Ladysmith Black Mambazo

Long Walk To Freedom

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.04.2006
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ladysmith Black Mambazo
Long Walk To Freedom, Heads Up International, 2005
Joseph Shabalala Vocals
Albert, Mazibuko, Thamsanqa Shabalala, Thulani Shabalala, Russel Mthembu, Msizi Shabalala, Sibongiseni Shabalala, Abednego Mazibuko Vocals
Zap Mama, Marie Daulne, Tanja Daese, Lene Noegaard Christensen Vocals (Hello My Baby)
Melissa Etheridge, Joe McBride Vocals (Diamonds On The Soles Of Her Shoes)
Sarah McLachlan Vocals (Homeless)
Natalie Merchant Vocals (Rain Rain Beautiful Rain)
Taj Mahal Guitar (Mbube)
Emmylou Harris Vocals (Amazing Grace/Nearer My God To Thee)
Lucky Dube, Bhekumuzi Luthuli, Hugh Masekela, Vusi Mahlasela, Nokukhanya, Phuzzekhemisi, Thandiswa Vocals (Shosholoza)
Produziert von: Joseph Shabalala Länge: 54 Min 52 Sek Medium: CD
1. Nomathemba8. Amazing Grace/Nearer My God To Thee
2. Hello My Baby9. Nkosi Sikelel 'IAfrica
3. Diamonds On The Soles Of Her Shoes10. Inkanyezi Nezazi "Star And The Wiseman"
4. Homeless11. Shosholoza
5. Rain Rain Beautiful Rain12. Long Walk To Freedom "Halala South Africa"
6. How Long13. Thula Thula
7. Mbube

Es war der Sommer 1989, als ich mit meiner Freundin Leonie den Rasen des Stadions des ehemaligen Zweitligisten Kickers Würzburg betrat. Kein Fußballspiel führte uns hierher, sondern endlich erreichte Paul Simons 'Graceland-Tour' auch Deutschland und, nicht weniger erfreulich, streifte tatsächlich die Bischofsstadt.
Den größten Eindruck bei diesem Konzert hinterlies bei mir die Performance der südafrikanischen Gesangsgruppe LADYSMITH BLACK MAMBAZO. Wie diese Truppe in beeindruckender Manier stimmlich harmoniert, dazu akrobatische Tänze aufführt und dabei noch eine unglaubliche Freude ausstrahlt, hatte ich zwar schon im Fernsehen betrachten können, aber, wie jeder Konzertgänger weiß: Live ist halt noch mal ein ganz anderes Erlebnis. Und so schwenkten wir unsere Hüften und Hände auch in der größten Hitze.

Wegbereiter für dieses Erlebnis war natürlich das aufsehenerregende "Graceland" Album aus dem Jahre 1986, auf dem Paul Simon mit etlichen afrikanischen Künstlern kooperierte, darunter eben auch und besonders LADYSMITH BLACK MAMBAZO. Ja, das sind tatsächlich schon 20 Jahre seitdem, aber auch wenn die Band erst durch Paul Simon weltweit Beachtung fand, sind es doch schon vier Jahrzehnte, seit Joseph Shabalala diese Gruppe ins Leben rief.
Mit "The Long Walk To Freedom" wird natürlich an "Graceland" erinnert, aber auch an den langen Weg zur Freiheit den die unter der Apartheid leidende schwarze Bevölkerung Südafrikas gegangen ist. Joseph Shabalala hat Nomathemba 1965 geschrieben und die Übersetzung 'Hoffnung' kennzeichnet deutlich seine Lebensphilosophie, nie die Hoffnung aufzugeben und mit der Abschaffung der Freilassung Nelson Mandelas und der Abschaffung der Apartheid hat sich seine beständige Hoffnung und seine friedliche Mission gelohnt.
Man muss diese Stimmen einfach gehört haben, wie sie, oft als eine Art 'Ruf-und-Antwort' ineinander fliesen und ihren eigenen Rhythmus fabrizieren, ohne irgendwelche instrumentale Unterstützung. Ich kann mir schwer vorstellen, dass sich jemand der Faszination dieser Meistersänger entziehen kann.

Zum Jubiläum haben sich einige Gäste eingefunden. Zap Mama, eine weitere Top-Vocal-Group aus Afrika, sowie Marie Daulne aus Belgien übernehmen die Lead Vocals in der zärtlichen Ballade Hello My Baby.
Diamonds On The Soles Of Her Shoes kennt man natürlich von "Graceland" und handelt, unschwer zu erkennen, von Südafrika. Lediglich rhythmische Unterstützung wird hier hinzugefügt, wofür Joe McBride verantwortlich zeichnet, ansonsten wird wieder alles mit den Stimmen gemacht, auch das was man als Trompeten im Hinterkopf hat, und das bekommt dem Song keinesfalls schlecht. Gastsängerin ist hier Melissa Etheridge, die quasi den Paul Simon übernimmt und offensichtlich viel Spaß daran hat.
Auch Homeless stammt vom "Graceland" Album und ist hier wie da ein Highlight. Ein ums andere Mal versetzen einen diese Stimmen, die hier von Sarah McLachlan Besuch erhalten, in eine völlig andere Welt und Stimmung. Ein Beweis, dass die Wurzeln unserer Musik dort liegen?
Natalie Merchant ist der Gaststar in dem kanonartigen Rain Rain Beautiful Rain und in Mbube streut Taj Mahal ein paar Bluesgitarrenlicks ein. Die empfinde ich zwar als nicht zwingend nötig, aber vielleicht verdeutlichen sie, dass selbst in der traditionellen Zulu-Version von The Lion Sleeps Tonight der Blues vorhanden ist.

Wenn man bedenkt, dass der Text von Amazing Grace von einem ehemaligen Sklavenhändler - und dann 'wiedergeborenen Christen' - stammt, macht die Anwesenheit des Titels auf diesem Album durchaus Sinn und mit der nach wie vor zauberhaften Country-Stimme von Emmylou Harris lauscht man selbst diesem so oft gehörtem Titel gerne. Im Verbund mit der Hymne Nearer My God To Thee aus dem 19. Jahrhundert, ergibt sich hier ein herrliches Gospel-Medley.
Vom Apartheidregime verboten war Nkosi Sikalel 'Iafrica (Übersetzt: God Bless Africa), wie auch die Band lange nicht in dem Staat auftreten durfte und womöglich liefert dieser Hintergrund das I-Tüpfelchen auf dem emotionalen Vortag bei diesem Lied.
Natürlich muss man etwas an Interesse und Gespür für diese Musik mitbringen, aber wer auf Reggae steht, oder ursprünglichen Blues mag, für den ist der Schritt und die Verbundenheit zu dieser Musik nicht groß.
Dazu braucht man sich nur mal das "Stimmengewirr" von Shosholoza anzuhören, wenn Künstler wie Lucky Dube oder der Afro-Pop Star Thandiswa Mazwai, ihre Stimmen zu einem pulsierend-vibrierenden Mix erheben. Dazu kommt noch der Godfather der südafrikanischen Musik Hugh Masekela - der unter anderem die Hymne Bring Back Nelson Mandela geschrieben hat - der auch die Trompetenintermezzi beisteuert.

Wem das noch nicht genügt, dem bietet die "Enhanced CD" noch zwei Videos: Long Walk To Freedom und Raise Your Spirit Higher (vom gleichnamigen Grammy-Sieger Album) und reichlich Infomaterial in Form von Biografie, Fotogalerie, Release Information, Screen Saver, etc.
Nicht nur für "Graceland"-Fans ein lohnendes Album.

Epi Schmidt, 01.04.2006

 

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