Mudcrutch

2

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.06.2016
Jahr: 2016
Stil: Roots Rock, Americana

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Mudcrutch
2, Warner Music, 2016
Tom PettyVocals, Bass
Tom LeadonGuitar, Vocals
Benmont TenchKeyboards, Vocals
Mike CampbellGuitar, Vocals
Randall MarshDrums, Vocals
Produziert von: Tom Petty, Mike Campbell & Ryan Ulyate Länge: 43 Min 13 Sek Medium: CD
01. Trailer07. Hope
02. Dreams Of Flying08. Welcome To Hell
03. Beautiful Blue09. Save Your Water
04. Beautiful World10. Victim Of Circumstance
05. I Forgive It All11. Hungry No More
06. The Other Side Of The Mountain

Auch von Tom Petty würde ich nicht jedes Album als Geniestreich bezeichnen, aber je älter der Mann wird – im Oktober werden es 66 Jahre - , desto verlässlicher liefert Hochkarätiges ab. Besonders die Alben “ Last DJ“ und “Mojo“ seien hier genannt, aber auch “Hypnotic Eye“, sein bislang letztes Werk mit den HEARTBREAKERS, heimste höchstes Kritiker- und Fan-Lob ein.
Dazwischen gab es die unverzichtbare “Live Anthology“ und die Rückbesinnung MUDCRUTCH. Letztere sozusagen die Wiege der HEARTBREAKERS, welche sich 2008 zu einem gemeinsamen Album zusammenfanden, auf dem Petty dann wie einst “nur“ Bass spielen und singen durfte. Auch das fand gehörigen Beifall, sodass ein Nachfolger praktisch unvermeidbar war.
Und hier ist er nun, schlicht “2“ betitelt. Zu den Bandmitgliedern von einst wurde noch Benmont Tench hinzuaddiert, sodass mit Petty und Campbell drei Fünftel der Band aus “Heartbreakern“ besteht. Da kann man sich schon vorstellen, dass es häufig genau nach denen klingt. Zumal wenn Petty singt. Was er gleich beim ersten Song, Trailer, tut. Unverkennbar legt er seine BYRDS-Wurzeln offen und erzählt unterhaltsam aus seiner Jugend. In noch breiterem Südstaaten-Akzent als sonst schon, erinnert er sich:„we used to dance to Leehneerd Skeeneerd“. Grandios.

Auch Dreams Of Flying hat den Petty/Heartbreaker-Touch und könnte auf nahezu auf jedem seiner Alben vertreten sein. Am ehesten aber auf einem der ersten Scheiben. Dem unprätentiösen aber immer zielgerichteten und schroffen Gitarrenspiel von Mike Campbell lauscht man jedes Mal aufs Neue mit freudigem Grinsen. Ich denke, auch Tom Leadon hat einiges geliefert, vor allem, wenn es so leicht ins Psychedelische driftet.
Wie es in dem vibrierenden Wüsten-Rock von Beautiful Blue der Fall ist. Immer noch steht Petty am Mikro und demonstriert bei diesem Ohrwurm erneut, wie man auch mit einer vergleichsweise dünnen Stimme Magisches schaffen kann. Jetzt schon ein Highlight des Albums.
Ich schätze mal, dass bei Beautiful World Leadon der Lead-Sänger ist. Die ganze Nummer ist stark BEATLES beeinflusst und klingt wie eine von deren George Harrison-Songs. Nix Weltbewegendes, aber macht gute Laune.
Zum zarten Fingerpicking-Song I Forgive It All könnte man sich auch einen frühen Bob Dylan gut vorstellen.

Gleich anschließen wird’s aber wieder heftiger. Zu bestem Country-Rock-Gehoppel – das Banjo hat da großen Anteil daran – kommt die Kutsche in Fahrt und rauscht durch den mittleren Westen. Erneut nichts komplett Überwältigendes, jedoch um The Other Side Of The Mountain zu erreichen, kann man sich kaum einen besseren Begleiter vorstellen. Bisschen Bluegrass ist auch mit drinne.
Das stampfende Hope hat durchaus was von Neil Young, allerdings geht man nicht mit so brachialem Sound zu Werke, wie der mit seine ”Verrückten Pferden. Den Drive von denen hat man aber.
Bei Welcome To Hell fröhnt man einem lupenreinen Rockabilly/Boogie-Woogie, der in erster Linie von Tenchs Piano getrieben wird. Yee-Hah!
Victim Of Circumstance rockt wunderbar im flotten Beat der 60er Jahre und könnte problemlos aus dem Repertoire fast jeder harten R&B-Band aus jener Zeit sein.
Das Album mit einem Lied namens Hungry No More zu beenden kann eigentlich nur ein Witz sein, denn die Typen klingen durchaus hungrig und die Nummer, wenngleich eine Ballade, kann man locker zu einem von Pettys Ohrwürmern zählen.
Wie so vieles auf diesem Album, welches man bedenkenlos jedem Sympathisanten von Tom Petty ans Herz legen darf.

Epi Schmidt, 03.06.2016

 

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