Metallica

Justice for all

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 13.06.2004
Jahr: 2004
Verlag: Omnibus Press

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Metallica
Joel McIver: Justice for all - The truth about Metallica
Omnibus Press, Hardcover, Fotos s/w, 2004
ISBN: 0711996008
Umfang: 366 Seiten
Preis: 27,90 EUR

METALLICA sind ein Phänomen. Nicht nur, dass sie mit zu den kommerziell erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten zählen. Sie haben zwei Mal maßgeblich Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik in unterschiedlichen Bereichen genommen.
Anfang der Achtziger waren sie die Vorreiter des Thrashs, und ermöglichten damit viele bis heute anhaltende Entwicklungen im weiten Feld des Extrem-Metals. Ihr schwarzes Album 1991 wurde stilprägend für harte Rockmusik in den Neunzigern.

Autor und Journalist Joel McIver, unter anderem für den britischen 'Record Collector' tätig und bekennender METALLICA-Fan hat die bislang ausführlichste Bandbiographie verfasst, mit keinem geringeren Anspruch, als die Wahrheit über METALLICA zu veröffentlichen.
Beim Thema Wahrheit fällt mir immer spontan eine Textpassage der kanadischen Band TRIUMPH ein, die mich seit ich sie das erste Mal lange vor über zwanzig Jahren hörte fasziniert und nicht mehr losgelassen hat: There are three sides to every story, yours, mine and the cold hearted truth.

Was also ist die Wahrheit über METALLICA? Sind sie die größte und erfolgreichste Metal-Band aller Zeiten und jeder veröffentlichte Ton eine einzige Offenbarung? Oder sind sie eine Band, die sich und ihre Ideale für den schnöden Mammon verkauft hat und sich von monetären Aspekten leiten lässt?

Joel McIver sammelt mit zwei kleinen Passagen gleich mächtig Sympathiepunkte bei mir: Im Umschlag des über 350-seitigen mächtigen Hardcoverbandes fordert er die Leser auf, sich mit ihm über seine Homepage zum Austausch von Meinungen und Kritik in Verbindung zu setzen, selbst wenn man zu den Wirrköpfen gehört, die "Load" für ein gutes Album halten.
Außerdem erläutert er in der Einleitung, warum er darauf verzichtete diese Biographie von der Band autorisieren zu lassen. Der Grund ist so einfach wie einleuchtend. Joel McIver nimmt kein Blatt vor den Mund und äußert bisweilen recht harsche Kritik an seinen Lieblingen, so dass bestimmte Passagen in einer geschönten offiziellen Biographie nicht im Sinne der Band gewesen wären. Dies betrifft vor allem die Zeit von 1996 bis 2003.

McIver geht streng chronologisch und wohl strukturiert vor. Die einzelnen Kapitel sind schlicht mit Jahreszahlen oder Zeiträumen überschrieben in denen er ausführlich und mit liebevollen Details gespickt (beispielsweise die Setlist des ersten METALLICA-Auftritts), die Geschichte der Band nachzeichnet.
Als Quelle dienten ihm mehr als siebzig Interviews, die er seit 1996 mit Personen aus dem näheren und weiteren Umfeld der Band geführt hat. Die Liste umfasst nahezu das komplette 'Who's who' der Bay-Aera-Szene, Vertreter des Musicbusiness wie Brian Slagel oder Jon Zazula, METALLICA-Hofphotograph Ross Halfin, Journalistenkollegen wie Sylvie Simmons und Garry Sharpe-Young, Produzent Flemming Rasmussen, und und und... Natürlich darf auch Lemmy, der Franz Beckenbauer des Rock'n'Roll nicht fehlen.

Immer wieder werden 'The truth about...'-Kapitel eingeschoben, in denen Joel McIver sich mit sogenannten Mythen über sie auseinandersetzt. Das klingt jetzt unheilsschwangerer als es wirklich ist. Im Prinzip stellt der Autor weit verbreitete Thesen über METALLICA in den Raum, analysiert, kommentiert und bewertet sie von seinem persönlichen Gesichtspunkt aus. Hier geht es um Themenkreise wie: 'Waren METALLICA die erste Thrash-Band?', 'Wäre die Bandgeschichte gravierend anders verlaufen, wenn Cliff Burton das Ljungby-Unglück überlebt hätte?' oder 'Wird das schwarze Album generell überbewertet?'

"Justice for all" ist eine sehr kurzweiliges Biographie, bei der es Joel McIver gelingt, der eigentlich wohlbekannten Bandgeschichte einige neue Facetten und Betrachtungsweisen abzugewinnen.
Für Musik-Fans, deren Interesse über die Hitballaden der Band hinausgeht, und die halbwegs der englischen Sprache mächtig sind, ist die Anschaffung des Buches eine wirklich lohnenswerte Angelegenheit. Lediglich die enthaltene Discographie hätte für meinen Geschmack ausführlicher dargestellt werden dürfen.

Martin Schneider, 13.06.2004

 

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