums braucht ist damit bestens versorgt.

Epi Schmidt, 26.06.2004

 

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