John Mayall

70th Birthday Concert

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.11.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


John Mayall
70th Birthday Concert, Eagle Records, 2003
John Mayall Lead Vocals, Piano, Slide Guitar, Harmonica
Mick Taylor Guitar
Henry Lowther Trumpet
Julian Arguelles Baritone Sax
Tom Canning Organ, Piano
Eric Clapton Guitar, Vocals
Joe Yuele Drums
Dave Lewis Tenor Sax
Hank Van Sickle Bass
Buddy Whittington Guitar, Vocals
Chris Barber Trombone
Produziert von: David Z. & John Mayall Länge: 160 Min 56 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Grits Ain't Groceries6. Somebody's Acting Like A Child
2. Jacksboro Highway7. Blues For Lost Days
3. Southside Story8. Walking On Sunset
4. Kids Got The Blues9. Oh, Pretty Woman
5. Dirty Water10. No Big Hurry
CD 2:
1. Please Mr. Lofton6. I'm Tore Down
2. Hideaway7. It Ain't Right
3. All Your Love8. California
4. Have You Heard9. Talk To Your Daughter
5. Hoochie Coochie Man

Seinen siebzigsten Geburtstag hat er gefeiert, der große, und mittlerweile auch altersmäßig gerechtfertigte, "alte Mann" des weißen Blues. Hat also viele seiner Vorbilder und Mitstreiter überlebt und auch wenn seine größten Verdienste um die Musik in den 60ern liegen, ist es doch durchaus angebracht so ein Jubiläum in gebührenden Rahmen zu feiern. Eine Bühne, auf die alle die Musiker passen die mit John Mayall gespielt oder durch ihn inspiriert bzw. auf den Weg gebracht wurden, müsste erst noch gebaut werden.
Eine Handvoll der "wichtigsten" war zu diesem Event aber vertreten.

Doch zunächst wird der Abend von der aktuellen Besetzung der BLUESBREAKERS eröffnet. Wie sich das für gestandene "Blues-Man" gehört, erscheint der Meister erst, wenn das Publikum schon etwas angeheizt ist - also nach dem zweiten Song.
Mit dem funkig-jazzigen Grits Ain't Groceries haben die Bluesbreakers vorher schon mal Gas gegeben und gezeigt, dass sie eigentlich auch ohne die prominenten Gastmusiker auskommen würden. Vor allem Buddy Whittington an der Gitarre, und Tom Canning an der Orgel, wussten mit ihren Soli zu überzeugen.
Dann folgt noch das langsamere Jacksboro Highway aus dem Album "A Sense Of Place". Klar ist Whittington kein Sonny Landreth, aber sein Slide-Spiel bringt doch genügend Swamp-Feeling in diesen Blues.
Zu dem rollenden Southside Story wird dann John Mayall herein gerollt. Spaß beiseite: Er kommt natürlich auf seinen eigenen Füßen und wird als "the father of britisch blues" entsprechend angekündigt und begrüßt. Mit seinem typischen Gesang und einem recht passablen Mundharmonikaspiel übernimmt er die Regie.
Kids Got The Blues verkündet der nächste Song und das kommt auch mit tollem Sound und schwungvoll-rockig.
Ja, natürlich ist es Blues - wer den nicht mag, braucht sich hier gar nicht erst einzublenden und der wird auch einem fast achtminütigen Dirty Water keinen Spaß haben. Wer sich darauf einlassen kann, wird sich durchaus an dieser wirklich guten Band erfreuen.

Der erste Gast des Abend betritt in Gestalt von Mick Taylor die Bühne für Somebody's Acting Like A Child. Dieser zeigt sich dann auch von einer erfreulich spielfreudigen Seite. Ich hab ihn schon bedeutend lustloser erlebt - es braucht offenbar doch den "Father" um solche Leute aus der Reserve zu locken. Macht richtig Spaß seine flüssigen Slide-Töne zu verfolgen, die sich unnachahmlich mit Single-Note-Spiel abwechseln.
Mick bleibt dann auch für die nächsten Songs, von denen vor allem der Blues For Lost Days sich heraus hebt. Allein das geniale Orgel-Solo von Tom Canning ist die Aufmerksamkeit schon wert. Erinnert mich etwas an die große RAINBOW-Zeit von Tony Carey. Aber die ganze Band spielt wirklich klasse, denn das muss man erst mal schaffen, zwölf Minuten einen relativ langsamen Blues zu spielen ohne Langeweile aufkommen zu lassen.

