Joe Grushecky

True Companion

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.04.2005
Jahr: 2004

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Joe Grushecky Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Joe Grushecky
True Companion, Good Sounds, 2004
Joe Grushecky Vocals, Guitars
Art Nardini Bass, Vocals
Joffo Simmons Drums
Bill Toms Guitar, Mandolin, Vocals
Bernie Herr Percussion
Joe Pelesky Keyboard, Vocals
Marc Reisman Harmonicas, Vocals
Produziert von: Joe Grushecky & Rick Witkowski Länge: 49 Min 09 Sek Medium: CD
1. A Long Way To Go7. What Gives
2. A Shot Of Salvation8. A Silver Spoon
3. Strange Days9. Dirty Water
4. True Companion10. The Shape I'm In
5. She's A Big Girl Now11. Call Him
6. Count On You

1979 als IRON CITY HOUSEROCKERS gestartet, liefert Joe Grushecky mit seinen Jungs immer noch eine rattenscharfe Mischung aus Rock'n'Roll und Rhythm'n'Blues. Von der damaligen Truppe sind noch Art Nardini am Bass und Marc Reisman an der Harmonika dabei.
Mittlerweile schon weit über 50, zeigt Joe keine Anzeichen von Müdigkeit. Ein paar etwas einschmeichelnde Akkorde leiten A Long Way To Go ein, aber sobald Joe's Kommando "Let's go!" ertönt, wird ordentlich aufs Gas gedrückt und die Band rockt los. Gesanglich irgendwo zwischen Mark Knopfler, Steve Gibbons und Tom Petty liegend, ist der Frontman einer der Typen, die schon mit ihrer Stimme Charakter offenbaren. "I'm only in my fifties and I got a long way to go" singt er und schon bei diesem Einstieg hoffen wir, dass es auch so kommen wird.
Patsch-Patsch, treibend geht es voll nach vorne, wie es, ja man muss es leider wiederholen, früher ein Weggefährte namens Springsteen auch drauf hatte.
So geht es denn auch gleich bei A Shot Of Salvation weiter. Erinnert mich etwas an die britischen Pub-Rock Bands und auch an die frühen John Mellencamp Stücke. Da steckt ungeheuer viel Attitüde dahinter, wenn die Band kurz vor Schluss nochmals Gas gibt. Harmonica. Slide-Guitar, Bass... alles greift prima ineinander und produziert einen mitreißenden Drive.

Songs wie Strange Days kommen einem spätestens beim zweiten Hören vor, als würde man sie schon jahrelang kennen und lieben. Ein bisschen Dylan, ein bisschen Funky-Groove und reichlich Gitarren-Heartland-Rock. Und immer, wie es sich gehört, etwas aggressiv vorgetragen. Da kommt kaum einer seiner Altersgenossen noch mit.
Der Titeltrack lehnt sich dann etwas in den Akustik-Sessel zurück. Auch hier wird nach dem "Vorspiel" wieder ordentlich hingelangt und heraus kommt eine Power-Ballade allererster Güte. Schön ist im Hintergrund die Mandoline zu hören, während vorne Joe die Band stimmlich mitreißt und zu immer neuen Höhenflügen anstachelt. Gott, der Song live im Konzert und die Halle wird überkochen! Danach bräuchte man eigentlich eine Pause, um die Sprachlosigkeit zu überwinden...
Hilft nix - weiter geht's. Die Drums zu Beginn von She's A Big Girl Now erinnern etwas an eine Drum-Machine, liegt aber wohl eher am Sound. Nun folgt also doch eine "richtige Ballade". Doch auch hier hört man gebannt zu, wenn Joe, größtenteils im Sprechgesang, diese Story erzählt und dabei wieder an den Herrn aus New Jersey denken lässt. Fast meint man den Bruce mitsingen zu hören.
Zurück zum Rock mit Count On You. Sehr rhythmusbetont, mit fetten Akkorden, aber doch in einem lockeren, zum Teil fast karibischen Groove. Könnte so manche Tanzfläche füllen.

Jawohl, so gehört sich das: Nahezu jeder Song wird von prägnanten Gitarrenparts eingeleitet. What Gives etwa grenzt direkt an die Mellencamp Stücke aus der Zeit von Jack und Diane.
Also, die Scheibe begeistert mich mit jedem Hören mehr. Die klingen als wenn sie Mitte 20 wären und nicht wie jemand jenseits der 50!
Na ja, um einen Song wie A Silver Spoon so authentisch rüber zu bringen, muss man wohl doch schon etwas Erfahrung mitbringen. Da schwingt dann ein großer Country-Anteil mit rein und ein weiteres Mal muss ich an Steve Gibbons denken. Da klimpert das Saloon-Piano und die Harmonika heult mit dem Wind, während der Rest der Band absolut tight und mit Engagement bei der Sache ist.
Wer Dirty Water von den INMATES covert, braucht keine weitere Reputation, oder? Endlich kommt dieser British-Pub-Rock Hit zu neuen Ehren. Mit einer Orgel unterlegt, kriegt der Song sogar ein paar neue Aspekte, auch wenn einem Puristen wie mir das Original näher liegt. Trotzdem klasse.
Ach ja: Natürlich wird im Refrain aus "London" hier "Pittsburg".
Gewaltig schiebend folgt The Shape I'm In mit einer fast schon Punk-mäßigen Power. Da geht's einfach nur straight drauf los. Also, nicht stupide, dazu agiert die Band zu einfallsreich, aber mit atemberaubenden Druck. Wo ist mein Bier?

Wie im Flug scheint die Scheibe vorbeizurauschen und so folgt mit Call Him bereits der letzte Song. Der scheint zunächst die balladeske Richtung einzuschlagen, um dann doch, zwar leicht gezügelt, wieder die rockigere Midtempo Variante zu wählen. Ein weiteres Mal muss ich an den "Boss" denken, auch wenn man Joe Grushecky damit eigentlich Unrecht tut. Aber ähnlich strukturiert waren dessen Songs aus der Zeit Ende der 70er. Wieder Gitarren satt, die sich zu einem immer mächtigeren Gebilde auftürmen, bevor der Titel und die CD ausklingen.
Ein Klasse-Album, das Joe Grushecky And The Houserockers hier abgeliefert haben. Hut ab!

Epi Schmidt, 08.04.2005

 

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