Mike Oldfield

Discovery And The Lake

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 07.02.2016
Jahr: 2016
Stil: Prog-Folk-Pop

Links:

Mike Oldfield Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Mike Oldfield
Discovery And The Lake, Universal Music, 2016 (1984)
Maggie Reilly, Barry PalmerVocals
Simon PhillipsDrums
Morris PertPercussion on Étude
Mike OldfieldAll other instruments
Produziert von: Mike Oldfield and Simon Phillips Länge: (CDs) 98 Min 14 Sek Medium: CD & DVD
Disc One:
The Original Album:
01. To FranceBonus Tracks:
02. Poison Arrows09. To France (Extended Version)
03. Crystal Gazing10. In The Rock
04. Tricks Of The Light11. Bones (From The To France 12" Single)
05. Discovery12. Afghan
06. Talk About Your Life13. Tricks Of The Light (Instrumental)
07. Saved By A Bell
08. The Lake
Disc Two:
The 1984 Suite:04. Étude
01. To France05. The Royal Mile
02. The Lake06. Zombies
03. The Killing Fields07. Discovery
Disc Three - DVD:
5.1 Surround & 96 KHZ / 24-Bit Stereo Mixes04. Étude
01. To France05. The Royal Mile
02. The Lake06. Zombies
03. The Killing Fields07. Discovery
Music Videos:
To France / Étude / Tricks Of The Light

Ich weiß auch nicht mehr so genau, wie sich das damals so entwickeln konnte. Ich war jung, womöglich verliebt sowie in Urlaubsstimmung und…, naja, ich schätze mal, als ich Anfang der 80er in einem Münchner Tonträgerladen gleichzeitig Bruce Springsteens “Born In The U.S.A.” und Mike Oldfields “Discovery” als Musikkassette kaufte, wird die Hälfte davon schon ein Zugeständnis an meine damalige Freundin gewesen sein. Der immer so nachdenklich und sensibel dreinblickende Oldfield kam von jeher bei den Frauen gut an. Ich selbst hatte wenig Verständnis dafür, wenn die Prog-Gemeinde den Briten wie eine Monstranz vor sich hertrug.
Aber die Zeiten verändern sich hier und da und selbst Mike Oldfield weiß vielleicht auch nicht mehr so genau, wie er auf einmal in eine nahezu poppige Ecke rutschte. Was sich mit Platten wie “Five Miles Out“ schon zart angedeutet hatte, setzte sich bei “Crisis“ vehement fort: Die kürzeren Songs traten immer mehr in den Vordergrund und mit ihnen der Gesang. So wurde Oldfields Musik radiotauglich, einem breiteren Publikum zugänglich und entsprechend noch erfolgreicher. Richard Branson (Plattenboss) wird sich die Hände gerieben haben und den guten Mike weiter in diese Richtung gedrängt haben. Die “Pflicht“ mit dem Material auch auf Tour zu gehen, ließ ohnehin wenig Raum, lange Instrumentalstücke zu entwerfen.

Wie gesagt, der Erfolg stellte sich massiv ein und mit Moonlight Shadow und Shadow On The Wall konnten zwei Riesen-Single-Hits verbucht werden.
Da stößt man eine Maggie Reilly nicht von der Studiokante und bucht sie gleich einmal für die Single, die dem Nachfolge-Album “Discovery“ in die Spur helfen sollte. Natürlich beginnt auch diese Sonderedition, welche das Original-Album, ein paar Bonus-Tracks, die “1984 Suite“ (= so eine “Best Of“ aus “Discovery“ und dem Soundtrackalbum “The Killing Fields“, beide 1984 erschienen) sowie einer DVD mit hochkarätigem 5.1 Mix, den der Meister natürlich höchstselbst in die Finger genommen hat.
Wie klingt das Album nach all der Zeit? Ich hab die MC oft gehört und mir gefallen die Songs auch heute noch. Der süßlichen Magie von Reillys Stimme kann man sich im Ohrwurm To France nicht entziehen, auch wenn die Nummer nicht an Moonlight Shadow heranreicht.
Überhaupt geht alles gut ins Ohr. Poison Arrows, hier tritt Barry Palmer ans Mikro, könnte zu Beginn auch von Manfred Mann stammen, bis Oldfield mit seinem typischen Gitarrensound einsteigt. Wie gewohnt, klingt es häufig leicht bis stärker keltisch angehaucht und Maggie Reilly steuert Elfenhaftes für Crystal Gazing bei.
Sehr beschwingt und rock-poppig wird’s bei Tricks Of The Light, in dem sowohl Reilly als auch Palmer zu hören sind und Oldfield eine weitere Mit-Pfeif-Melodie beiträgt.
Mit dem Titelsong versuchte man eindeutig an Shadow On The Wall anzuknüpfen, aber einem Roger Chapman nimmt man so schnell nicht die Butter vom Brot. Trotzdem gute Nummer.

Nachdem sowohl Reilly, mit Talk About Your Life, als auch Palmer, in Saved By A Bell, leicht verklärte Weisen präsentieren durften – Letzteres ziemlich hymnisch angelegt -, wird mit dem Über-12-Minütigen Instrumentalstück The Lake noch ein Blick zurück in die späten 1970er Jahre geworfen. Auch wenn manch frühem Fan der Boogie-Rhythmus nicht so gefallen dürfte.
Die erste CD enthält noch ein paar Bonus-Tracks, die von den 12“-Maxi-Singles To France, bzw. Tricks Of The Light stammen. Neben der “Extended Version“ sind dies zwei Instrumentalstücke, die …, naja, kann man sich anhören. Am besten gefällt mir davon Afghan.
Die “Compilation“ auf der zweiten CD bringt ein um eine ganze Minute längeres The Lake, was am Stil natürlich nichts ändert. Erwähnenswert sicher Étude, welches damals sogar als Single aus dem Soundtrack ausgekoppelt wurde. Oberflächlich betrachtet (danke, Klementine!) sicher nur eine nette Klangspielerei, aber es ist schon nicht so einfach, so viel Atmosphäre in 4 ½ Minuten zu verpacken.
Wirklich neu ist The Royal Mile, welches irgendwie damals liegen gelassen wurde. Der Titel lässt schon den leicht militärischen Background erahnen, inklusive imitierter Dudelsäcke. Bei Zombies handelt es sich um eine Variante von Poison Arrows, mit einem Sprechgesang, der die Nummer um einiges “gespenstischer“ werden lässt.
Die entsprechend ausgerüsteten Hifi-Fans dürften sich über die DVD freuen, auf der “Suite“ nochmal vertreten ist und der Mike Oldfield selbst den entsprechenden Hi-End-Klang verpasst hat. Zudem sind noch drei Musik-Videos auf der DVD zu finden.
Auch wenn es vielleicht sein poppigstes Werk ist, finde ich “Discovery“ immer noch ein gut zu konsumierendes Album, gepackt mit schönen Melodien, die einen nicht wieder loslassen. Wer nicht gerade ausschließlich an den ersten Scheiben von Oldfield hängt und sich gut gemachte Popmusik, mit leichter Prog-Note, gern anhört, hat zumindest von diesem Album hier wohl die definitive Version gefunden.

Epi Schmidt, 03.02.2016

 

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