Liquid Scarlet

II

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.12.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Liquid Scarlet
II, Progress Records, 2005
Markus FagervallVoice, Guitar
Olov AnderssonGuitar, Clarinet
Olle SjögrenKeyboards
Joel LindbergBass, Double Bass, Cello, Additional Keyboards
Johan LundströmDrums, Percussion, Accordion, Harmonica, Acoustic Guitar, Keyboards, Violin, String arrangements
Gäste:
Sofia EklundViolin
Britta HällstigViolin
Maria PallinViola
Ulrika HägglundCello
Produziert von: Liquid Scarlet Länge: 54 Min 14 Sek Medium: CD
1. Lines are drawn again6. Just like you
2. The carafe (Part II)7. Killer couple strikes again
3. The mariage of Maria Braun8. There's got to be a way to leave
4. Rhododendron9. The thorn in your flesh
5. Everywhere10. Lines

LIQUID SCARLET sind keine Freunde großer Worte, zumindest wenn man den Informationsgehalt der Bandbiographie auf der Bandhomepage zum Maßstab nimmt. Kurz und knackig heißt es da: Die Band kommt aus Nordschweden, die Musiker sind alle Anfang zwanzig und tragen auf der Bühne weiße Klamotten.
Aha. Halten wir uns also an die Musik, auf die es ja letzten Endes auch ankommt und da ist dann auch Schluss mit 'kurz und knackig'. LIQUID SCARLET servieren uns progressiven Rock mit deutlichen Sixties- und Seventies-Wurzeln.

Die Kompositionen wabern und blubbern dröge vor sich hin, wie man es von frühen PINK FLOYD noch unter Mitwirkung von Syd Barrett kennt. Vor allem bei den drei längeren Stücken, die die Sieben-Minuten-Grenze knacken, klingt vieles gekünstelt, konstruiert und um seiner selbst Willen unnötig in die Länge gezogen.
Da passt es dann auch perfekt ins Bild, dass sich die Nordschweden unmotiviert zu jazzig angehauchten Sequenzen hinreißen lassen, die scheinbar nach dem Zufallsprinzip eingestreut werden und die Kompositionen weder bereichern noch so richtig dazu passen wollen.
Die Kompositionen auf "II" sind, selbst bei den für progressive Musik ungewöhnlich kurzen Stücken, ein zähflüssiger, schwermütiger Strom, dem die Konturen fehlen. Sie dringen verwaschen zum Hörer, wie durch einen zu großzügig dimensionierten Sauna-Aufguss, der einem die Luft zum Atmen nimmt.

Vielleicht lag es ja im Sinn der Künstler, ein beklemmendes, elegisches Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Dies ist jedoch nicht gelungen, weil es an √§sthetischer Schönheit der Finsternis mangelt. Was wir hier haben ist ein schwerverdaulicher Klangsumpf, der allenfalls als Beispiel dafür herhalten mag, wie Progressivurviecher wie BEGGAR'S OPERA oder IRON BUTTERFLY auf Valium klingen könnten.

Martin Schneider, 18.12.2005

 

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