Parsons Thibaud, Blue Rose Records, 2007 | ||||
Joseph Parsons | Vocals, Acoustic Guitars | |||
Todd Thibaud | Vocals, Acoustic Guitars, Harmonica | |||
Jeff St. Pierre | Bass | |||
Milt Sutton | Drums | |||
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1. Tell Me Hello | 6. Unbroken | |||
2. Dirty World | 7. Skipping Stone | |||
3. First Sight | 8. My Daddy`s Cadillac | |||
4. The Right One | 9. Good Or Bad | |||
5. Another Way Around | 10. Johanna's Dreams | |||
Es ist schon irgendwie rührend: Jedes Mal wenn ich Joseph Parsons' und Todd Thibauds erste gemeinsame Albumproduktion höre, beschleicht mich ein Gefühl von Wehmut, werde ich ein Spur melancholisch, denke ich an alte Zeiten, an meine Jugendtage, grad so wie auch Todd Thibaud in seinem Song My Daddy's Cadillac seine Jugendtage memoriert, als alles noch so unbeschwert und spontan geschah. Dieses selbstbetitelte Album, Parsons Thibaud, scheint irgendwie aus der Zeit gefallen, ein herzliches und anschmiegsames Stück Songwriterkunst, tja, wie einst in den Siebzigern, als die jetzt über 40-jährigen anfingen nicht nur musikalisch flügge zu werden.
Das klingt, wie ich schon neulich in meinem Konzertbericht aus dem Weseler 'Karo' feststellte, als seien Joseph und Todd gemeinsam durch einen 'Time-Tunnel' geschlendert, um sich ganz ungezwungen zu einem lockeren Gedankenaustausch mit Leuten wie Simon & Garfunkel, der kompletten Crosby,Stills, Nash & Young-Bande, Loggins & Messina, James Taylor, Jackson Browne und all den anderen Schwärmern zu treffen, um anschließend ihre Erfahrungen in neue Songs zu gießen. Natürlich nichts grundlegend neues, klar, aber immerhin schwer sympathische, alte und liebgewonnene Hörgewohnheiten auf's Beste bedienende Kompositionen, mit leichtgängigen Texten und vor allen Dingen absolut seelenvollem Duett-Gesang, der den sicherlich allergrößten Reiz dieses Albums ausmacht. Die zwei singen wie ein Herz und eine Seele.
Manche mögen bekritteln, dass sich Parsons und Thibaud nur zu einigen wenigen brandneuen Tracks haben hinreissen lassen und sich schamlos ihres eigenen Back-Katalogs bedienten. Doch dieses Argument zählt nicht wirklich, weil die älteren Songs wie Todds Johanna's dreams und Josephs Another way around anders arrangiert wurden und allein schon durch die unbeugsame Vokalpräsenz der beiden Protagonisten frische Energie verbreitet. Der eine oder andere Song wird, im Gegensatz zum Konzert, von zwei Kollegen dezent an Bass und Schlagwerk unterstützt, fast wie auf einer Sänfte getragen. Besen-Drums, ein paar Rim-Shots und ein geschmackvoll zurückhaltender Bass plaudern gemeinsam mit zwei akustischen Gitarren und einer Mundharmonika über alte Zeiten.
Wie singen die beiden noch so schön: "I still believe in love at first sight". Mit diesem Album als Soundtrack könnte das glatt funktionieren, "when the right one comes along" . . .