John Lee Hooker

Face To Face

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.12.2003
Jahr: 2003

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John Lee Hooker Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


John Lee Hooker
Face To Face, Eagle Records, 2003
Produziert von: Allan Christopher Bell Länge: 69 Min 53 Sek Medium: CD
1. Big Road9. Six Page Letter
2. Dimples10. Stop Jivin' Me
3. Loving People11. Mean Mean World
4. Face To Face12. Turn Over A New Leaf
5. Funky Mable13. Wednesday Evening Blues
6. It Serves Me Right To Suffer14. Boogie Chillen'
7. Up And Down15. Rock These Blues Away
8. Mad Man Blues

Draußen dezembergraues Wetter, ich schreib dauernd Besprechungen über tote Musiker (Warren Zevon, George Harrison...) - wenn man da nicht... was kriegt?
Den Blues!
Und dann nimmt man sich am besten einen der ganz Großen vor: John Lee Hooker. Am 21. Juni 2001 verstorben, ist die Verehrung für diesen "Ur-Blueser" ungebrochen und mit "Face To Face" kommt jetzt sein begonnenes, letztes Werk zur Veröffentlichung. Vollgestopft mit Gästen, fragt man sich natürlich: Hatte er das nötig?
Aber seit dem 89er Album "The Healer" ging eben kaum noch was, ohne das nicht die Creme des Rock und Blues Schlange stand, um sich mit dem "Meister" zusammen zu sonnen.
Was damals noch halbwegs überschaubar war, lässt sich hier schon gar nicht mehr alles aufzählen. "Stargast" des ersten Titels, Big Road, eines gut in Fahrt bringenden Blues-Boogies, ist Workaholic Warren Haynes, der eine feine, raue Slide-Guitar beisteuert, die er jedoch sehr songdienlich einsetzt.
John Lee klingt wie gewohnt. Mal mehr mal weniger verständlich ist er mit seinem Sprechgesang stets der Mittelpunkt der sagt wo's lang geht.

In dem Klassiker Dimples finden sich unter anderem Elvin Bishop an der Gitarre und Jim Pugh an der "Green Onions"-Orgel. Den perfekten Gesangspartner macht Van Morrison und es scheint den beiden wirklich Spaß zu machen. Das macht es auch dem Zuhörer und dazu trägt auch der wundervolle "Walking-Bass" von Ruth Davies bei.
Etwas funky wird's bei Loving People, das mit seinen Background Vocals aber auch einige Gospel-Einflüsse aufweist.
Mehr "down-to-the-bone" tendiert es dann in dem Titelsong Face To Face, das neben dem Gesang und dem typischen Gitarrenspiel von John Lee an der Slide-Gitarre einen der berufendsten weißen Blues-Gitarristen präsentiert: Johnny Winter! Den hat man vielleicht schon besser gehört, aber trotzdem ist sein Slide-Spiel immer noch sehr hörenswert. Ist auch schwer in so einem Slow-Blues zu glänzen...

Beeindruckend, wie John in Funky Mabel völlig unberührt von Rhythmus oder Ablauf seine "Story" erzählt.
Keine Ahnung wie viele Versionen von It Servers Me Right To Suffer schon aufgenommen wurden und jeder muss selbst beurteilen, welche sein Favorit ist. Interessant ist es allemal Dickey Betts seine Slide wieder mal in einem ordentlichen Blues aufheulen zu hören.
(Dickey Betts seine Slide... Tun alle Blueser so reden?)
Ansonsten nichts neues von an der Blues-Front.

Das besondere an Up And Down ist sicherlich Johnny Johnson's gewohnt, selbst in diesem Slow-Blues, grandioses Piano-Spiel. Für die Akzente sorgt, an der Slide-Gitarre, Warren Haynes und beiden wird von Mr. Hooker großzügig Raum gewährt.
Meine Lieblingsversion von Mad Man Blues stammt von DR. FEELGOOD (mit Lee Brilleaux natürlich), aber auch diese Aufnahme hier hat unweigerlich Charme, wofür nicht zuletzt Roy Rogers und George Thorogood an den Gitarren sorgen.

Bei Six Page Letter hört man erst zweimal hin: John Lee Hooker weichgespült, mit Streichern und als "Crooner", fast "singend"?
Fällt sicherlich etwas aus dem Rahmen aber recht schnell findet man Gefallen an dieser Ballade.
Stop Jivin' Me ist dann wieder gewohnter Hooker-Boogie mit einem George Thorogood an der Akustik-Slide. Der ist dann auch der einzige Begleiter, wenn John Lee den Wednesday Evening Blues "stampft" und auch das altbekannte Boogie Chillen' funktioniert in dieser Kombination prima.
Zuvor ist in Mean Mean World noch ein Duett mit Tochter Zakiya Hooker zu hören, der aber weniger Effekt auf der Stimme vielleicht doch besser getan hätten - das Regiment scheint sie allerdings zu führen...
Das abschließende Rock These Blues Away klingt im Vergleich zu den meisten Songs auf diesem Album fast überproduziert. Wahrscheinlich hat Mit-Autorin Zakiya (und Sängerin) da gehörig Anteil dran. Von John ist hier dann nicht mehr viel zu hören und der Song klingt mit seinem Gospel-Background auch etwas unspektakulär aus.

Mir selbst ist der "pure" Hooker am liebsten und obwohl man CANNED HEAT zu diesem letzten Album sträflicher Weise nicht eingeladen hat, ist doch noch einiges von der "Hooker-Heat" zu spüren.

Epi Schmidt, 04.12.2003

 

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