Madrugada

The Best Of

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.02.2011
Jahr: 2011
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Madrugada
The Best Of, EMI Music, 2011
Sivert HoyemVocals
Robert S. BurâsGuitar
Frode JacobsenBass
Jon Lauvland PettersenDrums
Alexander Kloster-JensenGuitar, Vocals
Cato Salsa ThomassenGuitar, Keyboards
Simen VangenDrums
Erland DahlenDrums
Produziert von: Madrugada, George Drakoulias, Head, Frode Jacobsen, John Agnello, Kai Andersen Länge: 140 Min 50 Sek Medium: CD
CD 1:
01. The Kids Are On High Street08. Black Mambo
02. 7 Seconds09. Salt (2010 Digital Remaster)
03. Look Away Lucifer10. Stories From The Streets
04. Belladonna11. I Don't Fit
05. Blood Shot Adult Commitment12. Majesty (Live)
06. Higher (2010 Digita Remaster)13. You Better Leave (Live)
07. Beautyproof14. All This Wanting To Be Free
CD 2:
01. What's On Your Mind08. Lift Me
02. Hold On To You09. Honey Bee
03. Strange Colour Blue (2010 Digital Remaster)10. Electric (2010 Digital Remaster)
04. Vocals (2010 Digital Remaster)11. Quite Eomtional
05. Hands Up - I Love You12. Step Into This Room And Dance For Me
06. Majesty13. A Deadend Mind
07. This Old House14. Sail Away

Die norwegische Rockband MADRUGADA wurde bereits 1993 gegründet und hat sich über die Jahre hinweg einen richtigen Kultstatus erspielt. Tragischerweise sind bereits zwei Bandmitglieder verstorben, darunter Gründungsmitglied Robert Buras.
"The Best Of Madrugada" erschein bereits vor einiger Zeit in ihrem Heimatland und ist nun auch bei uns erhältlich. Aus dem zunächst geplanten einzelnen Silberling wurden schnell zwei, wovon die erste CD die härtere Gangart der Band und ein paar Live-Tracks repräsentieren sollte, hingegen die zweite Scheibe die ruhigeren, atmosphärischeren Songs beinhalten.
Somit wurde eine schöne Doppel-CD daraus, die mit einem 24-seitigen Booklet auch für einige Infos und Bild sorgt. Gerade anhand der Live-Bilder kann man sehen, dass es sich bei MADRUGADA längst nicht mehr um einen Indie- oder Clubact handelt, sondern dass hier eine richtig große Band agiert.
Stellenweise weißt die Band eine stilistische Verwandtschaft zu R.E.M. auf, wie man schon beim ersten Stück, The Kids Are On High Street deutlich hören kann. Entsprechend auch schon ein kleiner Hit. Dass es durchaus auch derber, fast punkig, zugehen kann, verdeutlicht 7 Seconds und noch kerniger, wenn auch mit ruhigerem, akustischen Beginn, zeigt sich die Band im folgenden Look Away Lucifer. Das steigert sich in eine sehr Neil Young-mäßige "Klangcollage". Dessen "Jünger", Rich Hopkins, fällt mir dazu noch ein, denn der verbindet auch gern so einen Wüstenrock mit lauten Gitarren.
Und beim nächsten Song kommt dann noch die leichte Überdrehtheit eines TITO & TARANTULA hinzu und schon lugt auch Jim Morrison um die Ecke.
Bei allen Vergleichen und Anleihen behalten MADRUGADA aber ihre Eigenständigkeit und können mit ihrem Stil nahezu immer überzeugen.

Alle Singles und Hits sind hier vertreten und da darf das tolle Black Mambo natürlich nicht fehlen. Klasse, wie die Band hier den Soundtrack für einen gruseligen Film strickt. Überhaupt Soundtrack! Daran erinnern die Songs der Band recht häufig. Immer scheinen sich Szenerien zu zusammenzubrauen und wie von allein entstehen Bilder vor den Augen des Zuhörers.
Salt z. B. könnte problemlos bei den meisten Spaghetti-Western - und das ist nicht abwertend gemeint - für eine wertsteigernde Klangkulisse sorgen. Man denkt natürlich auch immer an ähnliche Künstler. Bei Majesty - hier ein toller Live-Mitschnitt - scheinen sich Chris Isaac, Ian Astbury und Jim Morrison zu begegnen, um einen Italo-Western zu vertonen. Neben einer Schwäche für Bruce Springsteens "Nebraska" Album haben die Norweger ja auch schon immer eine gewisse Leidenschaft für die iberische Halbinsel offenbart. Was nicht zuletzt ihr Bandname unterstreicht.
Mit All This Wanting To Be Free beschließt ein unveröffentlichter Song die erste CD. Hat einen leicht lärmenden Live-Charakter, mit grellen Akkorden und einem leicht hymnischen Gesang. Kommt im Konzert bestimmt richtig geil.

So durchgeschüttelt soll uns die zweite CD ruhigere Gefühle bescheren, aber ich weiß nicht so recht ... Bereits What's On Your Mind hat irgendwie schon diesen "Nick Cave Unterton", dem ich nicht so recht traue und der immer geeignet ist, einem ein leichtes Frösteln über die Schultern zu jagen. Oder, wenn man es nicht so düster sieht, klingt es ein bisschen nach Billy Idol, wie in Hold On To You.
Man erschrickt, wenn urplötzlich ein Stimme das Wort "Blue" aus dem Intro von Strange Colour Blue erklingen lässt. Also wer glaubt, die "ruhigere" CD wäre das Richtige um die Seele baumeln zu lassen und sich einen lockeren Nachmittag zu machen, der sei hier gewarnt. Für meinen Geschmack ist diese düster-bedrohliche Art eher geeignet, einen noch nachts den Schlaf zu rauben.
Auf Hands Up - I Love You passt die Bezeichnung dann tatsächlich ziemlich gut, und das anschließende Majesty - der einzige doppelt vertretene Song - zeigt auch in dieser akustischeren, ruhigeren Fassung seine absoluten Hit-Qualitäten.
Nicht nur die Mundharmonika erinnert in This Old House an Neil Young, auch die Akustikgitarre und der ganze Stil. Natürlich muss man sich Neils Stimme dazu denken.
Ich finde es fast bei jedem Song aufs Neue beeindruckend, wie MADRUGADA mit wenig Stilmitteln, wenig Instrumenten und sehr sparsamer Spielweise eine ganz besondere Atmosphäre kreieren. Ob das jetzt A Dead End Mind oder das letzte Stück, Sail Away, ist. Vielleicht ist genau das der "Trick": Platz und Raum lassen, für die Bilder, die so in den Köpfen der Hörer entstehen. Vielleicht auch ein Grund, warum einen die Songs so lange begleiten. So lange, wie, hoffentlich, die MADRUGADA noch. Denn solche Bands entstehen auch außerhalb von Norwegen nur selten. Mit diesem Album hat man zunächst eine tolle Retrospektive.

Epi Schmidt, 31.01.2011

 

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