Ins Jahr 1967 und zum Album "Crusade" führt Oh, Pretty Woman zurück, das Späteinsteigern vielleicht mehr von Gary Moore kennen.
Mittlerweile wurde die Bühne um ein paar Bläser bevölkerter. Hätte es jetzt wegen mir nicht gebraucht, aber... na ja, die Gitarristen setzen sich noch durch.

Warum Mr. Eric Clapton ausgerechnet zu dem Piano-Boogie No Big Hurry auf der Bühne vorgestellt wird, ist mir ein Rätsel, da das bisschen Begleit-Gezupfe auch die meisten anderen Gitarristen hingekriegt hätten.

Auf der zweiten CD hat er ja dann immerhin noch Gelegenheit sich auszuzeichnen. Die beginnt mit Please Mr. Lofton und Mayall am Piano für einen weiteren Boogie, Clapton an der Gitarre sowie als weiteren Gast Chris Barber der, seiner Natur entsprechend, mehr jazzige Gebläse-Einwürfe beisteuert.
Es folgen gleich drei Songs vom legendären "Bluesbreakers"-Album (1966): Hideaway, All Your Love und Have You Heard und für Clapton scheint das gleiche zuzutreffen wie für Taylor (na ja, nicht ganz...), dass auch er am besten ist, wenn er einen "Leader" hat und nicht die ganze Verantwortung auf ihm allein lastet. Das zeigt sich in dem Instrumental Hideaway noch nicht so sehr, aber bei All Your Love geht es schon ganz gut. Eigentlich ist es die ganze Band die traumhaft sicher durch Tempo- und Stilwechsel gleitet, ohne "glatt" zu wirken.
Ja, und John Mayall? Der macht was er meistens gemacht hat: Hält sich im Hintergrund, ist mehr der "Motivator", der nur hier und da zu einem Harp-Solo wie in Have You Heard in den Vordergrund tritt. Hier tobt sich allerdings auch wieder Tom Canning gehörig hervorragend an den Tasten aus. Da praktisch jeder, inkl. Herrn Barber, hier soliert streckt sich der Song halt mal locker über fast 18 Minuten. Und ist trotzdem unterhaltsam!

Ich hoffe, dass die kurzen Unterbrechungen zwischen ein paar Songs auf der zweiten CD auf der offiziellen Veröffentlichung nicht vorhanden sind, denn die stören das Feeling ungemein.
Klar, das Eric Clapton für Hoochie Coochie Man den Lead-Gesang übernimmt, ohne es aber zu versäumen, dem Jubilar genügend Solo-Zeit einzuräumen. Schon so oft gehört, macht I'm Tore Down doch immer wieder Spaß, und es ja schon fast ein Clapton-Song geworden, der hörbar dasselbe denkt...

It Ain't Right ist ein weiterer "Bluesbreakers"-Album Song, der aber kein bisschen angestaubt klingt. Mit richtig gutem Drive zeigen die aktuellen Bluesbreakers, dass sie es auch drauf haben und eine perfekte Basis für die Soli ihres, man muss es noch mal erwähnen, immerhin 70jährigen Chefs liefern. Das "Gesang"-Solo (Bum-tschi-bang-tscha...) hätte er sich aber sparen können.

Ab geht Clapton, es kommt Mick Taylor und es fließt wieder einiges an Jazz (nicht nur durch Chris Barber) in California, das aus dem 69er Album "The Turning Point" stammt. Selbst für meine Ohren aber noch erträglich - immerhin klingt das teilweise ganz schön nach ALLMAN BROTHERS/GOV'T MULE-Jams!

Mit dem finalen Talk To Your Daughter erinnert John an den verstorbenen Urheber dieses Songs: J. B. Lenoir. Dazu kommen dann auch noch mal alle Künstler dieses Abends auf die Bühne. Jetzt nicht die Überversionen, in einem "bequemen" Tempo, macht es doch Spaß die einzelnen Musiker bei ihren Soli zu belauschen und den offensichtlichen Spaß der Band zu "fühlen".
Da es sein Geburtstag war, überschreib ich einfach mal, ohne wenn und aber, John Mayall den Verdienst für die perfekte Ausführung der Songs dieses Konzertes - Happy Birthday, John!

Epi Schmidt, 29.11.2003

 

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