Los Super 7

Heard It On The X

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.04.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Los Super 7
Heard It On The X, Telarc, 2005
Max Baca Bajo Sexto, Background Vocals
Joey Burns Nylon-String Acoustic Guitar, Bass
Ollin Chavez Violin
John Contreras Nylon-String Acoustic Guitar, Vihuela
John Convertino Drums, Percussion
Paul Niehaus Pedal Steel, Baritone Electric Guitar
Adolph Ortiz Guitarron
Alexander Ramirez Violin
Jacob Valenzuela Trumpet
Martin Wenk Trumpet
Volker Zander Upright Bass
Charlie Sexton Guitars, Lap Steel, Backbround Vocals, Timbales
Danny Freeman Electric Guitar, Piano (Tracks 3, 4 & 10)
Glen Fukanaga Upright Bass
Augie Meyers Piano (Track 4)
Hunt Sales Drums
Flaco Jimenez Accordion
Produziert von: Charlie Sexton, Rick Clark & Dan Goodman Länge: 37 Min 27 Sek Medium: CD
1. The El Burro Song 7. Learning The Game
2. Cupido 8. The Song Of Everything
3. Talk To Me 9. Ojitos Traidores
4. I´m Not That Kat Anymore 10. I Live The Life I Love
5. My Window Faces The South 11. Heard It On The X
6. Let Her Dance 12. See That My Grave Is Kept Clean

Ja, das waren doch feine Wochen. Damals, 1986.
Die wichtigste Nebensache der Welt spielte sich in Mexiko ab: Fußballweltmeisterschaft! (Musik wird ja wohl niemand als Nebensache betrachten?!)
Erfreulicher Nebeneffekt: Bereits am Morgen konnte man sich vom Klang schmetternder Trompeten, pumpender Akkordeons, wimmernden Violinen und Saiteninstrumenten in jeder Größe verzaubern lassen. Selbst vor dem Fernseher kam da gleich Urlaubsstimmung auf und vom Griff zur Tequila-Flasche hielt einen höchstens die Uhrzeit ab.
Beim dritten Werk von LOS SUPER SEVEN, dem Projekt das Dan Goodman initiiert hat, geht es natürlich nicht um Fußball, sondern ums Radio.
Allerdings auch um Mexiko. Die dortige Regierung genehmigte ihren Radiostationen nämlich, bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, Sendeleistungen von 500.000 Watt. Wogegen die US-Sender mit ihren erlaubten 50.000 Watt gewaltig abstanken...
Entsprechend weit war die Musik ins Ami-Land hinein zu hören. Selbst ohne Radio, wie June Carter Cash im ausführlichen Booklet dieser CD erzählt: You could hear the Carter Family on any barbed wire fence in Texas." Da die Namen mexikanischer Radiostationen alle mit X (XER, XERF, XEG usw.) begannen, war der Buchstabe gleich Synonym für das "Borderradio". Und was ZZ TOP mit Heard It On The X gemeint haben dürfte jetzt auch klar sein.

Eine illustre Schar an Gästen ist auf dieser CD vertreten, deren Grundstock sich aus Mitgliedern von CALEXICO zusammensetzt: Raul Malo von den Mavericks bringt uns in The El Burro Song traditionellstes Mexican-Feeling in oben beschriebener Weise und ein "Arriba" will sich einem schon aus dem Mund rollen. Dem wollen Freddy Fender & Rick Trevino nicht nachstehen und folgen mit dem volkstümlichen Cupido. Wenn mal da nicht mancher in die Stiefeletten schlüpft und eine kleine Stierkampfimitation mit seiner Senorita aufführt... Delbert McClinton gehörte auch zu den "Schwarzhörern", vor allem in den 60´s und gibt sich in Talk To Me als Crooner der für den Late-Night Eng-Tanz Background sorgt. Ohne Einschlaf-Faktor.
Einer der Großen aus Texas war natürlich Doug Sahm, der u.a. mit seinem Sir Douglas Quintet für grenzüberschreitenden Rock´n´Roll und Tex-Mex sorgte. Die Bottle Rockets haben ihm mit "Songs Of Sahm" ein ganzes Album gewidmet. Und ein wahrlich hervorragendes!
Als perfekter Sänger für Doug´s I´m Not That Kat Anymore fungiert hier John Hiatt, der sich gewohnt brillant durch diesen rockigen Song knödelt.

Und schon folgt der nächste Vorzeige-Texaner: Lyle Lovett klingt bei My Window Faces The South wie er immer klingt. Cool swingend, mit Zutaten aus Country und R&B und unwiderstehlich. Besonders tun sich hier Lloyd Maines an der Pedal Steel und Redd Volkeart an der E-Gitarre hervor. Genial.
Joe Ely klingt zunächst wieder mexikanischer, doch Let Her Dance mündet doch in guten Heartland-Rock wie man ihn von Joe eben liebt. Mit das Beste was ich von ihm in den letzten Jahren gehört habe. Autor des Stückes ist übrigens Bobby Fuller und der hat u.a. auch "I Fought The Law" geschrieben. Alles Clash?
Buddy Holly´s Learning The Game nimmt sich Rodney Crowell an und Hauptunterstützer bei dieser Ballade ist Alt-Akkordeon-Meister Flaco Jimenez in unvergleichlicher Manier.

Douglas Wayne Sahm ist durch The Song Of Everything ein weiteres Mal vertreten und das ist auch Raul Malo, der hier wieder verantwortlich zeichnet. Mit großem Gebläse hat man diesen leicht melancholischen Song versehen, das zeitweilig sogar Jazzeinflüsse einbringt und Raul klingt wie eine Mischung aus Elvis und Mexikanisch Heißes serviert uns Rick Trevino mit Ojitos Traidores, das wieder recht traditionell erklingt und mir doch reichlich spanisch vorkommt.
Auch Delbert McClinton ist noch mal dran und mit so einem Boogie wie I Live The Life I Love, geschrieben von Willie Dixon, ist er mir doch vertrauter. Da klimpert das Piano herrlich im Background und Charlie Sexton quält die Lap Steel bis sie brüllt. Kommt gut.
Ruben Ramos transformiert ZZ Top´s Heard In On The X in ein flirrendes, grooviges Wüstenrock-Spektakel. Da brodelt es als würden die Radiowellen gerade die Zäune in Schwingung bringen und Gitarren galoppieren mit Flaco Jimenez´ Akkordeon um die Wette.
Ja, auch der Blues wurde damals von Mexiko aus in die Ohren der Texaner geblasen und so ist es ein würdiger Abschluss, wenn Clarence "Gatemouth" Brown zusammen mit Charlie Sexton See That My Grave Is Kept Clean intoniert. Der alte Knabe "Gatemouth" erinnert mich hier sehr an Taj Mahal - oder umgekehrt. Ist eigentlich egal, denn Spaß macht so ein flotter Delta-Blues allemal. Einen Ausfall kann ich hier nicht entdecken und wer nur ein wenig für Spanisch-Mexikanisch-Texanische Klänge übrig hat, dessen Sommer ist mit dieser Scheibe gerettet.

Epi Schmidt, 23.04.2005

 

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