MSG

One Night At Budokan

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.01.2009
Jahr: 2009

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


One Night At Budokan, Chrysalis, 2009 (1981)
Gary BardenVocal
Chris GlenBass
Cozy PowellDrums
Paul RaymondKeyboards, Rhythm Guitar, Backing Vocals
Michael SchenkerLead Guitar
Produziert von: MSG, David Wooley und David Kirkwood Länge: 93 Min 26 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Introduction05. But I Want More
02. Armed And Ready06. Victim Of Illusion
03. Cry For The Nations07. Into The Arena
04. Attack Of The Mad Axeman
CD 2:
01. On And On06. Courvoisier Concert
02. Never Trust A Stranger07. Lost Horizons
03. Let Sleeping Dogs Lie08. Doctor Doctor
04. Tales Of Mystery09. Ready To Rock
05. Cozy Powell Drum Solo

Das "Live-Doppelalbum". Unverzichtbar, für jede Band, die auch nur einen Funken an Selbstwertgefühl in sich trug. Jedenfalls in den viel beschworenen, glorreichen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Oftmals noch mit prägnanten Intros - wie der Einspielung aus "Wizard Of Oz" bei RAINBOWs "On Stage", Over The Rainbow - versehen. Schmetternde Trompetenklänge künden auch auf "On Night At Budokan" vom Einzug der Gladiatoren. Auch wenn die 80er Jahre bereits begonnen hatten, lagen die Wurzeln der MICHAEL SCHENKER GROUP doch deutlichst hörbar im vorherigen Jahrzehnt. Als Ab- und Nachkömmlinge von Bands wie UFO, der ALEX HARVEY BAND, RAINBOW, SAVOY BROWN, Jeff Beck usw. ja auch kein Wunder.
Zwei hervorragende Alben Vorlauf hat's gebraucht und schon wurde mit "One Night At Budokan" das Live-Vermächtnis von Michael Schenker und seinen Mannen angegangen. Wusste man da natürlich noch nicht, dass nix Besseres mehr folgen würde. War aber auch egal - hier und jetzt zählte. Am 12. August 1981 wurde im legendären 'Nippon Budokan' mitgeschnitten und zuerst nur als Import aber bald schon regulär auch europäischen Ohren zugänglich gemacht. Dieses waren so begeistert, dass das Werk sogar noch höher in den Charts kletterte, als seine beiden Studiovorgänger. Platz 5 wurde in England erklommen!
Was, neben der musikalischen Leistung, beeindruckt, ist, dass bei der Hit-schwangeren Vergangenheit der Protagonisten, gerade mal eine Fremdkomposition Platz auf diesem Doppelalbum fand. Ansonsten alles eigener Stoff! Der ja dem Publikum höchstens seit einem Jahr bekannt sein konnte.

