Miss Quincy

Like The Devil Does

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Roots Rock, Gospel

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Miss Quincy Homepage



Redakteur(e):

Michael Stepien


Miss Quincy
Like The Devil Does, Self-Released, 2012
Miss QuincyVocals, electric guitar, acoustic guitar
Shari RaeUpright bass
Thom MoonDrums
Alyssa Jean GardnerBackground vocals
Tim WilliamsLap steel, dobro, tenor banjo, slide guitar
Ron CasatHammond B3 (track 1,6), piano (track 7)
Allistair ElliottTrumpet (track 4)
Jonathan LewisFiddle (track 5)
Tyler ToewsElectric guitar (track 10)
Produziert von: Tim Williams Länge: 45 Min 07 Sek Medium: CD
01. Love Like The Devil Does06. Til The Money Comes In
02. Going Down07. Silent Movie
03. Dirty Sunday08. Dawson City Line
04. I Want A Little Sugar In My Bowl09. Hurricane
05. Dangerous10. Carmen

Als jemand, der sich seit vielen Jahren mit Rootsmusik/alt.country aus Kanada beschäftigt, bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Talente das von der Zahl der Einwohner betrachtet eher kleine Kanada (Deutschland hat 2 1/2 mal so viel Einwohner) hervorbringt. Miss Quincy ist die neueste Entdeckung, die für ein Review auf meinem Schreibtisch landete. "Like The Devil Does" ist der Zweitling der jungen Frau aus Brittish Columbia. Das Debüt hatte es, so weit ich weiß, nicht bis Europa geschafft. "Schon wieder eine junge Dame mit Akustikgitarre" war meine erste Assoziation. Aber weit gefehlt: Die Frau kann rocken. Und ihre eigenwillige Mischung aus Blues, Gospel und Country hat etwas, das den meisten jungen Leuten, die sich überall in der Welt an Unmengen von Castings-Shows beteiligen,abgeht: Individualität. Und wenn sie ihre E-Gitarre bearbeitet wird es laut und rauh. Miss Q ist sicher keine Frau fürs Kuschelradio.

Mit Tim Williams hat sie zudem einen Produzenten am Start, der als Musiker und Produzent in allen Genres der nordamerikanischen Wurzelmusik zu Hause ist und neben seinem Hauptinstrument der Gitarre eine Reihe anderer Saiteninstrumente wie Banjo oder Dobro spielt. Entsprechend ist das Motto von Tim: "Imagine, if you can, a front porch where Robert Johnson, Hank Williams, Hula Hattie, Flaco Jiminez and Bob Marley meet often and discover just how much they have in common. Tim's music would fit right in." Für die Aufnahmesessions zur CD von Miss Quincy hat Tim Williams gleich noch den Keyboarder seiner Band, Ron Casat, mitgebracht. Mit Thom Moon (Drums) hat die junge Dame ein weiteres Urgestein der kanadischen Rootsmusik am Start. Thom hat mit Größen wie Amos Garret gespielt und war viele Jahre der Schlagzeuger in Ian Tysons Band.

Die Sessions für "Like The Devil Does" fanden in den Rocky Mountain Studios in Calgary statt. Bis auf Track 4 "I Want A Little Sugar In My Bowl" (Nina Simone) stammen alle anderen Songs aus der Feder von Miss Quincy. Die CD startet mit dem Bluesrocker Love Me Like The Devil Does. Eine dreckige Slidegitarre verleiht dem Track eine swampige Note. Miss Quincys rauhe Stimme verstärkt das Feeling. Im folgenden Going Down kommt zum Blues durch die Duett-Vocals von Miss Q und Alyssa Jean Gardner noch eine ordentliche Portion Gospel hinzu. Tim Williams setzt dazu mit der Lap Steel melodische Akzente. Aber das Besondere bei diesem Song sind die Vocals! In Dirty Sunday kommt das Good Girl, das Sonntags brav zu Kirche geht, ab vom Pfad der Tugend. So, wie Miss Q den Song bringt, nimmt man ihr das definitiv ab. I Want A Little Sugar In My Bowl ist eine Verbeugung vor Nina Simon. Mir geht ehrlich gesagt die gedämpfte Trompete etwas auf den Nerv. Ist der Song von der CD, auf den ich hätte verzichten können. Dangerous ist ein Bastard aus Oldtime-Music und Gipsy-Swing. Herausragend ist hier die Geige von Jonathan Lewis. Wer mal in Nord-Kanada in Dawson City war und den Spiel-Saloon, der an die Zeiten des großen Goldrausch erinnern soll, besucht hat, wird sicher nicht die Gertie-Girls und ihre Can-Can-Show vergessen. An ihre Vorgängerinnen Ende des 19. Jahrhunderts soll Dawson City Line erinnern. Ganz markant ist bei diesem Song das scheppernde Piano. Hurricane führt uns wieder zurück zum Blues. Ganz groß ist hier die sehr ökonomisch und akzebtuiert gespielte Slide von Tim Williams. Schön auch das kurze Solo, bei dem Gitarre und Slide im Call-and-Response-Modus Licks austauschen. Die CD schließt mit der ruhigen Ballade Carmen, bei der man die gesanglichen Qualitäten der jungen Kanadierin noch einmal genießen kann.

Miss Quincy ist ein vielschichtiges und Interessantes Talent aus Kanada, das der geneigte Hörer im April zumindest in Castrop-Rauxel (13.04.), Düsseldorf (14.04.) und Berlin (16.04. im White Trash Fast Food) auch live entdecken kann. Aber auf jedem Fall möchte ich jedem, der an gut gemachter Musik zwischen Country, Blues und Gospel interessiert ist, die vorliegende CD empfehlen.

Michael Stepien, 15.03.2012

 

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