Mike Mattison

Afterglow

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.11.2020
Jahr: 2020
Stil: Roots Rock
Spiellänge: 40:16
Produzent: Tyler Greenwell and Mike Mattison

Links:

Mike Mattison Homepage


Plattenfirma: Landslide Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Tedeschi Trucks Band

Titel
01. Charlie Idaho
02. Afterglow
03. Deadbeat
04. Word's Coming Down
05. All You can Is Mean It
 
06. Kiss You Where You Live
07. I Was Wrong
08. On Pontchartrain
09. I Really Miss You
10. I Got Something For You
Musiker Instrument
Mike Mattison Vocals, Acoustic Guitar
Dave Yoke Guitars
Tyler Greenwell Drums, Percussion, Effects
Frahneer Joseph Bass
Paul Olson Guitars
Rachel Eckroth Keyboards
Kofi Burbridge Organ

Dass die TEDESCHI TRUCKS BAND so hervorragend klingt, liegt natürlich vordergründig an den Namensgebern Susan Tedeschi und Derek Trucks, aber wer die Truppe schon live gesehen hat – ob selber im Konzert oder per Konserve – , der weiß, dass da noch weit mehr Musiker dazu beitragen. Besonders ist mir unter anderem Mike Mattison aufgefallen, der in der Band auch gerne mal als Lead-Sänger auftritt. Und mit der Akustikgitarre weiß er auch umzugehen.

Dass er für sein neues Album “Afterglow“ ein paar Freunde aus der TEDESCHI TRUCKS BAND eingeladen hat, verwundert nicht, wenn man so harmoniert. So ist Drummer Tyler Greenwell ebenso mit an Bord, wie Keyboarder Kofi Burbridge. Das Album wurde praktisch live eingespielt, von Mattison, Greenwell und Gitarrist Dave Yoke. Alle weiteren Instrumente wurden später hinzugefügt, was aber nicht wirklich auffällt, so homogen wie das klingt.

Man lässt es zunächst entspannt angehen und groovt sich durch Charlie Idaho als gelte es einen Wim Wenders-Film mit dem Soundtrack zu versorgen. So locker, wie es zugeht, fällt trotzdem die wundervolle Stimme Mattisons auf, die sich sofort im Gehörgang verankert und so schnell nicht mehr verschwindet.

Im Titelsong Afterglow (den übrigens Derek Trucks mitgeschrieben hat) wechselt man in einen flotten Country-Rock-Rhythmus, der uns fröhlich über den Highway schaukelt. Ein bisschen Dwight Yoakam blitzt hier durch, aber Mattisons Stimme bringt natürlich mehr R&B-Flair ein. Die Lead-Gitarre ist wiederum astreiner Twang.

Zurück zum entspannten Groove mit Deadbeat, zu dem es ürigens ein nette Video online gibt. Eine feine Slide-Gitarre setzt hier neben den effektiven Stops die Akzente. Könnte auch eine STONES-Nummer aus den frühen 1970er Jahren sein. Und Word's Coming Down entfernt sich nicht weit davon. Schöne Roots-Rock-Nummer, wie sie ähnlich gern auch bei Bands wie den US RAILS zu finden ist. Steigert sich auch gut zum Ende hin. All You Can Is Mean It schlägt in die gleiche Kerbe. Vielleicht noch etwas balladesker, jedenfalls toll klingend. Der Mann muss sich nicht sonderlich anstrengen, um klasse zu klingen.

Damit wieder etwas Schwung reinkommt, wird’s bei Kiss You Where You Live sachte rockiger. Auch das sehr 70er Jahre-mäßig. Wieder mit einem Schuss Country und weiterhin von einem richtig guten Sound getragen.

Bei I Was Wrong wird’s etwas bluesiger, bei On Pontchartrain geht's zurück zum Country, aber sehr rootsig, während es bei Really Miss You – man ahnt es – ganz zart wird. Dazu singt Mattison mit Kopfstimme und zeigt seine soulige Ader. Beim letzten Song klingt er dagegen wieder richtig rau, wenn uns die Band nochmal durch die Bar schunkelt und sich damit verabschiedet. Man sollte dem Album ruhig ein paar Durchläufe gönnen, damit es sich richtig entfalten kann. Gerade weil doch ein paar Richtungswechsel da sind. Doch allein schon, weil hier eine wunderbare Mannschaftsleistung geboten wird, macht das mit der Zeit immer mehr Spaß. Und an den individuellen Leistungen freut man sich dann auch umso mehr.

 

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