Meena

Feel Me

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.04.2012
Jahr: 2012
Stil: Blues

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Meena Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Meena
Feel Me, Ruf Records, 2012
Meena CryleVocals, Acoustic Guitar
Chris FillmoreElectric Guitars, Acoustic Guitars, Dobro, Pedal Steel Guitar
Marlene LacherstorferBass on Tracks 1, 3, 6, 7, 8, 9, 11
Roger InnissBass on Tracks 2, 4, 5, 10, 12
Jamie LittleDrums, Percussion
Markus MarageterHammond Organ, Wurlitzer Piano
The Hot Pants Road Club Horn Section:
Werner WurmTrombone
Sebastian GrimusSaxophone
Manfred HolzhackerTrumpet
Produziert von: Jamie Little Länge: 52 Min 21 Sek Medium: CD
01. Movin' On07. Feel Me
02. I Was Made For Loving You08. Come To Mama
03. Stay Away From Me Baby09. My Empty Bed
04. If I Meet You One More Time10. Lord Have Mercy
05. If You Had A Diamond11. Singing Songs
06. Beg Like A Sinner12. My Performance Is Over

Auf ihrem 2010er Album, "Try Me", beeindruckte Meena Cryle, neben ihrer tollen, wandlungsfähigen Stimme, auch mit einer ganzen Riege von First-Class Musikern, die sie unterstützten. Dem "Versuch" folgt nun das "Gefühl" und es ist tatsächlich nicht nur ein "Hören", sondern ein "Fühlen", ein "Spüren", das einem dieses Album vermittelt.
Und das funktioniert diesmal ganz ohne "Gaststars" und auch praktisch - bis auf zwei Ausnahmen - mit eigenen Songs. Diese wurden alle mit ihrem Gitarristen Chris Fillmore geschrieben und entsprechend gitarrenorientiert sind die Nummern. Man muss schon etwas genauer hinhören, um die Orgel im Hintergrund von Movin' On zu finden. Dass der Schlagzeuger die CD produziert hat, hilft dem Tastenmann nicht unbedingt. Aber was soll's? Es groovt ordentlich und druckvoll und der Song erinnert mich mit seinem Southern-Riff an Bands wie LYNYRD SKYNYRD oder ZZ TOP. Geht gut ab.
Dann wird gleich etwas Drive herausgenommen und der Groove-Anteil erhöht. Man muss auf den Einsatz des Gesanges warten, ehe man KISS' I Was Made For Loving You identifiziert, aber wer ohne Scheuklappen hört, der wird seine Freude an dieser Version haben. Wie eine mexikanische Wüsten-Rock-Nummer mit Latino-Rhyhtmus und jazzig-schmetternden Bläsern krempelt Meena diesen Rock-Klassiker um und lässt gewaltig Soul und Gospel einfließen. Geil!

Weil die Österreicherin aber auch und besonders dem Blues zugetan ist - nicht umsonst war sie Teil der 2010er BLUES CARAVAN Tour - folgt mit Stay Away From Me Baby ein typischer 12-Takt Blues, der sowohl Meenas Stimme als hervorragendes Blues-Organ ausweißt, als auch ihren Chris Fillmore als tollen Gitarristen mit herrlichem Blues-Sound. Kommt gut.
Ähnlich wie Kollegin Dana Fuchs, in Songbird, lässt Meena in If I Meet You One More Time die Gefühle und Trauer über den Verlust eines Familienmitgliedes einfließen. Dabei ertrinkt sie nicht in Selbstmitleid, sondern - ebenfalls wie Dana Fuchs - erhebt sie ihre Stimme in durchaus hoffnungsvolle Höhen und macht diese emotionale, country-fizierte, Ballade zu einem richtigen Ohrwurm.
Erneut südamerikanische Einflüsse ziehen sich durch If You Had A Diamond. Die richtige Musik für die spätnächtlichen "Blue Hours". Das Gebläse der "Hot Pants Road Club Horn Section" bildet den Teppich, auf dem dieser Titel stimmungsvoll vor sich webt und der mich stellenweise an Dani Wildes letztes Album erinnert. Mag auch am wandlungsfähigen Gesang Meenas liegen.
Kaum die Hälfte durch und dieses Album gefällt mir immer besser!

Das herrlich pulsierende, swamp-bluesige Beg Like A Sinner klingt wie direkt aus Louisiana eingeflogen. Toller Roots'n'Groove-Blues mit Slide-Gitarre und einer erneut beeindruckenden Sängerin. Ja, man "fühlt", dass eine Menge an Emotionen und Gefühlen in diesem Mädel brodeln und wenn sie dem Song gegen Ende die Sporen gibt und das Ding noch mal ordentlich Fahrt aufnimmt, lässt man sich gern mitziehen, von diesem Drive.
Der Titelsong gibt weiter Gelegenheit, dieser Stimme zu lauschen. Der Hintergrund wird von einem akustischen Country-Blues gestaltet - ein bisschen wie die STONES in den 70ern - und auch darüber und dafür ist Meenas Stimme bestens geeignet. Manchmal glaube ich gar nicht, dass ich die ganze Zeit dasselbe Album höre, sondern mehr wie ein Radio erscheint es mir, welches mir nur meine Wunschsongs spielt.
Eine der größten und großartigsten Blues- und Soulsängerinnen war zweifellos Etta James. Entsprechen kann es ein gewisses Wagnis sein, sich an einem ihrer Songs auf Platte zu versuchen. Meena meistert diesen heftig groovenden Slide-Blues von Come To Mama äußerst genial und ihre Stimme kommt dabei so direkt und bestimmt aus den Speakern, als stünde sie direkt dahinter. Die Horn-Sektion sorgt für zusätzliche Power in dieser hypnotischen Nummer. Gefällt mir ausgesprochen gut.
An bereits erwähnte Dana Fuchs erinnert mich My Empty Bed. Wie bei der Amerikanerin spürt man auch in so einer langsamen Ballade, welch Vulkan unter der Oberfläche brodelt und jederzeit kurz vor dem Ausbruch steht. Man kann nicht anders, als diesem Gesang gespannt zu folgen.
Freunde des ursprünglichen Blues bekommen Stoff mit Lord Have Mercy geliefert. Schöner, spartanischer 12-Takt-Stampfer. Das energetische, sich sehr dynamisch auf und ab bewegende Singing Songs kann ich mir live als Höhepunkt des Sets gut vorstellen. Mit dem "Gospelchor" im Hintergrund steigert sich Meena hier so richtig rein und treibt die gesamte Band - besonders Fillmore legt mitreißend los - zum Höhepunkt. Es feuert aus allen Rohren! Richtig klasse!
Da kann es hinterher eigentlich nur heißen My Performance Is Over. Mit dieser bluesigen Ballade verklingt eine "Performance", die man recht bald wieder hören will und wird und die man am liebsten auch im Konzert erleben möchte. Deswegen kann die Schlussfolgerung, nach diesem hervorragenden Album, nur heißen "See Me"! Und das hoffentlich bald.

Epi Schmidt, 07.04.2012

 

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