Na, jedenfalls liegt das Teil jetzt in der 'Remastered Edition' vor. Natürlich als "Doppelalbum", aber die, womöglich, erhofften Zusatztracks halten sich in Grenzen. Derer sind gerade mal zwei an der Zahl. Aber wer will sich mit Haarspaltereien aufhalten? Der Klang ist bestens und nachdem die Trompeten der Ansage von Gary Barden platzgemacht haben - "M S G armed and ready!" - legt der blonde Michel los, als wollte er das altehrwürdige Gebäude einreißen. Natürlich gehörig gepusht von Chris Glen und Cozy Powell. Das pumpt und rockt, dass man augenblicklich in Konzertstimmung ist. Hat mehr Power und Dreck als die Studiogeschichten und rockt wie die Sau. Schenkers Solo hat sicher einigen Axemen die Kinnlade ausgerenkt.
Cry For The Nations steht dem kaum nach und lässt bereits zu Anfang wohlige Schauer über den Rücken krabbeln. Auch hier ist deutlich mehr Adrenalin im Spiel. Bereits zu diesem Zeitpunkt weiß man, dass hier eine Band in absoluter Topbesetzung und -form ist.
Anscheinend war das 2. Album der Band noch nicht überall erhältlich, denn Barden spricht "vom bald erscheinenden neuen Album" und schon folgt die Attacke des "Mad Axeman". Als Live-Stoff hatte ich mir etwas mehr von diesem Knaller erwartet, aber es rockt doch noch ganz prächtig.
Zumindest eine "Umdrehung" spart man sich mit den CDs und so kann sich gleich But I Want More anreihen und sein Rockpotenzial offen legen. Wie gehabt, prächtigst von Paul Raymond unterfüttert und von ein paar unvergleichlichen Gitarrenzuckerstückchen aus dem Hause Schenker gekrönt. Dieser Raymond ist vielleicht der beste Rhythmusgitarrist, den sich eine Rockband wünschen kann. Und dazu noch ein begnadeter Keyboarder, der obendrein übergangslos zwischen diesen Instrumenten hin und her wechselt. Worüber hat Schenkers Gitarre jemals besser gezwitschert, als über dieser Grundierung?
Das zahlt sich auch für Victim Of Illusion aus, dass ansonsten etwas mit Längen zu kämpfen hätte. Eine Offenbarung ist wieder Into The Arena, bei dem auch Cozy Powell zu Hochform aufläuft und mit dem superben Chris Glen am Bass schon allein fasziniert. Richtig klasse!!

Mit lauter Eigengewächsen bleibt der zweite Silberling auf Kurs und legt anhand von On And On und Never Trust A Stranger zwei weitere Favoriten vor. Weiterhin wird härter gerockt als auf den Studioalben und die Soli kommen noch mitreißender und auch mal ausufernder. Zu diesem Zeitpunkt schien der erst 26-jährige Schenker vor Ideen nur so zu sprudeln und keinen Ton der Beliebigkeit quetschte er aus seiner Flying V. Selbst heutzutage ist das kaum zu übertreffen.
Die Ballade Never Trust A Stranger lässt sich live nicht ganz so leicht reproduzieren, vor allem was den Gesang angeht, kommt aber auch etwas "rauer" noch außergewöhnlich gut. Ausnahmsweise klebe ich hier aber doch an der Aufnahme von "MSG".
Mit Tales Of Mystery gibt's dann den ersten "Neuzugang". Eine schöne getragene Nummer und ein tolles Barden/Schenker-Intermezzo. Kommt gut, ohne jetzt essenziell zu werden. Der zweite Bonus-Track ist Cozy Powells Drum Solo. Was man heutzutage live überhaupt nicht mehr braucht, und sich "auf Platte" auch kaum mehr anhören mag, macht hier doch noch hinreichend Spaß. Das liegt mit an der bombastischen "Hintergrundmusik" aber hauptsächlich daran, dass mit Cozy (R.I.P.) ein Schlagwerker von besonderer Güte am Werk ist, der nicht nur das damalige Publikum mitreißen konnte. Ich mag's über ein Schlagzeugsolo eigentlich gar nicht sagen, aber: Macht Spaß!
Und das gilt auch für den Rest des Albums. Besonders das schleppende, epische Lost Horizons macht mit seiner Dynamik an und erneut ist die Gitarre, gerade in den obersten Lagen, ein Traum! Für Viele muss es auch ein Traum gewesen sein, mit Doctor Doctor UFOs Klassiker vom Duo Schenker/Raymond kredenzt bekommen zu haben. Und auch MSG sind hier mit aller Vehemenz bei der Sache. Geil!!!
Zum Schluss wird mit dem Opener des zweiten Albums, Ready To Rock noch einmal untermauert, was für eine tolle Band hier tätig war und welch zeitlos rockende Songs sie im Gepäck hatte. Leider waren zu dem Zeitpunkt, als sich diese Platte in Europa richtig gut verkaufte, Sänger Gary Barden und Paul Raymond schon keine Mitglieder von MSG mehr. Sonst wäre da sicher noch mehr möglich gewesen, aber so war hiermit schon der Höhepunkt der Band erreicht. Diese Doppel-CD dokumentiert das würdig.

Epi Schmidt, 29.01.2009

 

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