John Waite

In Real Time

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.05.2010
Jahr: 2010
Stil: Hard Rock

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John Waite Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


John Waite
In Real Time, Frontiers Records, 2010
John WaiteVocals, Guitar
Luis MaldonadoLead Guitar, Backing Vocals
Tim HoganBass
Billy WilkesDrums, Backing Vocals
Produziert von: Länge: 44 Min 02 Sek Medium: CD
01. Change07. New York City Girl
02. Back On My Feet Again08. Best Of What I Got
03. In Dreams09. Missing You
04. Every Time I Think Of You10. Head First
05. Band Intro11. Rock And Roll
06. Prelude12. When I See You Smile

Gerade mal ne ¾-Stunde für ein Live-Album? Schön, es gab auch früher - Pre-CD Zeiten - Konzertmitschnitte, die sich nur über eine einzelne LP erstreckten, aber heutzutage bringt man ja, ohne wirkliche Mehrkosten, auf einer CD gut 80 Minuten unter. Also schon etwas verwunderlich, dass man uns von da nur so einen kurzen Ausschnitt gönnt. Zumal sich John Waites Karriere ja wahrlich über einen Zeitraum - und Stationen, die jede für sich ein Live-Album füllen und rechtfertigen könnten - streckt, mit dem die wenigsten Sänger aufwarten können. Schon gar nicht auf diesem Niveau.
Und trotz aller Klasse hat es John nur selten und meist nicht lange bis ganz nach oben geschafft. Ein hervorragender Shouter war er schon, als er noch mit THE BABYS sang. Das Dilemma (u.a.) war, dass man die Band schwer einordnen konnte. War es jetzt Pub-Rock? Oder doch mehr New Wave? Oder einfach eine Rock'n'Roll Band? Je nachdem, welche Scheibe und Produktion man gerade auflegt. Heutzutage klingt das Meiste aus dem BABYS Repertoire etwas schwachbrüstig. Das Potenzial ist erkennbar, aber nicht adäquat umgesetzt. Da klingt ein Song wie Back On My Feet Again doch auf diesem Live-Album schon deutlich kerniger und powert richtig geil. Erinnert mich etwas an Phil Mogg und UFO und deren Love To Love.
Auch der Hit Every Time I Think Of You, wenngleich eine Midtempo-Ballade, ist hier weit mehr Rock als Pop. Kommt mit Wucht und Schwung. Und der Hit Head First rockt noch eine ganz Ecke härter als im BABYS-Original. Hat was von FOREIGNER, allerdings straighter und härter.
Eröffnet wird der Set mit Change aus Johns Solo-Album "Ignition". Anhören tut es sich, als wäre es stark mit Rick Springfields Love Somebody verwandt und würde von Jimmy Barnes gesungen. Tatsächlich klingt John sehr nach dem australischen COLD CHISEL-Schreihals. Und da können wahrlich nur wenige mithalten.

Wenn man so eine Ausnahmestimme hat, kommen auch Balladen wie In Dreams (Solo-Album "Temple Bar") durchaus erträglich. Ganz einfach, weil sie mit Ecken und Kanten und einer gewissen Rauheit dargeboten werden.
Natürlich ist Gitarrist Luis Maldonado da einer der Hauptschuldigen daran. Der schwingt schon eine tolle, und messerscharfe, Axt, auch wenn er ab und an kaum zu bändigen ist. Warum der mit Prelude - bei dieser begrenzten Spielzeit - noch einen Solospot braucht, ist mir nicht begreiflich.
Als John Waite in den 80ern die Supergroup BAD ENGLISH gründete und solche Stars wie Neal Schon und Jonathan Caine (beide von JOURNEY) einstiegen, waren die Erwartungen riesengroß und folgerichtig wurden sie auch nicht erfüllt. Aber ein paar gute Alben und geile Rocker wie Best Of What I Got - Sammy Hagar und VAN HALEN lassen grüßen - kamen doch dabei heraus und klingen hier um einiges derber.
Natürlich darf der Smash-Hit Missing You nicht fehlen und ohne die glatte Studioproduktion geht auch das einigermaßen schadlos runter. Warum allerdings ein mindestens ebenbürtiger Hit wie These Times Are Hard For Lovers (selbst die B-Seite Wild One ist klasse) hier fehlt wundert mich schon. Platz wäre ja gewesen.
Gut, was soll das jammern, als "Entschädigung" klatscht einem die Band LED ZEPPELINs Rock And Roll mit richtig Dampf ins Gesicht. Da geht’s nochmal richtig ab und ich bin echt beeindruckt, zu welchen Sangesleistungen John Waite noch fähig ist.
Für den Heimweg gibt’s den BAD ENGLISH Hit When I See You Smile, damit auch die Feuerzeug-Fraktion zu ihrem Recht kommt. So ausgepowert singt man letztendlich auch bei diesem Song schunkelnd mit.
Da hätte eines der besten Live-Alben dieses Jahres, wenn nicht des ganzen Jahrzehnts draus werden können, hätte man einen zweiten Silberling und somit die nötigen Songs hinzugefügt. So bleibt es aber immer noch ein sehr gutes, rockiges Album, dass sich dank seiner Kanten und der herausragenden Stimme von John Waite auch in einigen Jahren noch im Player wiederfinden wird.

Epi Schmidt, 14.05.2010

 

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