Laurence Jones

Temptation

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.02.2014
Jahr: 2014
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Laurence Jones
Temptation, Ruf Records, 2014
Laurence JonesElectric Guitars, Vocals
Yonrico ScottDrums, Percussion
Charlie WootonBass
Mike ZitoAcoustic Guitars, Piano
Lewis StephensB3 on Wind Me Up
Johnny SansoneHarmonica on Soul Swamp River and Tomorrow Is Another Day
Produziert von: Mike Zito Länge: 52 Min 02 Sek Medium: CD
01. Foolin' Me07. Fall From The Sky
02. Move On08. My Eyes Keep Me In Trouble
03. Tomorrow Is Another Day09. Southern Breeze
04. Temptation10. Wind Me Up
05. Can't Keep Living Like This11. Bad Bad Dream
06. Whisper In The Wind12. Soul Swamp River

Die Entdeckung des diesjährigen BLUES CARAVANs – ohne den anderen beiden Künstlern zu nahe treten zu wollen – ist sicher Laurence Jones. Mit welcher schon nahezu ausgereiften Gesangs- und Spieltechnik sich der blutjunge Brite auf der Bühne präsentierte, damit erntete er manchen Zwischenapplaus und begeisterte Rufe. Davon konnte ich mich erst kürzlich in Aschaffenburg selbst überzeugen. Wer also noch die Gelegenheit findet, den Knaben zu erleben: Pflicht!
Und kommt mir jetzt nicht wieder einer mit dem gelackten Joe Bonamassa. Hier ist die Leidenschaft zu Hause!
Das unterstreicht auch sein aktuelles (sein zweites) Album „Temptation“. Es brauchte sicher nicht viel Überzeugungskraft, um Mike Zito zur Produktion dieses Albums zu überreden. Der Amerikaner war schon von Laurence Jones angetan, als dieser mit seiner Band im Vorprogramm der ROYAL SOUTHERN BROTHERHOOD auftrat.
Mit Mikes Ermunterung fand sich Laurence denn auch schnell in den Dockside Studios in Louisiana zurecht und innerhalb einer Woche wurde “Temptation” aufgenommen.
In bester 70’s Blues Rock-Manier eröffnet das treibende Foolin‘ Me dieses Album. Schnell muss man an Heroen wie Rory Gallagher oder – bei diesem Titel - auch Ted Nugent denken. Dass Laurence im Soloteil auf eine zusätzliche Rhythmusgitarre verzichtet, macht ihn nicht nur sympathisch, sondern spricht auch für seine Selbstbewusstsein und vor allem für ein gesundes “Blues-Verständnis”.

Move On geht straighter und druckvoll voran (erinnert ein bisschen an die frühen Westernhagen-Nummer) und begeistert vor allem mit seinem ausufernden Wah-Wah-Solo. Lautstärkeregler hoch, Leute!
Der Southern-Soul, in seiner funkigen Spielart schlägt sich in Tomorrow Is Another Day nieder. Befeuert durch die heiße Blues Harp von Johnny Sansone, groovt es hier auf hoher Flamme und man muss sich schon fast zwingen, damit man hier nicht einen farbigen Sänger, mittleren Alters, vor Augen hat, sondern einen bleichgesichtigen Buben aus Britannien.
Zu den Freunden von Laurence Jones gehören u. a. Aynsley Lister, an den mich sein Gitarrenspiel öfter erinnert und auf den wir gleich noch kommen, und Walter Trout der zwar nicht bei der Besetzung aufgeführt ist, aber anscheinend im Titelsong mitgewirkt hat und diese leicht grell-kreischende Lead-Gitarre scheint mir sehr wohl aus in den Händen von Walter gelegen zu haben. Liefert sich mit Laurence hier ein feines Duell, welches – entgegen aller Befürchtungen – in geordneten Bahnen verläuft.
Leicht bedrohlich startet Can’t Keep Living Like This und behält auch einen leicht düsteren Unterton, während die Band den Song ständig auf Spannung hält und nach Vorne treibt. Erneut feines, puristisches Wah Wah-Solo.

Naja, die Umgebung musste sich ja in der Musik niederschlagen und mit akustischen Gitarren bewaffnet liefert man denn auch einen wundervoll Country- und Blues-infizierten Song namens Whisper In The Wind, zu dem sich Sonnenuntergänge nicht nur in Louisiana bestens genießen lassen. Der zusätzliche Genuss kommt von Jones‘ Stimme.
Als Ohrwurm der Scheibe kann man wohl Fall From The Sky bezeichnen. Steckt jede Menge Southern Soul drin, aber auch ein gehöriger Schuss groovender Blues Rock, der im Solo etwas in Richtung des eben erwähnten Walter Trout driftet.
Auch My Eyes Keep Me In Trouble atmet die Luft des schwülen Südens. Hier geht’s ein Stück Richtung New Orleans und wieder ein bisschen funky. Bei den Gitarrenlicks könnte sich Laurence Jones von Buddy Guy inspiriert gefühlt haben.
Southern Breeze ist dann gleichfalls im Süden angesiedelt, allerdings als schöner 12-Takter iin einem Groove, der mich irgendwie an Black Velvet erinnert. Braucht’s vielleicht nur das entsprechende Video dazu.
Wind Me Up ist ein munterer Jump-Boogie-Blues, bei dem Laurences Kumpel Aynsley Lister – wie oben angekündigt – als Gast fungiert und sich mit Laurence herrlich die Soli aufteilt. Dabei ist der Stil der Beiden schon recht ähnlich, was sich trotzdem prächtig ergänzt. Hier sollte vielleicht mal die ausgezeichnete Rhythm-Section aus Yonrico Scott, an den Drums, und Charlie Wooton, am Bass, erwähnt werden, denn zur Klasse dieses Albums tragen die schon eine ganze Menge bei.
Wake Me Up ist dann eher in typischer, traditioneller Mid-Tempo-12-Takter, mit schönen Fingerfertigkeitsspielen, wobei mir der abschließende Harp-Boogie, namens Soul Swamp River mehr liegt. Da fließt nochmal jede Menge Emotion, in gesanglicher Form, ein und Johnny Sansones Blues Harp sorgt für reichlich Reibungsfläche, an der Laurence Jones‘ Gitarre entlangschmirgelt.
Und gar wunderbar schmirgelt auch die Stimme von Laurence Jones, der mit ihr eine außergewöhnliche Gabe hat, die er mit der toll gespielten und hervorragenden klingenden Gitarre und überdurchschnittlich guten Songs zu einem kaum zu widerstehenden Blues Rock-Gebräu vermischt, welches uns in den kommenden Jahren noch manche gehobene Augenbraue und manches Zungenschnalzen bescheren wird.
Merken: Laurence Jones!

Epi Schmidt, 17.02.2014

 

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