Meat Loaf

Hell In A Handbasket

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.12.2011
Jahr: 2011
Stil: Pomp Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Meat Loaf
Hell In A Handbasket, Sony Music, 2011
Meat LoafVocals
The Neverland Express:
Justin AveryPiano, Organ,Keyboard, Synthesizer, Backing Vocals
Paul CrookElectric and Acoustic Guitars, Keyboard, Synthesizer, Loop Programming
Randy FlowersElectric and Acoustic Guitars, Backing Vocals
David LutherSaxophone, Backing Vocals
John MiceliDrums, Percussion
Danny MirandaElectric and Upright Bass
Patti RussoLead and Backing Vocals
Additional Musicians:
Bruce BowdenPedal Steel on Stand In The Storm
Caitlin EvansonFiddle on Live Or Die
Jerry FlowersBacking Vocals on Mad Mad World / The Good God Is A Woman And She Don't Like Ugly
Ginny LukeViolin on Party Of One
Jamie MuhoberacKeyboard, Synthesizer on All Of Me, Another Day and Our Love & Our Souls
Glen DuncanMandolin on Forty Days
Produziert von: Paul Crook Länge: 52 Min 40 Sek Medium: CD
01. All Of Me07. California Dreamin' (feat. Patti Russo)
02. Fall From Grace08. Another Day
03. The Giving Tree09. Forty Days
04. Mad Mad World / The Good God Is A Woman And She Don't Like Ugly (feat. Chuck D)10. Our Love & Our Souls (feat. Patti Russo)
05. Party Of One11. Stand In The Storm (feat. John Rich, Lil Jon and Mark McGrath)
06. Live Or Die12. Blue Sky

Jetzt übertreibt er aber ein bisschen, nicht? Schon wieder ein MEAT LOAF Album? Hat man zwischen "Bat Out Of Hell" und dessen zweitem Teil schon mal 16 Jahre warten müssen (ja, ein paar Alben gab's dazwischen und wer "Dead Ringer" im Regal stehen hat, muss sich dessen nicht schämen), folgt auf "Hang Cool Teddy Bear" kaum anderthalb Jahre später schon ein neues Werk namens "Hell In A Handbasket". Statt des - seit dem hängenden Teddybärer - angeblich unverzichtbaren Produzenten Rob Cavallo überlässt Meat diesmal seinem langjährigen Gitarristen Paul Crook die Oberaufsicht. Na ja, was gibt man schon auf Lippenbekenntnisse von Texanern...
Der Fleischklops peilt mittlerweile die Mitte seines sechsten Lebensjahrzehntes an und wenn er auch nach wie vor gern als aufbrausender (Tanz?) Bär daherkommt, so ist er doch letztes Wochenende, nach Thomas Gottschalks Verabschiedungs-"Wetten dass ...?", so unglücklich ins Hotelzimmer gestolpert, dass er sich gleich den Zeh gestoßen hat und dringend krankenschwesterliche Betreuung brauchte. Tja, man sollte in dem Alter vielleicht doch etwas langsamer machen.
Bei seinem neuen Album scheint er dies berücksichtigt zu haben, denn wo es beim Vorgängerwerk noch von Beginn an ordentlich dröhnte, legt man mit All Of Me doch erst einmal eine eher gemächliche Gangart vor. Ein jahreszeitlich passender Chor bereitet die Bahn und dann plätschert das sehr nett dahin. "Sehr nett" ist allerdings nicht unbedingt das, was man von MEAT LOAF hören will. Ein gesunder Schuss ist für gewöhnlich immer im Spiel. Hier weht zwar zwischenzeitlich ein etwas stärkeres Lüftchen, aber irgendwie weht es genauso locker davon, ohne einen zu berühren. Und ähnlich geht’s mir mit dem folgenden Fall From Grace. Etwas bemühter und stellenweise auch ganz forsch, aber doch zu gleichförmig. Kann man ähnlich auch von BON JOVI oder Bryan Adams serviert bekommen.

