Maria Muldaur

Yes We Can!

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.08.2008
Jahr: 2008

Links:

Maria Muldaur Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Yes We Can!, Telarc, 2008
Maria MuldaurLead Vocals and Fiddle
with
The Women's Voices For Peace Choir:
Kimberly Bass, Rhonda Benin, Keta Bill, Jenni Muldaur, Annie Sampson, Linda Tillery, Jeanie Tracy, Valerie Troutt
Featuring Special Guests:
Amma, Joan Baez, Jean Shinoda Bolen, Jane Fonda, Anne Lamott, Odetta, Holly Near, Bonnie Raitt, Phoebe Snow, Marianne Williamson
The Free Radicals:
David TorkanowskyKeyboards
Tony BraunagelDrums, Percussion
Hutch HutchinsonBass Guitar
Shane TheriotLead, Rhythm, Slide Guitar
Produziert von: Maria Muldaur Länge: 67 Min 11 Sek Medium: CD
1. Make A Better World8. License To Kill
2. Inner City Blues (Makes Me Wanna Holler)9. Masters Of War
3. Yes We Can, Can10. Why Can't We Live Together
4. John Brown11. Pray For The USA
5. This Old World12. Down By The Riverside
6. War13. Everyone In The World
7. We Shall Be Free

"Yes We Can" heißt Maria Muldaurs neues Album und allzu leicht vermutet man hinter diesem Titel eine Unterstützungskampagne für Barack Obama, der ja mit diesem Slogan recht erfolgreich ist (die SPD in Bayern weniger, aber das ist ein anderes Thema...).
Aber Maria hat es natürlich nicht nötig auf irgendeinen Zug aufzuspringen und das, aus menschlichen Körpern gebildete, Peace-Zeichen (nein, ich weiß nicht ob Maria Muldaur dabei ist) auf dem Cover richtet sich auch nicht gegen einen bestimmten Krieg, sondern verdeutlicht einfach, dass Frieden der Schlüssel zu jedem Glück ist.
Ein weiterer Schlüssel sind Frauen. Schließlich waren sie von Beginn an dabei. Oder zumindest kurz danach, so sagt man. Muldaur hat sich seit Beginn ihrer Karriere, was auch schon bald ein halbes Jahrhundert zurückliegt, dem Protest, dem Frieden, der Liebe, der Menschlichkeit... und der damit verbundenen Musik gewidmet. Mit ihrem neuen Album will sie einen Anstoß für ein Umdenken geben und hat dazu neben dem "Women's Voices For Peace Choir", der sich aus Sängerinnen, Aktivisten, Autoren zusammensetzt noch einige bekannte Namen um sich geschart. Die Songs sind überwiegend altbekannt, aber, wie sie selbst sagt, ist es durchaus wieder an der Zeit sie anzustimmen.

Wo man vielleicht erwarten könnte, hier geht's gleich mit einem rührseligen Friedensgesäusel los, sieht sich getäuscht. Es geht mit einem rockigen Boogie namens Make A Better World (na schön, beim Thema sind wir natürlich), der irgendwo zwischen THE BANDs The Shape I'm In und dem Bar-Boogie von D.C. & THE CRUISERS liegt. Dazu Marias angenehm raue Stimme - das macht gleich Stimmung.
Der Inner City Blues stammt natürlich von Marivn Gaye aber wird vielen in der Version von Joe Cocker geläufiger sein. Hier kommt er jedenfalls richtig gut: Funky, soulig, groovy - wie direkt von einem Dancefloor der 70er Jahre.
Ähnlich gut kommt Yes We Can, Can, das mit seinem funky Beat und den gerappten Vocals ebenfalls sofort zum Mitgrooven einlädt. Gaststar hier Bonnie Raitt. Warum sie nicht die Slide-Gitarre in diesem Song spielt, ist allerdings für mich nicht nachvollziehbar.
Wenn es um Protestsongs, oder einfach Songs geht, die auf den Punkt kommen, dürfen welche aus der Feder von Bob Dylan nicht fehlen. John Brown macht den Anfang und rollt flott und vibrierend, als würde ein Zug durch die Swamplands rattern. Dazu noch ein paar soul-gospelhafte Backgroundstimmen vom Chor - perfekt.

Buddy Millers This Old World entführt dann ganz in die Frühzeit von Muldaurs Karriere und somit in Folk, Bluegrass und Country. Herrlich wie Banjo, Fiddle und Lap Steel hier für den ländlichen Groove sorgen. Da denkt man natürlich auch an Bruce Springsteens "Seeger Seesions".
Jener Springsteen hat sicher auch eine der mitreißendsten Versionen von War auf Platte gebannt, doch auch Maria Muldaur versteht es, dem Song eine ungeheure Stimmung zu verpassen. Im Gegensatz zum 'Boss' nicht mit Dampfhammerrock, sondern fast in Slow Motion und trotzdem mit einem fetzigen Gitarrensolo.
Einem Mainstream-Country Boy wie Garth Brooks schreibe ich einen Song wie We Shall Be Free nicht unbedingt zu und doch stammt die Nummer von ihm. Na ja, ist mir dann auch ein wenig zu glatt, obwohl die Beteiligung von Joan Baez, Holly Near und Odetta stimmlich schon gut kommt und man sich von der Gospel-Stimmung leicht anstecken lässt.
Wieder Dylan ist der Verfasser License To Kill. Zweifellos einer seiner schönsten wie ergreifendsten Songs und der klingt auch hier einfach nur gut. Gleiches gilt für Masters Of War. Hat jemals jemand einen treffenderen Song geschrieben? Die Interpretation von PEARL JAMs Eddie Vedder, bei Bob Dylans "30th Anniversary" Konzert, ist für mich zwar unerreicht, aber auch Maria kriegt eine sehr eindringliche Version hin. Die Musik unterstreicht den Gesang und den Text sehr gut.
Why Can't We Live Together stammt zwar von Timothy E. Thomas, klingt aber wie eine Mischung aus Tina Turner und Sade in den 80ern und tatsächlich hat ihn Letztere ja auch aufgenommen.
Das sich immer mehr steigernde Pray For The USA - zusammen mit Phoebe Snow - hat ebenfalls eine gewisse Magie in sich, leiert mir aber doch zu sehr im Pop-Soul-Bereich. Die Stimmen sind allerdings klasse. Das alte Traditional Down By The Riverside nochmal in einer ansprechenden Version aufzulegen ist sicher nicht einfach, aber wenn man es so wie hier, in einer an Marcia Ball erinnernden New Orleans Stil macht, schnippt und singt praktisch Jeder umgehend mit.
Etwas zu besinnlich endet mir dieses Album mit Everyone In The World. Es war wohl ein Anliegen von Maria Muldaur, das Album zusammen mit der bei den Indianern als heilig geltenden Amma und einem Song aus deren Umfeld zu beschließen.
Selbst wenn man nicht gerade der Friedensbewegung angehört, kann man sich - ganz unvoreingenommen - an den Songs auf diesem Album erfreuen. Manch nachdenkliche Stimmung wird ebenso wenig ausbleiben wie manch positiver Gedanke.

Epi Schmidt, 16.08.2008

 

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