Man

And In The Beginning

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.12.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Man
And In The Beginning... The Complete Early Man 1968-69, Sanctuary Records/Castle Music, 2004
Länge: 109 Min 03 Sek Medium: Do-CD
CD 1 - "Revelation":
1. And In The Beginning8. And Castles Rise In Children's Eyes
2. Sudden Life9. Don't Just Stand There (Come In Out Of The Rain)
3. Empty Room10. The Missing Pieces
4. Puella! Puella! (Woman! Woman!)11. The Future Hides It's Face
5. Love12. Sudden Life (mono single mix)
6. Erotica13. Love (mono single mix)
7. Blind Man14. Erotica (mono single mix)
CD 2 - "2 Ozs Of Plastic With A Hole In The Middle":
1. Prelude6. Brother Arnold's Red And White Striped Tent
2. It Is As It Must Be7. A Sad Song (previously unreleased track - early version of 'Grasshopper')
3. Spunk Box8. Walkin' The Dogma (early version of Spunk Box)
4. My Name Is Jesus Smith9.a. My Name Is Jesus Smith (extended instrumental version)
5. Parchment And Candles9.b. My Name Is Jesus Smith (extended vocal version)

MAN - Mann, was für eine Band. Irgendwo genial, aber eigentlich nie am richtigen Ort oder Zeitpunkt. Geschweige denn, dass sich irgendeine Besetzung der Band mal über längere Zeit gehalten hätte. Am Anfang, und um die ersten beiden Alben geht's hier, waren jedenfalls Mickey Jones (Gitarre, Gesang), Clive John (Keyboards), Ray Williams (Bass) und Jeff Jones (Schlagzeug) - nicht, dass das lange so geblieben wäre...
Egal, man schreibt das Jahr 1968 und eigentlich ist es fast schon zu spät, noch mal eine Hippie-Band ins Leben zu rufen. Am Anfang waren... die BEATLES? Warum nicht. Also klingt And In The Beginning wie ein unveröffentlichter Track aus deren 67/68er Zeit, mit entsprechenden indischen Einflüssen und sonstigem Geleier. Weil sie aber selten einen Song lang in einem Schema bleiben, jubiliert mal eben ein mehrstimmiger Chor, als wären die Fab Four gerade zum Himmel aufgefahren. Langsam kommen mir also VANILLA FUDGE Verdächteleien in den Sinn. Die scheinen denn auch für Sudden Life eine Allianz mit STATUS QUO (pre-Boogie Zeit) eingegangen zu sein.
MAN scheint ja in erster Linie auf Festivals und Konzerten bestens angekommen zu sein und ich kann mir das auch gut vorstellen. Irgendwie haben sie von nahezu jedem Musikstil etwas und vermengen das zu einem, teilweise abgedrehten, Mix, der vor allem live das Publikum an den Rand der Ekstase versetzen musste.

Da klingt's auch mal erfrischend straight folk-rockig in Empty Room, aber wenn mehrstimmiger Gesang und Hammondorgel psychedelisieren - also Drogen braucht man da eigentlich nicht mehr.
Puella! Puella! - keine Ahnung was der Titel soll, denn außer "Aahaahaah's" gibt's keinen Text und die Musik ist etwas experimentell.
So, was ist das jetzt? Love klingt wie ein Titel aus LED ZEPPELINs dritter LP voller akustischer Nummern, bzw. ähnlich wie der ruhigere Part in Babe, I'm gonna leave you. Na ja, das kennen wir ja, dass damals jeder von jedem geklaut hat.

Krönung dieser ersten MAN-Scheibe ist natürlich der Titel Erotica. Und der Songtitel ist noch untertrieben! Da hat sich doch offensichtlich der Produzent, bei eingeschaltetem Mikrofon, an einer Dame im Kontrollraum vergangen... also, unglaublich... Die Band dudelte sich derweil hinter der Scheibe zum Höhepunkt und die zwei auf der anderen Seite...
Ich sag mal so: Bolero hat nicht halb soviel Wirkung wie dieser Song und was Serge Gainsbourg und sonst wer aufgenommen hat, klingt hiergegen wie das Sandmännchen.
Erholen kann man sich bei, ja hoppla (überraschen einen doch immer wieder, diese Burschen!), bei einem Boogie! Blind Man klingt wie der Beat von CANNED HEAT und der Gesang von WISHBONE ASH. Aber nicht, dass ihr denkt, das bliebe bis zum Ende des Songs so!
Und noch jede Menge anderer Bands fallen einem ein. DEEP PURPLE etwa. Jon Lords Orgelspiel könnte Pate gestanden haben für die Tastenarbeit in Don't Just Stand There.

Für manches fehlt einem auch das Verständnis, wenn man nicht aus jener Zeit kommt, oder sich zumindest schon mal mit... nein, ich empfehle doch, sich das hier ohne Drogeneinfluss anzuhören. Das macht so schon wirr genug - und ist trotzdem interessant!
Die zweite CD (somit das zweite Album der Waliser) klingt nicht so sehr viel anders. Zunächst tschirpt, pfeift und flötet es, als wären PINK FLOYD hier am werkeln, wird aber auch mal dramatischer und andere Tonquellen mischen sich ein. Anscheinend hat das Orchester Freistunde. Ein paar härtere und verzerrtere Töne gesellen sich auf diesem zweiten Album zum Sound der Gruppe. Oft genug erinnert mich der Gitarrensound an GRAND FUNK RAILROAD und It Is As It Must Be würde mich auch bei denen nicht überraschen.
Ja, ja, mit einem Pseudo-Boogie wollen sie einen auch wieder verarschen. My Name Jesus Smith heißt der Titel und naturgemäß kommt einem STATUS QUO in den Sinn (hier Beginn der Boogie-Time). Nach etwa drei Minuten, man denkt es wäre aus, schwenken sie plötzlich in einen Country-Rock-Rhythmus um, um gleich darauf den Song zu beenden.
Erneut DEEP PURPLE und etwas TEN YEARS AFTER fallen mir bei Brother Arnold's... ein und ein bisschen Westcoast-Rock (und einem richtig geilen Orgel-Solo!). Tja, das war auch alles in seinen Anfangstagen und, wie gesagt, ob sich da nicht der ein oder andere auch mal bei MAN bedient hat? Und wo ich schon mal dabei bin: Klingen die schweren Hammond-Akkorde in It Is As It Must Be nicht verdächtig ähnlich wie die in URIAH HEEPs Gypsy? Wer ist die Henne und wer das Ei?
Walkin' The Dogma heißt nicht umsonst so: Natürlich ist das eine psychedelische Abkupferung von Walkin' The Dog! Wie so was als Eigenkomposition durchgehen kann, ist mir ein Rätsel. Gut gemacht ist es aber allemal.

Beim Sad Song schwenkt die Band wieder zwischen Country und Folk hin und her, ohne sich festzulegen. Ein bisschen LED ZEPPELIN, BYRDS, DEEP PURPLE, VANILLA FUDGE, auch mal GRAND FUNK, soviel verschiedene und doch verwandte Stile sind hier unterwegs und lassen wohl verstehen, wieso diese Band live - nicht zuletzt in Deutschland - so beliebt war.
War? Ein paar Dutzend Umbesetzungen und Schicksalsschläge können die Band offensichtlich nicht stoppen: Die touren immer noch! Mann!

Epi Schmidt, 06.12.2004

 

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