Jochen Volpert

Mister X

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.01.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues, Fusion
Spiellänge: 57:31
Produzent: Carola Thieme

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Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Jeff Beck

Gary Moore

Steely Dan

Titel
01. Mister X
02. Hard To Say Goodbye
03. Zombie Blues
04. Cosmic Flight
05. Mountains Waltz
06. My Wha Wha Life
 
07. Mountains Blues
08. Swinging Friday
09. If Trouble Was Money
10. 20th Century Boy
11. The River (Bonus Track)
12. Little Wing (Bonus Track)
Musiker Instrument
Jochen Volpert Electric & Acoustic Guitars
Carola Thieme Vocals, Voices, Choir, Percussion
Achim Gössl Piano, Rhodes, Synth Pads, Organ
Johannes Böhm Bass
Friedrich Betz Double Bass
Thomas Gawlas Bass
Stefan Schön Drums, Cajon
Jan Hees Drums, Percussion

Der Würzburger Gitarrist Jochen Volpert bewies schon mit seiner letzten Veröffentlichung "Split Personality" (https://www.hooked-on-music.de/review/jochen-volpert-split-personality/12316) außergewöhnlich gute kompositorische und instrumentale Qualitäten, um so die Freude und Erwartungshaltung auf sein neues Album recht hoch zu halten. Der arme Mann, der sich noch vor knapp drei Jahren nicht entscheiden konnte, ob er nun Fusion, Jazz, Rock, Country oder Blues spielen soll, aber glücklicherweise mit seiner gespaltenen Persönlichkeit richtig toll umzugehen wusste, wandelt weiterhin rast-und ruhelos wie ein allesfressender Zombie durch die Genres und schreddert mit seiner elektrischen Axt alles nieder was sich ihm in den Weg stellt.

Die Polizei sucht ihn inzwischen deutschlandweit als "Mister X". Mit seiner ebenso verruchten Partnerin Carole Thieme vergeht er sich an herrlich krachenden Untaten wie den Zombie Blues, der ihn als einen geifernden Abkömmling aus der Jeff Beck/Jimi Hendrix Hexenküche ausweist. Wenn die beiden sich dann mal wieder beruhigt haben, spielen sie einen eleganten Casino-Blues à la Hard To Say Goodbye, der Carola Thiemes reife und sehr angenehm weibliche Stimme in den Vordergrund rückt, während Herr Volpert im Gary Moore Modus die Umgebung anbrennt.

"Listen to me, Baby", haucht die laszive Mrs. Thieme dann ins Mikro und leitet den schwindelerregenden Cosmic Flight ein, der die Band bei aller gebotenen Variabilität auch noch als galaktische Prog-Rock Verfechter ausweist. Da funkeln die Sterne. Das moderat country-eske Mountains Waltz verweist auf weitere Qualitäten, doch so richtig zur Hochform laufen die Beteiligten erst auf, wenn sie eine funky Nummer wie My Wha Wha Life inszenieren und den Instrumental-Großtaten eines Jeff Beck nacheifern und den verschmitzten Mr.X als großartigen und geschmackvollen Gitarristen ausweisen.

Der Mountains Blues verhandelt besagtes Genre in etwa ähnlich wie einstmals Steely Dan bei Chain Lightning. Der coole Swinging Friday gerät selbsterklärend und featured das jazzige Fingerspitzengefühl der gesamten Volpert'schen Band, die hier mit Keyboarder Achim Gössl und Bassist Johannes Böhm über höchst kompetente Mitstreiter verfügt. Das ein klein wenig langweilig daher schlurfende Albert Collins Coverstück If Trouble Was Money unterstreicht Volperts gute Entscheidung sich meistenteils auf seine prima Co-Autorenschaften mit seiner Gattin Carola zu verlassen, wenngleich die Instrumentalversion des inzwischen doch recht betagten 20th Century Boy aus der 1973er T.REX Schmiede wieder große Freude bereitet.

Im Bonusteil der CD finden wir dann noch zwei unterhaltsame und kurzweilige Live-Versionen aus Volperts sogenannter "Wohnzimmer-Session", die aus dem Winter des vergangenen Jahres stammen und den 10-Song-Reigen dieses sehr gelungenen Albums standesgemäß abrunden und ergänzen. Und solange unser "Mister X" den Greifarmen der Genre-Polizei zu entkommen weiß, dürfen wir wohl weiterhin auf musikalische Glanztaten aus dem Hause Volpert/Thieme hoffen.

 

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