Metallica

St. Anger

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.07.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Tim C. Werner


Metallica
St. Anger, Elektra/Mercury/Universal, 2003
Kirk Hammett Guitar
James Hetfield Vocals, Guitar
Lars Ulrich Drums
Bob Rock Bass
Produziert von: Bob Rock Länge: 75 Min 08 Sek Medium: CD
1. Frantic7. Shoot Me Again
2. St. Anger8. Sweet Amber
3. Some Kind Of Monster9. The Unnamed Feeling
4. Dirty Window10. Purify
5. Invisible Kid11. All Within My Hands
6. My World

Das jahrelange Warten hat eine Ende und sämtliche Fragen zur musikalischen Weiterentwicklung der größten Metal-Band des Planeten dürfen beantwortet werden. Und eines ist mal sicher: Es kracht wieder gewaltig im Lager der Thrash-Ikonen aus San Francisco!

Die Band um Sänger James Hetfield hat genau das Album abgeliefert, mit dem niemand gerechnet hat. Die Schlipsträger der Plattenfirma haben sich offensichtlich nicht durchsetzen können. Die Radiostationen werden Amok laufen, wenn man ihnen eines der neuen Stücke zum Zwecke des Airplay anbietet.
Massenkompatible Melodien, radiotaugliche Balladen, sogar Gitarrensoli gibt es diesmal nicht. Dafür wird gebrüllt. Das Album besticht durch eine mit Rohheit kombinierte Komplexität, die eigentlich nur etwas für geübte Heavy Metal Hörer ist. Das Material erschließt sich dem Konsumenten erst nach mehreren Durchläufen, dann aber packt es einen gewaltig.

Wer einmal beim letzten Stück All Within My Hands angelangt ist, den lässt es nicht mehr los. Wenn sich James Hetfieled unter dem atemberaubend schnellen, blechernen Geschepper von Lars Ulrich's Drumkit die Seele aus dem Leibe schreit, dass ihm schier die Stimme wegbricht, dann fühlt man: Metallica sind angekommen. Angekommen bei einem Stil, der weder die Frühwerke wie "Kill 'Em All" (1983) und "Ride The Lightning" (1984) noch die blueslastigen Neunziger-Veröffentlichungen "Load" (1996) und "Reload" (1997) außer Acht lässt.
Erst jetzt ergeben sämtliche vorhergehenden Alben Sinn. So muss moderner Heavy Metal sein.
Der Sound der Doppel-LP übertrifft dabei jenen der kopiergeschützten CD bei weitem.

Meiner Ansicht nach hatten "Load" und "Reload" durchaus ihre Momente (The Memory Remains, King Nothing, Bleeding Me), aber es war nie wirklich Metallica. Die neue Scheibe zeigt, wo Metallica hingehören. Sie ist schnell, laut und aggressiv, dabei aber nie plump. Die Rohheit ist nicht Selbstzweck.
Die heilige Wut (St. Anger) hat von den vieren Besitz ergriffen und das ist nicht das schlechteste. Da aber niemand 75 Minuten nur prügeln kann, gibt es auch langsamere Momente, z.B. bei Sweet Amber und Purify.

Ob der neue Bassmann Robert Trujillo ein würdiger Nachfolger von Cliff Burton und Jason Newsted ist, kann anhand der Platte nicht beurteilt werden, die Basslinien auf dem Album stammen allesamt von Produzent Bob Rock.

Abschließend noch eine kurze Anmerkung: Metallica zeigen sich bei den Bonus-Tracks der Singles wie gewohnt großzügig: So finden sich auf der "St. Anger" CD-Maxi nicht weniger als drei RAMONES-Coverversionen (Commando, Today You Love, Tomorrow The World und Now I Wanna Snuff Some Glue). Auf der UK 7" befindet sich außerdem neben dem Titelstück der neuen Platte das Ramones-Cover We're A Happy Family.

Tim C. Werner, 09.07.2003

 

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