Little Steven

Soulfire! Meine Rock'n'Roll Odysee

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 05.11.2021
Stil: Biografie
Autor: Stevie Van Zandt
Seitenzahl: 528
ISBN: 978-3-85445-715-2
Preis: 27,00 EUR

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Verlag: Hannibal Verlag


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

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Bruce Springsteen


Der Untertitel dieses Werkes lautet “Meine Rock'n'Roll Odysee“ (heißt im englischen Original auch so ähnlich) und sehr selten trifft so eine Beschreibung des Inhaltes dermaßen ins Schwarze.

Das ist keine Biografie im gewohnten Stil, wo einer seine Lebens-, Leidens-, Karrieregeschichte runterleiert (oder runtergeleiert bekommt), sondern das ist die Story eines Typen, der in so vielen Dingen involviert war, dass man stellenweise den Eindruck bekommt “ist auf dieser Welt mal irgendwas ohne Stevies Zutun passiert?“.

 

Natürlich kennt man den Autor als LITTLE STEVEN & THE DESCIPLES OF SOUL und mindestens genauso als Sideman von Bruce Springsteen in der E STREET BAND und wer etwas besser informiert ist auch als Schauspieler in “Die Sopranos“ und in “Lilyhammer“. Das ist schon mehr, als die meisten Künstler aufweisen können und trotzdem ist es nur ein Teil der Aktivitäten, in die Stevie reinschlittert oder die er selbst inszeniert hat. Und dabei erinnert er sich, laut eigener Aussage, nur an ca. 10% dessen, was er alles erlebt hat. Deswegen lautet einer seiner Ratschläge, mit denen er selten hinter dem Berg hält, ein Tagebuch zu führen. Gerade als Rockmusiker.

 

Was neben den vielen Informationen zum Unterhaltungswert des Buches beiträgt, ist, dass Van Zandt weder mit seiner Meinung noch mit Kraftausdrücken spart. Egal um wen oder um was es geht. Ob da jetzt Frank Zappa am anderen Ende der Leitung ist (als es um sein “Sun City“-Projekt geht), oder einer von Nelson Mandelas Begleitern, der das vereinbarte Dinner mit 200 Gästen absagen will, Auch wenn hier das “Denk nicht einmal im Traum daran, du Wichser“ nur in seinen Gedanken vorkommt.Was er neben unaufrichtigen Leuten am meisten hasst, ist religöser Extremismus. Mit Gott hat er da auch noch ein Hühnchen zu rupfen, aber der wird sich noch gedulden müssen.

 

Inzwischen gehen wir mit Stevie auf diesesOdysee. Auf der ihm Freddie King seine Knarre unter die Nase hält. Er den Urknall miterlebt (9. Februar 1964, nicht etwa vor 13 Millionnen Jahren!). Wir erfahren, wer sein Vorbild für sein Schaffen in der E STREET BAND ist. Wie er herausfindet, dass Rod Stewart weiß ist. Wie er 40 Jahre, nachdem sie ihm gestohlen wurde, seine Resonator-Gitarre zurückbekam. Was seine Lieblingsbeschäftigung abseits der Bühne ist/war. In dem Zusammenhang auch wieder ein paar Tipps. Dass er die 70er für “das übelste Jahrzehnt“ hält, um Musik aufzunehmen. Wie er aus der E STREET BAND flog, wieder einstieg, selbst ausstieg, sein drei großen Streits mit Bruce, wie er seine Solokarriere konzpierte und so weiter.

 

Und da spielt auch immmer seine politische Einstellung und sein Engagement mit rein. Als Südafrika boykottiert wurde, gab es, laut Steven, “drei große Ausnahmen: Präsident Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl“. Wenn alles so stimmt, wie er sich erinnert, hat er in der Tat ein ganz kleinen Anteil daran, wie sich die Dinge da unten zum Besseren wandelten. An ganz viel erinnert er sich aber noch. An das Album, welches ohne die Hilfe von U2s Adam Clayton nie erschienen wäre. An die Aufnhamen mit Michael Monroe, die dann nicht erschienen. An die Platte, die er mit Darlene Love aufnahm, die “das Album des Jahres“ werden muste und wieder mal zum Ergebnis kam: “Niemand wollte das Album hören“. Und aus dem Album mit Meat Loaf wurde schon gleich gar nichts. So wenig, wie aus der "coolen Nummer", die er für Billy Ray Cyrus schrieb. Die Scheibe, die er für die ARC ANGELS produzierte erschien aber immerhin.

 

Ja, ganz viele Leute hören und denken Musik anders, als Stevie Van Zandt, und es kommen auch nur ungefähr ein Prozent der Menschen zu seinen Konzerten, die zu den Shows von Bruce Springsteen kommen und auch wenn er das alles nicht versteht, wird nicht nachlassen, den Leuten seine Sicht der Dinge zu verklickern, Bedürftigen zu helfen, Vorschläge zu machen, were unbedingt noch in die “Hall of Fame“ aufgenommen werden muss, denn sonst “werde ich den Scheißladen bis auf seine Grundmauern abfackeln“. Dass man sich mit Little Steven/Stevie Van Zandt nicht anlegt, weiß man ja spätestens seit “Lilyhammer“. In dem übrigens Bruce Springsteen sein Schauspieltdebüt gibt. Auch wieder ein Verdienst dieses Rock'n'Roll-Piraten hier. Aber lest selbst, lacht, seid inspiriert, wundert euch und erfahrt, was er so über Paul Simon denkt...

 

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