Bei The Giving Tree schwingt man sich weiter auf und so langsam bekommt man eine Idee von der Gewalt, mit der der Sänger einst seine Songs von Plattenrille und Bühne gebrüllt hat. Hätten die ersten beiden Songs einen besseren Boden bereitet, wäre ich jetzt schon richtig guter Stimmung und würde mich noch mehr über die mächtigen Gesangsduelle, zwischen Meat und dem Chor freuen. Für den folgenden Song hat sich der Rapper Chuck D im Studio eingefunden - oder wie immer das heutzutage gemacht wird - und auch wenn er erst später einsteigt, beeinflusst seine Teilnahme die gesunde Aggressivität des Songs anscheinend ganz gut. Zwischendurch muss ich mal an die BEATLES denken, aber dann legt Chuck D einen lupenreinen Gangster-Rap aufs Parkett und eigentlich setzt er damit eine Tradition fort, die schon auf dem ersten "Bat Out Of Hell" Album gepflegt wurde.
Dermaßen angestachelt, spurtet die Band in eine Uptempo-Nummer namens Party Of One, die den Dicken fast aus der Puste bringt. Ich denke aber, man merkt ihm an, dass er hier in seinem Element ist. Auch wenn er die Party allein feiert - hier kann er sich so richtig austoben und zu den typischen Meat-Elementen, gibt’s hier noch ab und an eine fette Kelle Heavy-Guitar-Riffs. Etwas unruhig, aber kommt doch gut. Da braucht's wohl eine Verschnaufpause ... denkt man, denn auf die liebliche irische Fiedel, die Live Or Die einleitet, folgen gleich wieder ein paar Brachial-Gitarren und auch der Refrain wird einem so ins Hirn gehämmert, dass man ihn bald nicht mehr loswird. Vielleicht nicht der große Geniestreich, aber die Power macht schon Spaß und falls der im Konzert gespielt werden sollte, darf man sich nicht über ein paar Headbanger vor der Bühne wundern. Hätte vielleicht auch zu Bands wie NICKELBACK gepasst. Dass es im Leben nur eine Entscheidung geben soll - die zwischen Leben und Sterben - das erscheint mir doch etwas zu simpel gestrickt. George W. lässt wohl grüßen.

Von wegen "grüßen". Schon auf dem letzten Album schickte der Sänger songtechnisch einen Gruß nach Kalifornien und anscheinend zieht's ihn vermehrt an die Westküste, denn hier bringt er sogar eine Coverversion eines der kalifornischen Evergreens: California Dreaming von THE MAMAS AND THE PAPAS und schon - und endlich! - steigt auch die famose Patti Russo ins Geschehen ein. Zunächst nahe am Original gehalten, bekommt der Songs bald einen zeitgemäßeren Anstrich, was Beat und Schärfe angeht. Dazu ein tolles Saxofonsolo. Das macht den Song jetzt nicht besser und an den "Erziehungsberechtigten" von damals kann auch das nicht kratzen, aber ich war weitaus skeptischer. Im Prinzip gar nicht schlecht gemacht und durchaus gut anzuhören.
Es geht also, wenn man will. Wenn man allerdings wieder Richtung BON JOVI tendiert, gibt’s nicht viel mehr als Blumentöpfe zu gewinnen. Another Day ist halt eine dieser Piano-Balladen, von denen es eigentlich schon genug gibt. Schön, aber auch schön, wenn's wieder aus ist.
Tom Petty? Hör ich mich beim Intro von Forty Days sagen, aber trotz des typisch schleppenden Rhythmus handelt es sich doch mehr um eine Meat-Midtempo-Ballade. Gehört mit seinem Roots-Rock-Anstrich aber doch zu den besten und interessantesten Nummern. Also, von der Produktion her kann man da eigentlich nicht meckern. Da hätte jetzt noch ein ordentlicher Ohrwurm-Refrain dazugehört, dann wäre das eine prima Single.
Mit Our Love & Our Souls kommen wieder ein paar Gedanken an die großen Tage von MEAT LOAF auf. Hauptanteil daran hat natürlich Patti Russo, die hier wieder die geniale Gesangspartnerin gibt. Ich kann mir nicht helfen, ich finde die Frau klasse, und frag mich, warum die nicht bei mehr Songs dabei ist. Der Songs plätschert, Streicherumgarnt, mehr beliebig-hymnisch dahin, aber mit diesen beiden Stimmen macht das trotzdem Spaß.
Eine Erschreckenssekunde lang hört es sich nach Helter Skelter an, aber es ist das heavy stampfende Stand In The Storm und wer könnte dem Sturm widerstehen, wenn nicht unser allerliebster Fleischberg. Groovt ganz gut und einigermaßen modern, aber ohne die bekannte Stimme - dazu gesellen sich John Rich, Lil Jon und Mark McGrath - würde diese Mischung aus Hard Rock, Country und Hip Hop weniger Zuhörer finden.
Blue Sky lässt das Album akustisch und etwas unspektakulär verklingen. Der Chor von Anfang übernimmt das Requiem.
Diesmal kommt MEAT LOAF ohne das massive Staraufgebot der Vorgängerscheiben aus, aber auch ohne den ganz großen Wurf. Zum Meilenstein in seiner langen Karriere reicht es mit diesem Album nicht. Da gefällt mir das vorherige Album schon besser, allerdings muss der Mann zeitlebens damit auskommen, dass sein "Bat Out Of Hell" Album sowieso nicht mehr übertroffen werden konnte. Also: Hang cool, Teddybär!

Epi Schmidt, 05.12.2011

 

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