Melissa Bel

Brave

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.11.2009
Jahr: 2009
Stil: Pop

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Redakteur(e):

Marc Langels


Melissa Bel
Brave, Groove Attack, 2009
Melissa BelGesang
Sean AshbyGitarre
Mark McIntyreBass
Ray CoburnKeyboards
Jesse O'BrienKeyboards
Danny LockwoodSchlagzeug
Craig LapsleySchlagzeug
Chris McNeilPercussions
Zander LamothePercussions
Chantal HendricksGesang
Rob LamotheGesang
Terry TownsonHorns
Steve HilliamHorns
Produziert von: Tom Treumuth Länge: 43 Min 58 Sek Medium: CD
01. Distance06. I Wish You Would Kiss Me
02. We All Lose Our Way07. Tear This Apart
03. Better Things To Do08. You Don’t Fool Me
04. I Hate to Say It09. Tragedy In Disguise
05. Get Away With Murder10. Brave

„Was ist das denn für Musik bei Dir?“ fragt mich meine Frau, als Melissa Bel zum ersten Mal aus meinen Boxen kommt. Es stimmt, Musik wie die von Melissa Bel höre ich eher selten, aber die 20-jährige Kanadierin hat etwas, was sie von den anderen Pop-Musikerinnen wie etwa Colby Caillat unterscheidet: Seele. Hier unterwirft sich keine angehende Musikerin dem Diktat einer Plattenfirma und ist auf der Suche nach dem schnellen Erfolg. Melissa Bel will vielmehr ihre Geschichten erzählen und die sind meistens traurig und handeln von gebrochenen Herzen. Das ist zugegebener Weise nicht sonderlich originell, aber Abhandlungen über Weltpolitik und globale Armut hätte ich ihr kaum abgenommen.

Die Musik – und das ist das, was mich am meisten erfreut – ist komplett handgemacht und basiert vorwiegend auf den Klängen ihrer wunderbaren Akustik-Gitarre. Zusammen mit dem Gitarristen von Sarah McLachlan, Sean Ashby, entstanden so zehn wunderbare Songs, die man nun auf dem Debüt von Melissa Bel hören kann. “Brave“ ist dabei über die weitesten Strecken sehr intim ausgefallen und ziehen den Hörer geradezu in die Welt dieser jungen Dame. Sicherlich gehört McLachlan auch zu den Vorbildern von Melissa Bel, die aber auch ganz offensichtlich schon mal von Sheryl Crow oder Armanda Marshall gehört hat.

Die Einflüsse reichen dabei von Pop und leichtem Rock bis hin zum Soul und Blues und hin und wieder kann man leicht funkige oder jazzige Einsprengsler heraushören. Die Stimme ist dabei ebenso klar und bezaubernd wie rauchig und zerbrechlich, aber immer leidenschaftlich und voller Kraft. Die junge Dame kann aber auch ganz schön rockig sein. Das beweist sie direkt bei mehreren Stücken. Sie kann dabei auch gesanglich direkt mehrere Gänge höher schalten und röhrt in der Tradition einer Janis Joplin. Und wenn sie über das am schlimmsten gebrochene Herz oder unerwiderte Gefühle singt, dann kann man es jederzeit fühlen. Das macht auch den Reiz dieses Albums aus: diese intime Nähe, die Melissa Bel in ihren Songs zum Hörer aufbaut.

Für die sehr gelungene Produktion zeichnet Tom Treumuth verantwortlich, der sonst eher härtere Musik veredelt und mittlerweile Melissa Bel managt. Er hat auch bei der Produktion volle und tolle Arbeit geleistet. Die Songs sind sehr filigran und transparent produziert und lassen alle Feinheiten der Lieder hervortreten. Diese Songs sind nicht allesamt Klasse aber wesentlich angenehmer als fast alles, was momentan den lieben langen Tag im Radio läuft.

Und damit sind wir auch schon bei der Antwort auf die Eingangsfrage meiner Frau: allzu oft hört man solche Musik nicht bei mir, weil diese häufig zu einfallslos und künstlich ist, aber wenn denn ab und zu ein solcher Diamant dabei ist, dann darf auch solche grandiose Pop-Musik aus meinen Boxen kommen.

Marc Langels, 20.11.2009

 

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