Madrugada

Live At Tralfamadore

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.06.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Madrugada
Live At Tralfamadore, EMI Music, 2006
Robert S. Buras Guitars & Backing Vocals
Sivert Hoyem Vocals, Tambourine & Acoustic Guitar
Frode Jacobsen Bass, Guitar & Backing Vocals
Gäste:
Erland Dahlen Drums, Percussion & Backing Vocals
Simen Vangen Drums (Strange Colour Blue & Seven Seconds)
Fredrik Viklund Additional Guitars, Keyboards & Backing Vocals
Produziert von: Madrugada Länge: 88 Min 42 Sek Medium: Do-CD
1. Hard To Come Back 7. Seven Seconds
2. Majesty8. Mother Of Earth
3. You Better Leave9. Running Out Of Time
4. Strange Colour Blue10. Black Mambo
5. On Your Side11. Sometimes I Feel Like A Motherless Child
6. The Kids Are On Hight Street12. Sail Away
Bonus Disc:
1. Blood Shot Adult Commitment3. Only When You're Gone
2. Black Mambo

Madrugada ist eigentlich eine eher abstrakte, spanische, Bezeichnung für die Stunde vor Sonnenaufgang und auch den Ort Tralfamadore findet man auf keiner Landkarte, sondern nur als fiktiven Planeten in Kurt Vonneguts Buch "Schlachthof Fünf".
Für die norwegische Band MADRUGADA trägt "Live At Tralfamadore" jedenfalls auch die Startnummer Fünf seit ihrem Debüt von 1999 und ist, der Titel verkündet es, ihr erstes Live-Album.
Die Band war von jeher Gitarren-orientiert, mit Anfängen als STONES- und STOOGES-Covermusiker, und das haben sie auch beibehalten. Beim Album "Grit" (2002) wurde da sogar recht derb und punkig hingelangt, aber bereits beim letzten Album "The Deep End" wurde im bewährten Stil gerockt, der bei Magazinen wie dem Aschaffenburger 'Eclipsed' unter Atmo-Rock läuft.

Atmosphären aufzubauen fällt MADRUGADA auch wirklich nicht schwer und schon mit dem galoppierenden Rhythmus von Hard To Come Back und seinen scheppernden Gitarren suggerieren sie uns eine Szenerie wie in einem Spaghetti-Western. Erinnerungen an die spanische Band HEROES DEL SILENCIO kommen hier nicht zufällig auf.
Der charismatische Sänger Sivert Hoyem kommt vor allem bei ruhigeren, akustisch untermalten Stücken wie Majesty hervorragend zur Geltung. Mit dieser dunklen, faszinierenden Stimme lässt er bei der schweren Ballade You Better Leave mal an Nick Cave denken, bei Strange Colour an eine Mischung aus Jeff Buckley und Chris Isaak. Aber immer mit einer ganz eigenen Note die, wie die Zitierten, einen Großteil ihrer Inspiration wohl von Jim Morrison bezogen haben.
Mit On Your Side und The Kids Are On High Street folgen rockende Titel vom letzten Studioalbum und gerade letztgenannte Nummer ist ein absoluter Ohrwurm, der an intensive, rockige R.E.M. denken lässt.
Wenngleich Sänger Sivert heute nicht mehr allzu glücklich über das punkig-trashige "Grit" Album ist, muss natürlich auch daraus was gespielt werden und bei Seven Sevonds geht es auch entsprechend zur Sache. Da dürfte für Pogo auf Tralfamodere - oder wo auch immer - gesorgt worden sein.
Die Mother Of Earth geht wieder in Richtung der Eröffnungsnummer. Will sagen: Italo-Western Atmosphäre, die einen sofort zusammen mit Eastwood durch eine imaginäre Wüste traben lässt.
Psychedelisch abgedreht geht es beim Black Mambo zu und lässt hier, wen wundert's, die DOORS sehr weit aufschwingen und auch bei Sail Away kann man sich eine Kombination aus Jim Morrison und PEARL JAM gut vorstellen. Dazwischen wird der Klassiker Sometimes I Feel Like A Motherless Child eingeschoben, der, nur von Streichern instrumentiert, absolut eindringlich wirkt.

Äußerst erfreulich, dass es heute noch Live-Doppel-CDs gibt. Auf der "Bonus CD" finden sich drei weitere Titel. Das heftig rockende Blood Shot Adult Commitment - natürlich vom "Grit" Album -, das mich etwas an frühe U2 erinnert, sowie erneut Black Mambo, das einen hier allerdings mehr in ein Duell unter sengender Mittagssonne versetzt. Da schwitzt man nahezu schon beim zuhören.
Krönung des Albums ist, für mich, der letzte Titel. Das überwiegend akustische Only When You're Gone brodelt herrlich vor sich hin und scheint sich gleichzeitig jederzeit in einen Orkan wandeln zu können. Mit einer Grabesstimme irgendwo zwischen Cash, Morrison und Cave bringt Sivert Hoyem diesen beeindruckenden Song und beschließt das Album passend und eindrücklich.

Schön, dass es heutzutage noch solche Gitarren-orientierten Bands gibt, die noch dazu solch tolle Livealben veröffentlichen.

Epi Schmidt, 21.06.2006

 

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