Mad Dawgs

...live!

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.02.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues-Jazz

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Mad Dawgs
...live!, Sormy Monday Records, 2011
Kat BalounVocals, Blues Harp
Amy ZapfVocals, Piano, Accordion, Mandolin
Jan HirteVocals, Acoustic Guitar
Bernd KuchenbeckerVocals, Acoustic Bass
Marcel Van CleefDrums, Percussion
Produziert von: Amy Zapf, Alf List & Wolfgang Schmidt Länge: 68 Min 20 Sek Medium: CD
01. Give It Up Or Let Me Go07. Hold It Right There
02. T-Bone Shuffle08. Is You Is Or Is You Ain't My Baby
03. Big Kat Boogie09. I Can't Make You Love Me
04. Exactly Like You10. Let The Back Door Hit You
05. Jambalaya11. Why You So Mean To Me
06. Louisiana 1927

"Abseits der ausgetretenen Pfade des Blues- und Jazz-Mainstreams haben sich fünf Ausnahmetalente der Berliner Bluesszene zusammengetan. Die Verstärker wurden einfach in die Ecke gepackt und machen einem rein akustischen Instrumentarium Platz."
"Den MAD DAWGS geht es weniger um eine historisierende Neuauflage des Country-Blues der 20er und 30er Jahre. Die junge Band setzt vielmehr auf einen kompakten, modernen Sound, der auch gewagte Experimente nicht scheut."
So weit zur "Selbstbeschreibung" der "Verrückten Hunde" auf ihrer Homepage. Zusammengefunden haben sich hier zwei Amerikanerinnen und drei Europäer - allesamt seit Jahrzehnten Live- und/oder Bluesmäßige unterwegs - die einen sehr unterhaltsamen Abend problemlos gestalten können. Zeuge davon ist ihre eben erschienene Live-CD. Das Konzept der Band - nur mit akustischen Instrumenten - zeugt schon davon, dass es hier nicht um Blues-Rock der härteren Gangart geht, sondern dass die Jazzanteile und subtileren Momente einen großen Raum einnehmen.
Nichtsdestotrotz kommt hier schon Stimmung auf. Bonnie Raitts Give It Up Or Let Me Go eröffnet den Set schwungvoll und erinnert schon an den Chigaco-Blues von Muddy Waters. Nur halt eben akustisch. Wenn Amy Zapf zum ersten Piano-Solo ansetzt, dann fühlt man sich an die famose Marcia Ball erinnert. Gleich darauf demonstriert Jan Hirte, warum einen so hervorragenden Ruf als Blues-Gitarrist genießt. Und dass eben auch - wie man hier hört - auf der Akustischen. Und da lässt sich Kat Baloun - da fällt mir doch ein gewisser Western mit Jane Fonda ein - nicht lange bitten und haut ein feuriges Blues-Harp-Solo hinterher. Damit ist schon mal klar, dass hier ein paar Virtuosen am Werk sind. Die sich allerdings nicht vor lauter Können verlieren, sondern ihre Erfahrung in die Songs und den Groove einfliesen lassen.

T-Bone Walkers T-Bone Shuffle folgt und sorgt für lockeres Mitschnippen und -swingen. Und für ein weiteres, ausgedehntes Gitarren-, Blues-Harp-Intermezzo. Selten haben mich Akustiksoli so gefesselt. Noch besser gelingt das "Mitswingen" zu der schwungvollen Upbeat-Nummer Big Kat Boogie. Dürfte klar sein, dass Amy Zapfs Pianospiel hier federführend ist. Den perfekten Background liefern Bernd Kuchenbeckers Bass-Spiel und Marcel Van Cleef am Schlagzeug. Dass Letztere nicht nur mit den Besen zu wirbeln weiß, sondern auch seine Stöcke bestens einsetzen kann, sollte er später noch zeigen. Kuchenbecker ist jetzt schon dran und lässt ein munteres Kontrabass-Solo einfließen.
Insgesamt erinnert mich die Nummer an einige Candye Kane-Songs.
Mit Exactly Like You wird's dann erstmal jazzig und somit nicht so sehr etwas für die Biertrinkerfraktion, sondern eher was für die lieber am Tischchen Sitzenden mit einem guten Roten in der Hand. Zustimmend nicken werden beide, denn das ist schon richtig gut, was die Fünf hier drauf haben.
Zum Ausstehen nötigt einen dann aber doch das mitreißende Jambalaya. Klasse, mit tollen Einlagen von Akkordeon und Mundharmonika und einem treibenden Background. Macht richtig Spaß!
Ein Pluspunkt der MAD DAWGS ist sicher auch, dass nahezu alle Mitglieder singen, sowohl Background als auch solo. Am beeindruckendsten aber sicher ihre instrumentalen Fähigkeiten. Reichlich Raum hierfür liefert die Piano-Blues-Ballade Louisiana 1927. Da kann man u. a. hören, wie gefühlvoll so eine Blues-Harp gespielt werden kann, oder wie man auch auf einer Akustikgitarre begeisternde Blues-Soli hinlegen kann.

Zu richtig großer From laufen aber alle Beteiligten bei der Jazz-Nummer Hold It Right There. Ist ja eigentlich nicht so mein Metier, aber das ist wirklich große Klasse, was da abgeht. Ja, und hier darf auch Schlagzeuger Van Cleef zu seinem Solo und lässt sich da von seinen Kollegen/innen nicht die Butter vom Brot nehmen. Wer die Chance hat, sollte sich die Band wirklich mal live ansehen.
Natürlich folgen auch noch ein paar ruhigere Momente, aber auch die Boogie-Freunde kommen - mit Let The Back Door Hit You - zu ihrem Recht. Wie gut das Publikum sich von dem locker swingenden Song anstacheln lässt, kann man beim Mitsingteil hören.
Why You So Mean To Me beschließt das Album wieder locker jazzig groovend und liefert nochmal einen Basis für einige Soloausflüge. Insgesamt könnte es wegen mir ruhig noch etwas mehr "rocken", aber zum aufmerksamen Anhören, zum lockeren Mitwippen und zum Staunen ob der instrumentalen Fähigkeiten, reicht "...live!" allemal. Mit ihrer lockeren, sympathischen und auch mal witzigen Art, dürften die MAD DAWGS im Konzert noch mehr Spaß bereiten.

Epi Schmidt, 03.02.2011

 

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