John Hiatt

Master Of Disaster

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.06.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


John Hiatt
Master Of Disaster, Blue Rose Records, 2005
John Hiatt Vocals, Guitars
Luther Dickinson Guitar
Cody Dickinson Drums
East Memphis Slim Keyboards
David Hood Bass
Jim Spake Saxophone
Scott Thompson Trumpet
Jeff Calloway Trombone
Joe Sallmanberger Tuba
Tommy Burroughs Violin
Produziert von: Jim Dickinson Länge: 50 Min 30 Sek Medium: CD
1. Master Of Disaster7. Ain't Ever Goin' Back
2. Howlin' Down The Cumberland8. Cold River
3. Thunderbird9. Find You At Last
4. Wintertime Blues10. Old School
5. When My Love Crosses Over11. Back On The Corner
6. Love's Not There Where We Thought We Left It

Hat unser hochverehrter John Hiatt in den letzten 17, 18 Jahren seit "Bring The Family" überhaupt mal ein schlechtes Album hervorgebracht? Kaum? Na ja, vielleicht "Little Head", Ende der Neunziger, da wirkte er ein wenig ausgelaugt und uninspiriert.
Aber gerade die letzten Platten waren schliesslich dazu angetan, Hiatt weiterhin als absolut verlässlichen Lieferanten hochwertiger Songwriter-Kunst zu verbuchen.
Seine kurze Visite bei Sanctuary Records hat er nun hinter sich gebracht, um jetzt bei New West bzw. hier in Deutschland bei Blue Rose Records zu landen. Satter Fang! Aber Blue Rose dürfte genau die Klientel bedienen, die Hiatt sowieso verehrt, insofern passt es ja wunderbar. Glückwunsch!

Kam das letzte Album ("Beneath This Gruff Exterior") noch recht bluesig und bisweilen rockig daher, schaltet Hiatt auf "Master Of Disaster" einen Gang zurück und wirkt eher etwas bedächtiger bzw. zurückgelehnt.
Seine diesjährige Vision kapriziert sich auf das Ausdeuten seiner persönlichen Folk-, Country-, Blues- und Roots-Rock-Muster. In der Tat, Old Johnny hat seine Wundertüte reich gefüllt. Wobei ihm neben den Jungspunden Luther und Cody Dickinson (NORTH MISSISSIPPI ALLSTARS) ebenfalls deren Vater, die Produzentenlegende Jim Dickinson, als Produzent und somit musikalischer Ratgeber zur Seite standen. Nebenbei tupft Dickinson noch unter seinem Pseudonym, East Memphis Slim, einige geschmackvolle Pianolinien in die Hiatt'sche Gefühlswelt.
Dickinson und sein Sound-Engineer John Hampton arbeiteten für "Master Of Disaster" erstmalig mit einem neuen Aufnahmesystem, welches auf digitale Weise analoge Wärme vorgaukelt. Ah ja... wenn die Ergebnisse derart plastisch, erdig unverfälscht und satt daherkommen, darf man wohl mit dem Klangerlebnis absolut zufrieden sein. Gottlob, hat ja Hiatts Musik auch früher nie sonderlich unter dem verpfuschten Sound eines fehlgeleiteten Produzenten gelitten.
Zünftige Bläser haben sich die Herren noch ins Studio geladen und sich sogar einen Violinisten erlaubt, die dem einen oder anderen Song zusätzlich ein paar Funken Esprit verleihen. So entlockt das Geigensolo im süffig rockenden Love's not where we thought we left it dem ohnehin tollen Titel (der durchaus das Zeug zu einem zukünftigen Konzertklassiker besitzt), eine weitere pfiffige Nuance. Auch die markante Saxofon-Hookline im Opener Master of disaster lässt aufhorchen.

Wie bereits erwähnt, mag es Hiatt diesmal auch kontemplativ und verziert seine an Bob Dylan geschulten Folkweisen mit perlendem Fingerpicking und interessanten und tiefsinnigen Texten.
Erstaunlicherweise halten sich die beiden Dickinson-Brüder recht uneigennützig zurück und spielen dem Meister, ohne gross auf den Busch zu klopfen, in die Karten. Das hat was, absolut. Dass der gestandene Muscle Shoals-Veteran David Hood am Bass eine gute Figur abgibt, versteht sich von selbst.
Hier hat sich also eine Truppe zusammengefunden, die Hiatts vorzügliche Songs wunderbar umsetzt und dieses variantenreiche Album zu einem beeindruckenden Gesamtwerk heranreifen lässt. Ein kollossales Album mit Langzeitwirkung.

Frank Ipach, 29.06.2005

 

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