Maggie Bell

Queen Of The Night

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.06.2021
Jahr: 1974
Stil: Blues, Soul, R&B
Spiellänge: 41:42
Produzent: Jerry Wexler & Antisia Music

Links:

Maggie Bell Homepage


Plattenfirma: Repertoire Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Aretha Franklin

Janis Joplin

Dana Fuchs

Titel
01. Caddo Queen
02. A Woman Left Lonely
03. Souvenirs
04. After Midnight
05. Queen Of The Night
06. Oh My My
 
07. As The Years Go Passing By
08. Yesterday's Music
09. We Had It All
10. The Other Side
11. Trade Winds
Musiker Instrument
Maggie Bell Vocals
Reggie Young Lead Guitar
Cornell Dupree Lead Guitar, Rhytm Guitar
Hugh McCracken Rhythm Guitars
Richard Tee, Arthur Jenkins, Leon Pendarvis, Barry Goldberg Keyboards
Chuck Rainey, Bill Salter Bass
Steve Gadd Drums
Ralph MacDonald Percussion
The Sweet Inspirations Background Vocals

Für mich gibt es keinen Zweifel: Schottische Sänger sind – geht es um Rock'n'Roll – die Besten. Beispiele? Dan McCafferty von NAZARETH, Rod Stewart, Frankie Miller und auch in Bon Scott's floss – neben anderen Substanzen – ein großer Anteil schottisches Blut (was sich schon in seinem Namen ausdrückt). Und in der Damenwelt stammte die europäische Antwort auf Janis Joplin aus... ja, woher wohl? Genau! Maggie Bell kam zu ersten Ehren mit ihrer Band STONE THE CROWS (auf die ich an anderer Stelle eingehe), die sich bald nach dem Tod ihres Gitarristen Les Harvey auflösten.

 

Peter Grant, der STONE THE CROWS für das LED ZEP-Label Swan Song entdeckt hatte, versprach ihr, sie weiter zu managen und sie bei ihrer Solo-Karriere zu unterstützen. Interessanter Weise nahm Maggie Bell dann gleich zwei Alben auf, die beide bis zum heutigen Tag nicht veröffentlicht wurden. Der Plattenfirma waren sie einfach nicht gut genug, aber, was wahrscheinlicher ist, womöglich passten sie nicht zum damaligen Musikgeschmack. Zum Glück nahm sie Atlantic-Records Produzent Jerry Wexler unter seine Fittiche und produzierte mit Maggie ihr Solo-Debüt “Queen Of The Night“, welches soeben von Repertoire Records neu aufgelegt wurde.

 

Der Mär nach hörten sich Jerry und Maggie durch 200 Songs, um die richtigen für ihr Solo-Debüt zu finden. Unter den Händen eines Mannes, der Leute wie Ray Charles und Aretha Franklin produziert hat, verwundert es wenig, dass es gleich mit einem pulsierenden R&B-Feuerwerk losgeht, dass auch besagter Aretha gut zu Gesicht gestanden hätte. Funky und mit einem großen Schuss Soul geht Caddo Queen gut ab und die schottische Röhre passt gut zur Musik der amerikanischen Südstaaten. Die Ballade Am Woman Left Lonely erinnert mich an die Arbeiten von Wilson Pickett zusammen mit Duane Allman. Statt Slide-Gitarre gibt’s die tolle Pedal Steel von John Hughley, das Southern-Flair und der Soul bleiben erhalten.

 

Maggie Bell wurde gern als britisches Pendant zu Janis Joplin genannt, was Souvenirs durchaus befeuern dürfte. Aus der emotionalen Soul-Ballade kann man schon ziemlich viel Janis raushören. After Midnight war bereits 1970 durch Eric Clapton gecovert worden und Maggies Version entfernt sich von Claptons gar nicht so weit, kommt allerdings rhythmischer und mit einem Schuss Karibik. Für den Titelsong des Albums widmet sich Maggie wieder dem Blues und Soul, mit einer tollen Demonstration ihrer Stimme, tollem Background-Chor und effektiver Bläser-Unterstützung. Bei Oh My My grüßt James Brown ebenso, wie Aretha, und mit As The Years Go Passing By folgt wieder eine starke Blues-Ballade. Da liegt jede Menge “Heart and Soul“ in dieser beeindruckenden Stimme, die eigentlich viel bekannter hätte werden müssen. Dieses Schicksal teilt sie mit Frankie Miller, der, in meinen Augen, auch viel mehr Erfolg hätte haben müssen.

 

Dem Album hier hätten sicher auch ein, zwei flottere Nummern gut getan, aber wer hätte auf Perlen, wie Yesterday's Music verzichten wollen? Also das kann locker mit etlichen von Janis's Aufnahmen mithalten und wer auf aktuelle Sängerinnen, wie Dana Fuchs steht, der sollte sich zwingend mit Maggie bekannt machen. Bei The Other Side wird’s dann auch nochmal etwas flotter. Groovt richtig klasse zwischen R&B und Gospel, mit etwas Country-Anteil. Eine echte Good-Time-Nummer. Zum Abschied gibt’s dann noch eine – war zu erwarten – Ballade. Zum cool klimpernden Jazz-Piano gibt Maggie noch einmal eine Kostprobe ihrer Ausnahmestimme.

Insgesamt jetzt nicht das “Party-Album“ und trotzdem kann man sich sehr häufig von der Klasse der Songs mitreißen lassen.

 

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