Nazareth

Expect No Mercy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.08.2022
Jahr: 2022
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 70:19
Produzent: Manny Charlton

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Plattenfirma: BMG


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Crazy Horse

Titel
01. Expect No Mercy
02. Gone Dead Train
03. Shot Me Down
04. Revenge Is Sweet
05. Gimme What's Mine
06. Kentucky Fried Blues
07. New York Broken Toy
08. Busted
09. Place In Your Heart
10. All The King's Horses
 
Bonus Tracks:
11. Kentucky Fried Blues (Alternative Version)
12. Gone Dead Train (Alternative Version)
13. Shot Me Down (Alternative Version)
14. Greens
15. Life Of A Dog
16. New York Broken Toy (Alternative Version)
17. Revenge Is Sweet (Alternative Version)
18. Desolation Road
19. You Can't Keep A Good Man Down (Alternative Version)
20. Moonlight Eyes (Alternative Version)
Musiker Instrument
Dan McCafferty Vocals
Manny Charlton Guitar
Pete Agnew Bass
Darryl Sweet Drums

Die Tretmühle, in der Rockbands in den 1970er steckten muss gewaltig gewesen sein und ist für heutige Acts gar nicht mehr vorstellbar. In gewisser Weise verständlich, denn wenn man nicht gerade einen Radio-Hit hatte und/oder in einer der spärlichen Musik-Fernsehshows einen Spot ergatterte, war man praktisch nur präsent, wenn man auf Tour war. Und so reihten sich Studioaufenthalte an Tourneen und Tour an Tour. NAZARETH waren nahezu immer unterwegs und spielten dabei zwischen 1971 und 1977 neun Alben ein! Eigentlich sogar zehn, denn “Expect No Mercy“ wurde gleich zwei Mal aufgenommen.

 

Nach dem grandiosen Quartett aus “Razamanaz“, “Loud 'N' Proud“, “Rampant“ und “Hair Of The Dog“ (allein diese vier Meilensteine spielten sie innerhalb von zwei Jahren ein!), war es mit den 76er Alben etwas stagniert. Womöglich hat die aufkommende Punk-Welle auch ihnen das Leben schwer gemacht. Aber für 1977 war von NAZARETH keine Gnade zu erwarten und wo man bei “Play'n' The Game“ - aus Zeitgründen – vermehrt auf Fremdkompositionen zurückgreifen musste, war für “Expect No Mercy“ wieder mehr Zeit gewesen, eigene Songs zu schreiben. Allerdings wollte sich die Band auch weiterentwickeln und ging die Nummern zum Teil mit einem anderen Ansatz an, was – erwartungsgemäß – bei der Plattenfirma auf taube Ohren stieß. Die wollten die Band in jenem Erfolgsmodel, welches 1973/74 so gut funktioniert hatte.

 

Entsprechend muss man sich diese Neuauflage eigentlich zunächst ab Song Nummer Elf anhören, denn da hat man die Tracks mit drauf genommen, wie sie ursprünglich klangen. Ein feiner Zug, finde ich. Jetzt braucht keiner denken, dass NAZARETH da im Nashville-Sound versumpft gewesen wären. Dazu waren die Vier, trotz einer gewissen Affinität zur Countrymusik, ja gar nicht fähig. Und in der Tat kommt zum Beispiel Revenge Is Sweet in seiner ursprünglichen Fassung eigentlich heavier, als dann auf der veröffentlichten LP. Und auch Can't Keep A Good Man Down hat deutlich mehr mit Glam- als mit Country-Rock zu tun. Oder der unberücksichtigte Boogie-Rocker Greens, der geht einfach gut ab. Klar, Gone Dead Train – im Original von CRAZY HORSE – hat in seiner frühen Version ein bisschen Twang und Banjo-Anleihen, aber der Drive ist hier schon da. Mir gefallen beide Aufnahmen. Can't keep a good song down – oder?

 

Zum Glück landete der ursprünglich nicht enthaltene Titeltrack des Albums dann darauf, denn der wurde ja wahrlich zu einem Live-Klassiker der Band. Noch heute ist kaum ein Konzert ohne Expect No Mercy vorstellbar. Letztlich ist das Album ein toller Mix, aus beinharten Rockern a la Gimme What's Mine dem Titeltrack, typisch bluesigen NAZ-Songs, wie Busted und absolut radiotauglichen Songs, wie Shot Me Down und natürlich dem herrlichen Place In Your Heart. Obendrein ist hier mit Moonlight Eyes ein Song enthalten, der vom ursprünglichen Album verdrängt wurde. Klar, eine sehr melancholische Ballade, aber zur damaligen Zeit hätte wohl durchaus ein Hit draus werden können. Landete dann später immerhin noch auf “The Fool Circle“.

 

“Expect No Mercy“ war wohl die letzte durchgehend hervorragende Studio-Scheibe von NAZARETH, obwohl natürlich noch einige Highlights folgen sollten. Auch in der Hinsicht rentiert sich ein Blick auf einige der Re-Issues.

 

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